Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen
Barriereregister · Modul 17 von 17
Schlaf, Ruhe und Erholungsmöglichkeiten
Ein freier Abend, ein stilles Zimmer oder mehrere Stunden im Bett sagen noch nicht, ob Schlaf oder Erholung möglich waren.
Vielleicht brauchst du Entlastung, aber es gibt keinen geschützten Zeitraum dafür. Vielleicht kannst du dich zurückziehen, bleibst aber weiterhin zuständig oder erreichbar. Vielleicht versuchst du, dich zu erholen, ohne anschließend eine Verbesserung zu bemerken.
Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, solche Unterschiede in deinem Alltag zu entdecken und zu beschreiben. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.
Die Leitfrage lautet: Welche Möglichkeiten für Schlaf, Ruhe und Erholung brauche ich – und welche stehen mir tatsächlich zur Verfügung?
Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Ungefähre Angaben reichen; ein Schlafprotokoll oder eine fortlaufende Beobachtung ist nicht erforderlich.
Die Arbeitshilfe enthält keine Schlaf- oder Therapieempfehlungen.
Kurz anfangen
Drei Fragen reichen
1. Was möchte ich ermöglichen?
Zum Beispiel:
- eine tatsächlich geschützte Schlafmöglichkeit haben;
- eine Zeit mit weniger Anforderungen nutzen;
- mich zurückziehen können;
- Verantwortung zeitweise abgeben;
- zwischen Tätigkeiten eine Unterbrechung haben;
- meinen Erholungsbedarf bei der Alltagsplanung berücksichtigen;
- erklären können, warum freie Zeit nicht automatisch verfügbare Zeit ist.
2. Was geschieht tatsächlich?
Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Anforderungen bleiben bestehen? Was nimmst du nach Schlaf, Ruhe oder einem Erholungsversuch wahr?
3. Was hilft oder fehlt?
Zum Beispiel ein nutzbarer Ort, eine tatsächliche Aufgabenübernahme, passende räumliche Bedingungen oder verlässliche Absprachen zur Erreichbarkeit.
„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.
Meine Situation in wenigen Sätzen
Ich möchte oder brauche …
Derzeit gelingt …
Schwierig wird es, wenn …
Leichter gelingt es, wenn …
Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …
Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.
Genauer entdecken
Optional genauer entdecken
Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.
Mögliche Antworten sind:
weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten
1. Mein Anliegen und die Begriffe dieser Arbeitshilfe
Schlaf, Ruhe, Rückzug und Erholung können zusammenhängen. Sie bezeichnen aber nicht dasselbe.
Im Barriereregister verwenden wir fünf einheitliche Arbeitsbegriffe:
| Begriff | Bedeutung in dieser Arbeitshilfe |
|---|---|
| Erholungsbedarf | Dein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist. |
| Ruhezeit | Ein Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung. |
| Rückzug | Eine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen. |
| Erholungsversuch | Etwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg. |
| Wahrgenommene Erholung | Eine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten. |
Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten, keine zusätzlichen ICF-Kategorien und keine diagnostischen Begriffe.
Beim Schlaf unterscheiden wir außerdem:
- Schlafmöglichkeit: Welcher Zeitraum und welche Bedingungen zum Schlafen tatsächlich vorhanden sind.
- Wahrgenommener Schlaf: Was du über deinen Schlaf aus eigener Wahrnehmung sagen kannst.
- Befinden danach: Wie du dich nach dem Aufwachen fühlst.
Zeit im Bett zeigt nicht automatisch, wie viel du geschlafen hast oder ob du dich danach erholt fühlst.
Was ist mein Anliegen?
- Geht es um Schlaf, weniger Anforderungen, Rückzug oder etwas anderes?
- Welche Möglichkeit fehlt dir?
- Was gelingt bereits?
- Welche Unterscheidung hilft dir beim Beschreiben?
- Welche Veränderung wäre für dich wichtig?
Du musst keine vollständige Erholung feststellen oder eine Wirkung messen. Auch „etwas weniger angespannt, aber weiterhin müde“ ist eine mögliche Beschreibung.
2. Entdeckungsfragen
Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.
Den eigenen Bedarf bemerken
- Woran bemerkst du, dass du Schlaf, Ruhe oder Entlastung brauchst?
- Wird dir das unmittelbar oder erst später deutlich?
- Kannst du einordnen, was du gerade brauchst?
- Was bleibt dabei unklar?
- Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Situationen?
- Welche Worte passen zu deiner Erfahrung?
Wie kann ich meinen Bedarf beschreiben, auch wenn ich ihn noch nicht genau verstehe?
Den Bedarf mitteilen
- Kannst du sagen, schreiben oder zeigen, dass du Entlastung brauchst?
- Verstehen andere, was du damit meinst?
- Wird dein Bedarf berücksichtigt?
- Musst du ihn wiederholt erklären?
- Kannst du mitteilen, dass du die Wirkung einer Pause noch nicht kennst?
- Welche Unterstützung möchtest du beim Formulieren?
Was sollen andere über meinen Bedarf verstehen?
Eine tatsächliche Schlafmöglichkeit haben
- Gibt es einen Zeitraum, in dem du schlafen könntest?
- Steht dir ein nutzbarer Schlafplatz zur Verfügung?
- Musst du währenddessen erreichbar oder aufmerksam bleiben?
- Welche Aufgaben oder Verpflichtungen begrenzen diesen Zeitraum?
- Kannst du den Zeitpunkt und die Dauer mitgestalten?
- Was ist nur vorgesehen, aber im Alltag nicht verlässlich möglich?
Welche Schlafmöglichkeit besteht tatsächlich?
Den Schlaf aus eigener Wahrnehmung beschreiben
- Was kannst du über das Einschlafen sagen?
- Erinnerst du dich an Unterbrechungen?
- Wie erlebst du das Aufwachen?
- Weißt du ungefähr, wie lange du geschlafen hast, oder bleibt das unklar?
- Gibt es Unterschiede zwischen Nächten oder anderen Schlafzeiten?
- Was möchtest du dazu nicht näher beschreiben?
Was weiß ich über meinen Schlaf – und was nicht?
Du musst keine Schlafphasen oder nächtlichen Vorgänge bestimmen können. „Ich erinnere mich an mehrere Unterbrechungen“ oder „Wie lange ich geschlafen habe, weiß ich nicht“ sind mögliche Angaben.
Das Befinden nach dem Schlaf
- Wie fühlst du dich nach dem Aufwachen?
- Bemerkst du eine Veränderung gegenüber vorher?
- Gibt es Unterschiede zwischen Müdigkeit, Anspannung, Beschwerden oder anderen Aspekten deines Befindens?
- Verändert sich dein Zustand im weiteren Verlauf?
- Ist die Wirkung wechselnd oder schwer einzuordnen?
- Was bleibt offen?
Wie erlebe ich meinen Zustand nach dem Schlaf?
Du musst aus diesen Angaben keine Ursache ableiten. Das Blatt beurteilt keine Schlafstörung.
Ruhezeiten im Tagesverlauf
- Gibt es Zeiten mit tatsächlich weniger Anforderungen?
- Welche Aufgaben kannst du dann unterbrechen?
- Was bleibt trotzdem bei dir?
- Wird eine Lücke für liegen gebliebene Tätigkeiten gebraucht?
- Sind solche Zeiten vorhersehbar und verlässlich?
- Kannst du sie nutzen, bevor die nächste Verpflichtung beginnt?
Wann werden Anforderungen tatsächlich geringer?
Rückzug und räumliche Bedingungen
- Gibt es einen Ort, an dem du Kontakte oder Reize verringern kannst?
- Ist dieser Ort erreichbar und nutzbar?
- Kannst du dort bleiben, ohne wiederholt unterbrochen zu werden?
- Werden deine Privatsphäre und Grenzen berücksichtigt?
- Kannst du selbst entscheiden, wann du zurückkehrst?
- Ist der Rückzug gewünscht, notwendig, unfreiwillig oder wechselnd?
Was ermöglicht der Rückzug – und was bleibt dabei schwierig?
Rückzug allein zeigt nicht, ob du dich erholst. Er kann auch bedeuten, dass eine gewünschte Beteiligung unter den vorhandenen Bedingungen nicht möglich ist.
Unterbrechungen und Bereitschaft
- Wirst du während einer vorgesehenen Ruhezeit angesprochen oder für Aufgaben gebraucht?
- Musst du damit rechnen, jederzeit reagieren zu müssen?
- Wer übernimmt Verantwortung, während du nicht verfügbar bist?
- Ist diese Übernahme eindeutig vereinbart?
- Kannst du Anfragen zunächst unbeantwortet lassen?
- Was geschieht, wenn eine Unterbrechung eintritt?
