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Für andere sorgen und eigene Unterstützung ermöglichen

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 14 von 17

Für andere sorgen und eigene Unterstützung ermöglichen

Dass eine andere Person versorgt ist, zeigt noch nicht, wie diese Versorgung möglich wurde. Vielleicht waren umfangreiche Vorbereitung, ständige Bereitschaft oder Unterstützung nötig. Vielleicht gelingt eine Sorgeaufgabe, während eigene Bedürfnisse wiederholt warten müssen.

Auch vorhandene Hilfe bedeutet nicht automatisch, dass sie im Alltag nutzbar ist. Vielleicht passt der Zeitpunkt nicht. Vielleicht bleibt die Organisation bei dir. Vielleicht ist unklar, wer welche Verantwortung übernimmt.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, Sorgeaufgaben und eigene Unterstützung genauer anzusehen. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit ich für andere sorgen und selbst Unterstützung erhalten kann – unter Bedingungen, die zu den beteiligten Menschen passen?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Persönliche Angaben über andere Menschen musst du hier nicht festhalten.

Du kannst dieses Modul auch nutzen, wenn du ausschließlich deine eigene Unterstützung betrachten möchtest.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • ein Kind oder einen anderen Menschen im Alltag unterstützen;
  • eine bestimmte Sorgeaufgabe übernehmen;
  • Verantwortung mit anderen teilen;
  • eigene Versorgung und gewünschte Tätigkeiten erhalten;
  • passende Unterstützung finden;
  • Hilfe verständlich vereinbaren;
  • Aufgaben tatsächlich abgeben können;
  • eine Vertretung bei Ausfällen klären;
  • selbst entscheiden, welche Unterstützung ich wie nutzen möchte.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? Welche Aufgaben und Bereitschaften gehören dazu? Wo wird es schwierig? Was bleibt trotz vorhandener Hilfe bei dir?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel klare Absprachen, passende Zeiten, zugängliche Angebote, eine tatsächliche Aufgabenübernahme oder verlässliche Unterstützung.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Vielleicht geht es um Kinderbetreuung, Unterstützung im gemeinsamen Haushalt oder die Begleitung eines nahestehenden Menschen. Vielleicht brauchst du selbst Hilfe bei einzelnen Tätigkeiten oder bei mehreren Bereichen deines Alltags.

  • Welche Aufgabe oder Unterstützung möchtest du ansehen?
  • Was ist dir dabei wichtig?
  • Was gelingt bereits und soll erhalten bleiben?
  • Welche Aufgaben möchtest du übernehmen?
  • Was möchtest du teilen oder abgeben?
  • Welche eigenen Bedürfnisse und Entscheidungen sollen berücksichtigt werden?

Unterstützung zu erhalten und andere zu unterstützen, kann gleichzeitig Teil deines Alltags sein. Du musst dich nicht einer dieser Rollen zuordnen.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Sichtbar machen, was zur Sorge gehört
  • Welche konkreten Tätigkeiten übernimmst du?
  • Was musst du vorbereiten oder nachbereiten?
  • Welche Termine, Informationen oder Besorgungen gehören dazu?
  • Woran musst du denken, auch wenn gerade keine sichtbare Aufgabe ansteht?
  • Musst du erreichbar oder aufmerksam bleiben?
  • Welche Aufgaben werden von anderen übernommen?

Was gehört tatsächlich zu meiner Verantwortung?

Du kannst allgemein schreiben, etwa „Unterstützung bei der täglichen Versorgung“. Namen, Diagnosen oder intime Einzelheiten anderer sind nicht erforderlich.

Einzelne Tätigkeiten durchführen
  • Welche Schritte gelingen bereits?
  • Wo brauchst du Zeit, Hilfsmittel oder Unterstützung?
  • Welche Rolle spielen körperliche Anforderungen, Kommunikation oder Orientierung?
  • Was geschieht, wenn mehrere Handlungen gleichzeitig nötig sind?
  • Kannst du eine Aufgabe unterbrechen?
  • Welche Bedingungen erleichtern die Durchführung?

Bei welchem Schritt brauche ich andere Bedingungen oder Hilfe?

Für einzelne Tätigkeiten kannst du auf andere Module verweisen, etwa Mahlzeiten, Körperpflege, Mobilität oder gesundheitliche Versorgung.

Wünsche und Grenzen der Beteiligten verstehen
  • Ist klar, welche Unterstützung die andere Person möchte oder braucht?
  • Können die Beteiligten ihre Wünsche in einer passenden Form mitteilen?
  • Welche Informationen fehlen?
  • Gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie eine Aufgabe ausgeführt werden soll?
  • Wie können diese Unterschiede besprochen werden?
  • Welche Fragen brauchen eine weitere Klärung?

Was muss gemeinsam verstanden oder abgestimmt werden?

Deine Beobachtung und die Sicht der anderen Person können unterschiedlich sein. Beides sollte als jeweilige Perspektive erkennbar bleiben.

Planen, erinnern und organisieren
  • Wer behält Termine und Aufgaben im Blick?
  • Wer bemerkt, dass etwas fehlt oder verändert werden muss?
  • Wer fragt Unterstützung an?
  • Wer gibt Informationen weiter?
  • Ist auch diese organisatorische Arbeit verteilt?
  • Was geschieht, wenn du sie nicht übernehmen kannst?

Welche Planungs- und Abstimmungsaufgaben bleiben bei mir?

Bereitschaft und Unterbrechungen
  • In welchen Zeiten musst du reagieren können?
  • Sind diese Zeiten vorhersehbar?
  • Was geschieht, wenn du gerade eine eigene Tätigkeit ausführst?
  • Kann jemand anderes Anfragen und Entscheidungen übernehmen?
  • Ist klar, wann du nicht zuständig bist?
  • Bleibt eine vermeintliche Pause mit Aufmerksamkeit oder Verantwortung verbunden?

Wann bin ich tatsächlich entlastet – und wann weiterhin in Bereitschaft?

Aufgaben verteilen und übergeben
  • Ist verständlich vereinbart, wer was übernimmt?
  • Gehören Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zur Übernahme?
  • Muss die andere Person bei dir wiederholt nachfragen?
  • Kann sie vereinbarte Schritte ohne deine weitere Organisation ausführen?
  • Sind benötigte Informationen und Mittel zugänglich?
  • Was bleibt trotz der Übergabe bei dir?

Was wird tatsächlich übernommen, und was muss noch geklärt werden?

Eine Aufgabe abzugeben führt nicht automatisch zu Entlastung. Die Wirkung darf zunächst offenbleiben.

Eigene Versorgung und eigene Vorhaben
  • Was brauchst du für deine eigene Versorgung?
  • Welche Tätigkeiten werden wiederholt verschoben?
  • Was geschieht mit deinen Terminen, Kontakten oder Interessen?
  • Kannst du eigene Unterstützung unabhängig von der Sorgeaufgabe nutzen?
  • Werden deine Bedürfnisse bei gemeinsamen Planungen berücksichtigt?
  • Wo fehlt dir eine passende Wahlmöglichkeit?

Was soll für mich selbst verlässlich möglich sein?

Eigenen Unterstützungsbedarf bemerken und benennen
  • Bei welcher Tätigkeit möchtest du Unterstützung?
  • Weißt du schon, welcher Schritt schwierig ist?
  • Kannst du beschreiben, was tatsächlich geschieht?
  • Fällt es dir leichter, über ein konkretes Beispiel zu sprechen?
  • Ist noch offen, welche Hilfe passen könnte?
  • Wird dein Bedarf ernst genommen, auch wenn du zugleich andere unterstützt?

Wobei möchte ich Hilfe oder zunächst eine gemeinsame Klärung?

Du musst keine fertige Lösung kennen, bevor du um Unterstützung bittest.

Unterstützung finden und erreichen
  • Weißt du, welche Personen oder Angebote infrage kommen?
  • Sind Informationen verständlich und auffindbar?
  • Kannst du die angebotenen Kontaktwege nutzen?
  • Welche Rolle spielen Kosten, Voraussetzungen oder Wartezeiten?
  • Ist klar, welche Aufgaben tatsächlich angeboten werden?
  • Brauchst du Hilfe beim Zugang?

Was brauche ich, um passende Unterstützung zu erreichen?

Unterstützung passend gestalten
  • Welche Aufgabe soll die Unterstützung übernehmen?
  • Zu welchen Zeiten wird sie gebraucht?
  • Welche Form der Kommunikation passt?
  • Welche Abläufe, Grenzen oder persönlichen Vorlieben sollen berücksichtigt werden?
  • Was möchtest du selbst entscheiden und erledigen?
  • Kannst du Rückmeldung geben, wenn etwas nicht passt?

Wie müsste Unterstützung gestaltet sein, damit sie für mich nutzbar ist?

Eine grundsätzlich angebotene Hilfe muss nicht zu deiner konkreten Situation passen.