Bin ich tatsächlich entlastet oder weiterhin in Bereitschaft?
Vorbereitung und Nachbereitung
- Was muss geschehen, bevor eine Ruhezeit oder ein Rückzug möglich wird?
- Musst du Aufgaben übergeben oder etwas bereitstellen?
- Brauchst du Hilfe, um den vorgesehenen Ort zu erreichen oder zu nutzen?
- Wie aufwendig ist diese Vorbereitung?
- Welche Aufgaben warten anschließend?
- Entsteht durch die Unterbrechung zusätzlicher Aufwand?
Was brauche ich, damit die Möglichkeit tatsächlich nutzbar wird?
Einen Erholungsversuch beschreiben
- Was hast du in einer konkreten Situation mit der Absicht getan, dich zu erholen?
- Konntest du den Versuch so gestalten, wie du wolltest?
- Welche Anforderungen bestanden weiter?
- Wurde der Versuch unterbrochen?
- Hast du dabei bereits etwas wahrgenommen oder erst später?
- Ist die Wirkung noch nicht beurteilbar?
Was habe ich versucht, ohne damit schon einen Erfolg zu behaupten?
Du musst einen Erholungsversuch nicht als gelungen bezeichnen, nur weil dafür Zeit vorgesehen war.
Wahrgenommene Erholung genauer ansehen
- Hat sich nach deiner Wahrnehmung etwas verbessert?
- In welcher Hinsicht?
- Blieb ein anderer Bereich unverändert?
- War die Veränderung vorübergehend oder erst später bemerkbar?
- Hast du keine Verbesserung wahrgenommen?
- Möchtest du die Wirkung zunächst offenlassen?
Welche Veränderung habe ich tatsächlich bemerkt?
Eine angenehme Veränderung kann wichtig sein, auch wenn anschließend keine weitere Tätigkeit möglich ist. Umgekehrt beweist eine erledigte Aufgabe keine Erholung.
Freie Zeit und verfügbare Zeit
- Welche Zeiträume wirken im Kalender frei?
- Wofür werden diese tatsächlich benötigt?
- Gehören Vorbereitung, Versorgung oder Nachwirkungen dazu?
- Wird ein Zeitraum für einen Erholungsversuch gebraucht?
- Bleibt Raum für etwas selbst Gewähltes?
- Wird erwartet, dass du eine Lücke mit weiteren Aufgaben füllst?
Welche Zeit ist ungebunden – und welche steht mir tatsächlich zur Verfügung?
Anforderungen über mehrere Tage
- Welche Abfolge von Aufgaben und Unterbrechungen beobachtest du?
- Was geschieht nach mehreren Terminen oder anforderungsreichen Tagen?
- Welche Auswirkungen bemerkst du erst später?
- Müssen Vorhaben an Folgetagen verändert werden?
- Was gelingt einzeln, lässt sich aber nicht verlässlich verbinden?
- Wann verläuft es anders?
Welchen Verlauf möchte ich sichtbar machen?
Du kannst eine zeitliche Abfolge beschreiben, ohne damit einen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang festzustellen.
Zusammenleben und Verantwortung für andere
- Welche Bedürfnisse müssen miteinander vereinbart werden?
- Kannst du Aufgaben und Verantwortung zeitweise abgeben?
- Ist Unterstützung zu den benötigten Zeiten verfügbar?
- Sind Schlaf- oder Ruhezeiten anderer und deine eigenen berücksichtigt?
- Was geschieht, wenn Hilfe ausfällt?
- Welche Vereinbarung fehlt?
Was brauche ich für eine tatsächliche Entlastung im gemeinsamen Alltag?
Für die Aufgabenverteilung kannst du zusätzlich das Modul „Für andere sorgen und eigene Unterstützung ermöglichen“ nutzen.
Erwartungen und Rechtfertigungsdruck
- Wird dein Bedarf berücksichtigt, auch wenn er von außen nicht sichtbar ist?
- Wird erwartet, dass Schlaf oder eine Pause automatisch ausreichen?
- Wird Rückzug als Desinteresse oder fehlende Bereitschaft verstanden?
- Musst du nach einer Unterbrechung sofort wieder verfügbar sein?
- Kannst du sagen, dass du weiterhin Entlastung brauchst?
- Welche Beschreibung würde dir im Gespräch helfen?
Welche Erwartung erschwert die Situation möglicherweise?