Hilfe koordinieren
  • Wie viele Personen oder Stellen müssen abgestimmt werden?
  • Wer vereinbart Zeiten und gibt Änderungen weiter?
  • Musst du Abläufe wiederholt erklären?
  • Sind Zuständigkeiten klar?
  • Was geschieht bei widersprüchlichen Informationen?
  • Brauchst du Unterstützung bei der Organisation der Hilfe selbst?

Welcher zusätzliche Aufwand entsteht, damit Unterstützung stattfinden kann?

Verlässlichkeit und Ausfälle
  • Kannst du mit der vereinbarten Unterstützung rechnen?
  • Wie erfährst du von Änderungen oder Absagen?
  • Gibt es eine geklärte Vertretung?
  • Wer organisiert bei einem Ausfall den nächsten Schritt?
  • Was hast du bei fehlender Hilfe tatsächlich beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Welche Lücke entsteht bei einem Ausfall?

Du musst Unterstützung nicht ausfallen lassen, um ihre Bedeutung zu zeigen.

Übergänge und veränderter Bedarf
  • Verändert sich die Aufgabe durch einen neuen Tagesablauf, einen Ortswechsel oder andere Umstände?
  • Wird mehr, weniger oder eine andere Unterstützung gebraucht?
  • Welche bisherigen Absprachen passen nicht mehr?
  • Sind Informationen für neue Beteiligte zugänglich?
  • Kannst du die Veränderung mitgestalten?
  • Was muss zunächst geklärt werden?

Was braucht eine neue Vereinbarung?

Privatsphäre und eigene Entscheidungen
  • Welche Informationen sollen unterstützende Personen erhalten?
  • Was möchtest du nicht teilen?
  • Werden persönliche Räume, Gegenstände und Gespräche respektiert?
  • Kannst du Zustimmung, Unsicherheit oder Ablehnung ausdrücken?
  • Werden Fragen direkt an dich gerichtet?
  • Ist klar, was eine Person unterstützen und was sie nicht entscheiden soll?

Welche Grenze oder Entscheidung soll ausdrücklich berücksichtigt werden?

Unterstützung beim Organisieren oder Kommunizieren bedeutet nicht automatisch, dass jemand dich vertreten oder für dich entscheiden soll.

Erwartungen und Aufgabenverteilung
  • Wird eine Aufgabe selbstverständlich dir zugeordnet?
  • Passt diese Erwartung zu deinen Möglichkeiten und Wünschen?
  • Wird sichtbare Durchführung anders bewertet als Planung oder Bereitschaft?
  • Kannst du sagen, dass du etwas nicht oder nicht mehr übernehmen kannst?
  • Wird eigener Unterstützungsbedarf als Widerspruch zu deiner Sorge für andere behandelt?
  • Welche Aufgabenverteilung möchtest du besprechen?

Welche Erwartung erschwert die Situation möglicherweise?

Zusammenwirken mit dem übrigen Alltag
  • Welche Anforderungen treffen gleichzeitig aufeinander?
  • Was gelingt einzeln, aber nicht in der benötigten Verbindung?
  • Was muss warten, damit die Sorge oder Unterstützung gelingt?
  • Was übernehmen andere?
  • Welche Auswirkungen bemerkst du später oder an Folgetagen?
  • Wann verläuft es anders?

Wie passen die verschiedenen Aufgaben und Bedürfnisse zusammen?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich kann meinen eigenen Termin nicht wahrnehmen.“„Für die notwendige Sorgeaufgabe ist zu dieser Zeit keine andere Unterstützung verfügbar.“„Mit einer tatsächlichen Aufgabenübernahme konnte ich vergleichbare Termine bereits wahrnehmen.“
„Die vorhandene Hilfe entlastet mich nur teilweise.“„Vorbereitung, Rückfragen und Nachbereitung bleiben bei mir.“„Ich möchte klären, ob ein vollständigerer Aufgabenbereich übernommen werden kann.“
„Ich kann die angebotene Unterstützung nicht nutzen.“„Sie wird nur zu Zeiten angeboten, die nicht zum benötigten Ablauf passen.“„Welche andere Möglichkeit verfügbar wäre, weiß ich noch nicht.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Auch wenn eine einzelne Person eine Aufgabe nicht übernehmen kann, darfst du die fehlende Unterstützung und ihre Auswirkungen beschreiben. Ob darin eine Umweltbarriere liegt, hängt von der konkreten Situation ab. Die Wünsche und Grenzen der Beteiligten bleiben zu berücksichtigen.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle eine tatsächliche Sorgeaufgabe, eine Übergabe oder die Nutzung eigener Unterstützung.