Meine eigene Ergänzung
Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?
3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden
Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was geschieht oder nicht gelingt. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.
Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.
| Meine Beobachtung | Äußere Bedingung | Was ich über den Zusammenhang weiß oder vermute |
|---|---|---|
| „Die vorgesehene Schlafmöglichkeit wird wiederholt unterbrochen.“ | „Ich bleibe für nächtliche Aufgaben zuständig; eine Übernahme ist nicht vereinbart.“ | „Ich möchte klären, wie Verantwortung geteilt werden kann. Welche Wirkung das auf meinen Schlaf hätte, weiß ich noch nicht.“ |
| „Ich kann eine geplante Ruhezeit nicht nutzen.“ | „Währenddessen soll ich weiterhin Anfragen beantworten.“ | „An einem Tag mit tatsächlicher Aufgabenübernahme waren die Anforderungen geringer.“ |
| „Ein Rückzug ist nicht möglich.“ | „Ein für mich nutzbarer Bereich mit weniger Kontakten oder Reizen fehlt.“ | „Ob eine andere Raumnutzung helfen würde, ist noch offen.“ |
Eine Schwierigkeit beim Schlafen oder ein anhaltender Erholungsbedarf ist nicht automatisch eine Umweltbarriere. Du kannst beides festhalten und äußere Bedingungen zusätzlich betrachten.
Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Du musst nicht entscheiden, welcher Anteil „persönlich“ und welcher „äußerlich“ ist. Das Blatt klärt keine medizinischen Ursachen.
4. Eine konkrete Situation verstehen
Wähle eine tatsächliche Situation: beispielsweise eine Nacht, eine Unterbrechung nach einem Termin oder einen geplanten Zeitraum ohne Aufgaben.
- Was brauchtest oder wolltest du?
- Welche Möglichkeit war vorgesehen?
- Welche Bedingungen bestanden tatsächlich?
- Welche Aufgaben oder Bereitschaften blieben?
- Was hast du über deinen Schlaf wahrgenommen?
- Gab es Ruhezeit, Rückzug oder einen Erholungsversuch?
- Welche Veränderung hast du bemerkt?
- Was blieb unklar?
- Was war danach möglich, und was musste warten?
Vielleicht passen mehrere Beschreibungen:
- Ich brauchte Entlastung, hatte aber keine Gelegenheit.
- Eine Schlafmöglichkeit war vorhanden; wie viel ich schlief, weiß ich nicht.
- Ich hatte eine Zeit mit tatsächlich weniger Anforderungen.
- Ich zog mich zurück.
- Ich versuchte, mich zu erholen.
- Ich bemerkte eine teilweise Verbesserung.
- Ich bemerkte keine Verbesserung.
- Die Wirkung war wechselnd oder noch nicht beurteilbar.
Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Unterstützung weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.
5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens
Beschreibe möglichst konkret, was eine Schlafmöglichkeit, Ruhezeit oder einen Erholungsversuch zugänglich macht.
| Bereich | Was gemeinsam geklärt werden kann |
|---|---|
| Zeitraum | Welche Anforderungen werden wann tatsächlich verringert? |
| Verantwortung | Wer übernimmt welche Aufgabe einschließlich notwendiger Rückfragen? |
| Ort | Ist ein passender Ort erreichbar und verfügbar? |
| Erreichbarkeit | Wann musst du reagieren, und wer bearbeitet andere Anfragen? |
| Vorbereitung | Wer stellt benötigte Bedingungen her? |
| Nachbereitung | Welche Aufgaben entstehen anschließend und wer übernimmt sie? |
| Verlässlichkeit | Was ist bei Änderungen oder Ausfällen vereinbart? |
| Selbstbestimmung | Kannst du mitgestalten, wie du den Zeitraum nutzt? |
Halte auch fest:
- Was entscheidest und erledigst du selbst?
- Was geschieht gemeinsam?
- Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
- Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
- Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
- Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
- Was weißt du darüber noch nicht?
Eine passende äußere Bedingung kann eine Möglichkeit schaffen. Sie garantiert keine bestimmte Wirkung auf Schlaf oder Erholung.
6. Aufwand und Auswirkungen
Hier ist Erholung selbst das Thema. Du musst deshalb keinen weiteren „Erholungsbedarf nach der Erholung“ bestimmen.
Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:
- Aufwand, um eine Schlaf- oder Ruhezeit zu ermöglichen;
- fortbestehende Aufgaben und Bereitschaften;
- Organisation von Unterstützung;
- deinen wahrgenommenen Zustand vor und nach der Situation;
- Auswirkungen auf notwendige oder gewünschte Tätigkeiten;
- eigenen Entscheidungsspielraum im weiteren Verlauf.
Ungefähre Angaben reichen. Zeiträume können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.
Du darfst einen Bedarf benennen, auch wenn du noch nicht weißt, welche Bedingungen helfen.
Meine Situation festhalten
Mein Situationsblatt
Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.
Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen
Das möchte oder muss ich ermöglichen:
Das gelingt bereits:
Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit
Situation und betrachteter Zeitraum:
Das geschieht tatsächlich:
Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:
Es geht um eine Schlafmöglichkeit, wahrgenommenen Schlaf, Ruhezeit, Rückzug, einen Erholungsversuch oder wahrgenommene Erholung:
Häufigkeit, Dauer und Unterschiede
Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?
Seit wann kenne ich sie?
Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?
Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren
Diese Bedingungen erleichtern die Situation:
Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:
Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:
Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:
Vorhandene Unterstützung
Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?
Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?
Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?
Aufwand und Auswirkungen
Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:
Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:
Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?
Erholungsbedarf und Verlauf
Welche Entlastung brauche ich?
Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?
Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?
Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?
Gewünschte Veränderung
Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:
Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?
Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?
Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben
Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?
Meine Angaben beruhen auf:
☐ eigener Erinnerung
☐ ungefährer Schätzung
☐ zeitnahen Notizen
☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen
☐ anderem: …………………………………………………………..
Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:
Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:
Für andere zusammenfassen
Für andere beschreiben
7. Eine gewünschte Veränderung formulieren
Du musst noch keine fertige Lösung kennen.
Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.
Mögliche Anliegen sind beispielsweise:
- eine Schlafmöglichkeit ohne gleichzeitige Zuständigkeit schaffen;
- einen Zeitraum mit tatsächlich weniger Anforderungen vereinbaren;
- einen vorhandenen Rückzugsort nutzen können;
- Aufgaben so übergeben, dass jemand anderes auch die dazugehörigen Rückfragen verlässlich übernimmt;
- Erreichbarkeit eindeutig regeln;
- benötigte Zwischenzeiten bei der Planung berücksichtigen;
- verhindern, dass vorgesehene Ruhezeiten automatisch mit weiteren Aufgaben gefüllt werden.
Dies sind Fragen zur Gestaltung des Alltags, keine Schlaf- oder Therapieempfehlungen.
Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.
8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden
Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Du entscheidest, welche persönlichen Einzelheiten du für den jeweiligen Zweck teilen möchtest.
Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.
Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…
Die konkrete Schwierigkeit:
Ich brauche …
Tatsächlich möglich ist …
Ein Beispiel dafür ist …
Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …
Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.
Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …
Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.
Schlafmöglichkeit und wahrgenommener Schlaf, soweit relevant:
…
Nach dem Aufwachen nehme ich … wahr.
Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Ein Rückzug ist … möglich.
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …
Noch nicht beurteilen kann ich …
Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…
Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.
Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein medizinischer Befund und kein amtliches Begutachtungsinstrument. Sie ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.
9. Ein ausgefülltes Beispiel
Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.
Anliegen
„Ich möchte nach meiner Arbeit eine Zeit mit weniger Anforderungen haben, bevor ich weitere Aufgaben im Haushalt übernehme.“
Beobachtung
„An drei Tagen der vergangenen Woche war dafür ungefähr eine halbe Stunde vorgesehen. An zwei Tagen beantwortete ich in dieser Zeit Rückfragen und organisierte eine Besorgung. An einem Tag übernahm eine andere Person diese Aufgaben. Ich konnte mich in ein anderes Zimmer zurückziehen.“
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren
„Die vorgesehene Zeit war bisher nicht als tatsächliche Aufgabenübernahme vereinbart. Deshalb blieb ich meistens zuständig. Ob eine regelmäßige Übernahme ausreichen würde, um meinen Bedarf zu berücksichtigen, weiß ich noch nicht.“
Erholungsversuch und wahrgenommene Wirkung
„An dem Tag ohne weitere Zuständigkeit zog ich mich mit der Absicht zurück, mich zu erholen. Danach fühlte ich mich weniger angespannt. Ich war weiterhin müde. Die Unterbrechung war für mich trotzdem hilfreich.“
Unterstützung und eigener Anteil
„Die andere Person übernahm die Rückfragen und die Organisation der Besorgung. Wie ich den Zeitraum nutzte, entschied ich selbst. Für andere Tage besteht noch keine verlässliche Vereinbarung.“
Gewünschte Veränderung
„Ich möchte einen Zeitraum vereinbaren, in dem Aufgaben und Rückfragen tatsächlich übernommen werden. Ob und wie sich mein Zustand verändert, möchte ich zunächst offenlassen.“
Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch
„Ein Bedarf an Entlastung besteht wiederholt. Die dafür vorgesehene Zeit enthält bisher häufig weitere Aufgaben und ist deshalb keine verlässliche Ruhezeit. Bei einer tatsächlichen Aufgabenübernahme bemerkte ich einmal weniger Anspannung, blieb aber müde. Ich möchte eine passende Vereinbarung zur Entlastung treffen.“
10. Nach einer Veränderung zurückschauen
Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:
- Besteht die benötigte Möglichkeit tatsächlich?