  • Was sollte möglich werden?
  • Welche Wünsche und Bedürfnisse waren beteiligt?
  • Was war vereinbart?
  • Was geschah nacheinander?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren vorhanden?
  • Was wurde tatsächlich übernommen?
  • Welche Verantwortung blieb bei dir?
  • Was war danach noch möglich?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Die Aufgabe gelang unter passenden Bedingungen.
  • Einzelne Schritte gelangen.
  • Die Versorgung gelang mit Unterstützung.
  • Eine Aufgabe wurde übernommen; Organisation oder Bereitschaft blieben bei mir.
  • Die angebotene Hilfe war nicht passend nutzbar.
  • Eine benötigte Unterstützung fehlte.
  • Meine eigene Versorgung musste warten.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

Es kann helfen, zwischen dem Übernehmen einer Aufgabe und dem Unterstützen einzelner Schritte zu unterscheiden.

BereichWas gemeinsam geklärt werden kann
AufgabeWas soll konkret ermöglicht werden?
VorbereitungWer stellt Informationen und benötigte Dinge bereit?
DurchführungWer übernimmt welche Schritte?
ZuständigkeitWer beantwortet Rückfragen und trifft die jeweils anstehenden Entscheidungen?
NachbereitungWer räumt auf, dokumentiert oder organisiert weitere Schritte?
VerfügbarkeitWann kann mit der Unterstützung gerechnet werden?
AusfälleWas ist vereinbart, wenn die Hilfe nicht stattfinden kann?
SelbstbestimmungWelche Entscheidungen bleiben bei wem, und wie werden Wünsche berücksichtigt?

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Wie aufwendig ist es, diese Hilfe zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was ist noch unbekannt?

Die Bedürfnisse der versorgten Person und dein eigener Unterstützungsbedarf dürfen nebeneinander sichtbar sein.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Zur Sorge und zur Nutzung eigener Unterstützung kann mehr gehören als die sichtbare Tätigkeit.

Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:

  • Planen und Erinnern;
  • Vorbereiten und Beschaffen;
  • die Tätigkeit selbst;
  • Bereitschaft und Unterbrechungen;
  • Kommunikation und Abstimmung;
  • Organisation von Hilfe und Vertretung;
  • Nachbereitung;
  • Auswirkungen auf deine Versorgung, Beziehungen, Arbeit oder Freizeit.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden. Bereitschaft und tatsächliche Durchführung kannst du getrennt beschreiben.

Brauchte ich Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Wenn eine andere Person eine Tätigkeit ausführt, während du weiterhin aufmerksam und zuständig bleiben musst, ist das nicht automatisch Ruhezeit. Eine Aufgabenübernahme schafft möglicherweise eine Gelegenheit zur Entlastung; ihre Wirkung bleibt gesondert zu betrachten.

Freie Zeit ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte und allgemeine Bezeichnungen genügen.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Es geht um eine Sorgeaufgabe, eigene Unterstützung, Aufgabenübergabe, Bereitschaft oder folgende einzelne Schritte:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • eine bestimmte Sorgeaufgabe gemeinsam durchführen;
  • Vorbereitung und Nachbereitung mitverteilen;
  • eine Aufgabe so abgeben, dass jemand anderes auch die dazugehörigen Rückfragen übernimmt;
  • eigene Versorgung und Termine ermöglichen;
  • Unterstützung zu den benötigten Zeiten nutzen;
  • Zuständigkeiten verständlich vereinbaren;
  • eine passende Vertretung bei Ausfällen klären;
  • Hilfe bei der Organisation von Unterstützung erhalten;
  • Privatsphäre und eigene Entscheidungen wahren.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir, den anderen Beteiligten und der Situation ab. Wichtig sind Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit sowie die Wünsche und Grenzen der beteiligten Menschen.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Häufig reichen eine allgemeine Beschreibung der Aufgabe und ihrer Bedingungen. Vertrauliche Angaben über andere Menschen müssen dafür nicht aufgenommen werden.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Aufgabenübernahme und verbleibende Verantwortung:
Übernommen wird …
Bei mir bleiben …

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Sie beurteilt weder die Erziehungsfähigkeit noch die Eignung für eine Sorgeaufgabe. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte mein Kind nachmittags begleiten und zugleich an einem wiederkehrenden eigenen Termin teilnehmen können.“

Beobachtung

„In den vergangenen vier Wochen war zweimal Unterstützung für den Nachmittag vereinbart. Einmal konnte ich meinen Termin wahrnehmen. Beim zweiten Mal musste ich vor dem Aufbruch mehrere Rückfragen zur Vorbereitung klären und kam später los.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Es war vereinbart, dass eine andere Person die Betreuung übernimmt. Wer benötigte Dinge vorbereitet und Rückfragen klärt, war nicht ausdrücklich besprochen. Ob eine vollständigere Übergabe die Situation ausreichend erleichtert, weiß ich noch nicht.“

Unterstützung und eigener Anteil

„Ich bereite bisher Informationen und benötigte Dinge vor. Die andere Person übernimmt die Begleitung während meiner Abwesenheit. Entscheidungen über meinen eigenen Termin treffe ich selbst. Weitere Wünsche und Bedürfnisse meines Kindes müssen bei der Vereinbarung berücksichtigt werden.“

Aufwand und Erholung

„Die Vorbereitung kam zu meinen übrigen Aufgaben hinzu. Der freie Zeitraum diente meinem Termin und war keine Ruhezeit. Nach der Rückkehr brauchte ich Entlastung, blieb aber wieder zuständig. Ein Erholungsversuch war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte Vorbereitung, Rückfragen und Übergabe genauer verteilen. Außerdem möchte ich klären, wann ich tatsächlich nicht zuständig bin und wie die Bedürfnisse meines Kindes dabei verlässlich berücksichtigt werden.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Eine zeitweise Aufgabenübernahme ist vorhanden. Vorbereitung und Rückfragen bleiben bisher teilweise bei mir und erschweren den rechtzeitigen Aufbruch zu eigenen Terminen. Ich möchte den Umfang der Übernahme und die Zuständigkeiten klarer vereinbaren.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Ist die gewünschte Versorgung tatsächlich möglich?
  • Sind Wünsche und Grenzen der Beteiligten berücksichtigt?
  • Ist klar, wer welche Aufgabe übernimmt?
  • Werden Vorbereitung und Nachbereitung mitverteilt?
  • Kann ich Verantwortung im vereinbarten Zeitraum tatsächlich abgeben?
  • Ist eigene Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
  • Wie aufwendig ist die Organisation der Hilfe?
  • Bleiben meine eigenen Bedürfnisse und Entscheidungen im Blick?
  • Gibt es eine passende Vereinbarung für Ausfälle?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob Versorgung, eigene Beteiligung und Unterstützung unter passenden Bedingungen möglich werden. Mehr Sorgeaufgaben zu übernehmen oder weniger Hilfe zu nutzen, ist kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul verbindet zwei Perspektiven: andere Menschen unterstützen und selbst Unterstützung erhalten. Diese Perspektiven werden in der ICF nicht durch dieselbe Kategorie beschrieben.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d660: Anderen helfenKann die Unterstützung anderer bei Alltagstätigkeiten betreffen, beispielsweise bei Selbstversorgung, Mobilität, Kommunikation oder gesundheitlicher Versorgung.
d760: FamilienbeziehungenKann berührt sein, wenn es um das Gestalten familiärer Beziehungen geht. Sorgeaufgaben und Beziehungen sind dabei nicht gleichzusetzen.
Kapitel d2: Allgemeine Aufgaben und AnforderungenBeispielsweise mehrere Aufgaben verbinden und alltägliche Abläufe organisieren.
Eigene Aktivitäten und TeilhabeBeim Erhalten von Unterstützung wird zusätzlich betrachtet, welche eigene Tätigkeit oder Beteiligung dadurch ermöglicht wird.
UmweltfaktorenBeispielsweise persönliche Unterstützung, Einstellungen anderer sowie die Gestaltung und Verfügbarkeit von Diensten.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

d660 beschreibt das Helfen anderer und ist keine allgemeine Kategorie für das Erhalten eigener Hilfe. Bezahlte berufliche Sorgearbeit wird zudem nicht allein durch d660 abgebildet; dafür sind je nach Situation Bezüge zu Arbeit und Beschäftigung relevant.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert. Dass jemand andere unterstützt, erlaubt für sich genommen keine Schlussfolgerung darüber, ob die Person selbst Unterstützung benötigt.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Die Perspektiven anderer werden gesondert gekennzeichnet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keine bestimmte familiäre Rolle oder Aufgabenverteilung als Ziel vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

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