- Sind Aufgaben und Zuständigkeiten währenddessen geringer?
- Ist der vorgesehene Ort nutzbar?
- Kann ich selbst mitgestalten, wie ich den Zeitraum verwende?
- Sind Erreichbarkeit und Unterbrechungen geklärt?
- Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
- Hat sich mein Schlaf oder mein Befinden nach eigener Wahrnehmung verändert?
- Ist eine Wirkung teilweise, wechselnd oder noch unklar?
- Entsteht vor oder nach dem Zeitraum zusätzlicher Aufwand?
- Werden meine Bedürfnisse und Grenzen berücksichtigt?
- Was ist noch offen?
Mögliche Antworten:
besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant
Eine Verbesserung kann bereits darin bestehen, eine gewünschte Ruhezeit tatsächlich nutzen zu können. Ob Erholung eintritt, ist eine weitere Frage. Sie muss sich nicht durch mehr erledigte Aufgaben zeigen.
Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.
Fachliche Einordnung und Quellen
Wissensstatus und Quellen
ICF als fachlicher Hintergrund
Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.
Dieses Modul verbindet unterschiedliche Perspektiven. Schlaf wird in der ICF bei den Körperfunktionen beschrieben. Die Gestaltung von Alltagstätigkeiten und die äußeren Möglichkeiten für Schlaf oder Ruhe betreffen daneben Aktivitäten, Partizipation und Umweltfaktoren.
| ICF-Bezug | Bedeutung für diese Arbeitshilfe |
|---|---|
| b134: Funktionen des Schlafes | Betrifft unter anderem Schlafdauer, Schlafbeginn, Aufrechterhaltung des Schlafes, Schlafqualität und Schlafzyklus. Das Blatt erfasst diese Funktionen nicht klinisch. |
| d230: Die tägliche Routine durchführen | Kann berührt sein, wenn Anforderungen und Zeiträume im Alltag organisiert werden. |
| d920: Erholung und Freizeit | Beschreibt die Beteiligung an entsprechenden Aktivitäten. Die Kategorie bestätigt nicht, dass dabei tatsächlich Erholung eintritt. |
| Umweltfaktoren | Beispielsweise räumliche Bedingungen, Unterstützung, Einstellungen anderer sowie die Gestaltung von Diensten und organisatorischen Vorgaben. |
Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.
Schlaf, Ruhe und Erholung bilden keinen zusätzlichen zehnten Lebensbereich der ICF-Aktivitäten und -Partizipation. Eine Schlafmöglichkeit ist außerdem nicht mit einer Schlaffunktion gleichzusetzen.
Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert und beurteilt keine Schlafstörung oder medizinische Ursache.
Einordnung der Arbeitshilfe
- Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
- Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Situationsblatt und die Arbeitsbegriffe Erholungsbedarf, Ruhezeit, Rückzug, Erholungsversuch und wahrgenommene Erholung sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
- Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
- Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten zur Gestaltung des Alltags, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie enthalten keine Schlaf- oder Therapieempfehlungen.
Fachliche Grundlagen
- BfArM: ICF, deutschsprachige Fassung 2005 – Gesamtübersicht
- BfArM: Globale mentale Funktionen – einschließlich b134 „Funktionen des Schlafes“
- BfArM: Allgemeine Aufgaben und Anforderungen – einschließlich d230
- BfArM: Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben – einschließlich d920
- BfArM: Umweltfaktoren – Barrieren und Förderfaktoren
Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.
