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Das Barriereregister – Alltag verstehen und Veränderungen beschreiben

Neurofacetten · Arbeitshilfe

Das Barriereregister

Entdecken, was Teilhabe erschwert – und beschreiben, was sie ermöglichen könnte.

Du musst deine Barrieren noch nicht verstanden haben. Vielleicht merkst du zunächst nur: So, wie es gerade läuft, ist es für mich schwierig. Damit kannst du anfangen.

Wähle eine Alltagssituation. Eine Frage oder eine kurze Notiz reicht. Die ausführlichen Teile sind freiwillig und lassen sich einzeln öffnen.

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Du möchtest deine Beobachtungen festhalten oder lieber auf Papier arbeiten? Das Startpaket enthält eine kurze Anleitung, ein Situationsblatt und ein übergreifendes Zusammenfassungsblatt. Eine Situation genügt als Anfang.

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Ausdrucken: Du kannst alle Seiten oder nur die benötigten Arbeitsblätter ausdrucken und handschriftlich ausfüllen. Für eine neue Situation lassen sich die Seiten 2 bis 4 erneut verwenden.

Version 1.0 · 19. Oktober 2026. Das PDF hat keine Senden-Funktion. Du entscheidest, welche Angaben du speicherst oder weitergibst.

Drei Fragen für den Anfang

  1. Was möchte oder muss ich ermöglichen?
  2. Was geschieht dabei tatsächlich?
  3. Was hilft bereits – oder was möchte ich herausfinden?

Du brauchst keine Diagnose, keine ICF-Kenntnisse und keine fertige Erklärung. Du kannst deine Antworten auf einem eigenen Blatt oder in einem eigenen Dokument festhalten. Hier musst du keine persönlichen Angaben eingeben.

Welche Alltagssituation möchte ich ansehen?

Die Gruppen helfen nur bei der Orientierung. Sie sind eine eigene Gliederung von Neurofacetten und keine ICF-Zuordnung. Eine Situation kann zu mehreren Modulen passen; du musst sie nicht mehrfach bearbeiten.

Mich versorgen

Mein Zuhause und meine Wege

Aufgaben und Verpflichtungen

Beziehungen und Beteiligung

Vorhandene Beobachtungen verbinden

Wenn du mehrere Situationen angesehen hast, kannst du wiederkehrende Schwierigkeiten und mögliche Barrieren zusammenführen. Auch zwei Beobachtungen können ein Anfang sein.

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Anleitung und fachlicher Hintergrund

Das Barriereregister

Entdecken, was Teilhabe erschwert – und beschreiben, was sie ermöglichen könnte

Vielleicht gibt es Situationen, die dich viel Kraft kosten. Dinge bleiben liegen, obwohl sie dir wichtig sind. Etwas gelingt an einem Tag und an einem anderen nicht. Oder du schaffst eine Aufgabe, kannst danach aber kaum noch etwas anderes tun.

Vielleicht weißt du bereits, was dir hilft. Vielleicht merkst du zunächst nur: So, wie es gerade läuft, ist es für mich schwierig.

Damit kannst du anfangen.

Das Barriereregister ist eine Arbeitshilfe von Neurofacetten. Es unterstützt dich dabei, Alltagssituationen genauer anzusehen, Worte für Schwierigkeiten zu finden und gewünschte Veränderungen zu beschreiben.

Du musst deine Barrieren noch nicht verstanden haben, um die Arbeitshilfe zu nutzen. Sie soll dir beim Entdecken helfen.

Du brauchst dafür keine Diagnose, keine ICF-Kenntnisse und keine fertige Erklärung.

Was bedeutet „Barriereregister“?

Mit „Register“ meinen wir hier eine Sammlung deiner Beobachtungen. Du entscheidest, ob daraus eine einzelne Notiz, mehrere Situationsblätter oder eine ausführlichere Übersicht wird.

Es geht um Fragen wie:

  • Was möchte oder muss ich im Alltag ermöglichen?
  • Was geschieht dabei tatsächlich?
  • An welcher Stelle wird es schwierig?
  • Welche Bedingungen helfen oder erschweren die Situation?
  • Welche Unterstützung ist bereits beteiligt?
  • Was brauche ich möglicherweise anders?

Die Fragen richten sich überwiegend an Erwachsene. Für die Nutzung mit Kindern und Jugendlichen wäre eine altersgerechte Anpassung erforderlich.

Schwierigkeiten und Barrieren: Was ist der Unterschied?

Du kannst zunächst jede Schwierigkeit festhalten, auch wenn du noch nicht weißt, wie sie einzuordnen ist.

Eine Schwierigkeit beschreibt beispielsweise, dass du eine Information nicht verstehst, eine Tätigkeit nicht beginnen kannst oder einen Weg nur mit erheblichem Aufwand zurücklegst. Sie sagt noch nicht, wodurch das entsteht.

Barrieren sind im fachlichen Sinn der ICF hindernde Umweltfaktoren. Das können räumliche Bedingungen, Kommunikationsangebote, Regeln oder Einstellungen anderer Menschen sein. Auch eine benötigte Unterstützung, die fehlt oder nicht zugänglich ist, kann eine Barriere darstellen.

Zum Beispiel:

Was ich beobachteWelche äußere Bedingung eine Rolle spielen könnte
„Ich kann mein Anliegen am Telefon nicht vollständig mitteilen.“Die Stelle bietet ausschließlich telefonischen Kontakt an.
„Ich komme am Eingang nicht weiter.“Der Zugang hat eine Stufe; eine nutzbare Alternative fehlt.
„Ich verliere in der Besprechung den Anschluss.“Mehrere Personen sprechen gleichzeitig; Rückfragen sind kaum möglich.

Diese Beispiele zeigen mögliche Zusammenhänge. Sie legen nicht fest, wodurch deine eigene Schwierigkeit entsteht.

Dein Befinden, persönliche Umstände und äußere Bedingungen dürfen nebeneinander betrachtet werden. Eine Beschwerde ist nicht dasselbe wie eine Umweltbarriere. Sie kann dennoch wichtig sein, um deine Situation zu verstehen.

Du musst diese Unterscheidungen beim Ausfüllen noch nicht selbst treffen können. Ein Satz wie „Hier komme ich nicht weiter“ ist ein ausreichender Anfang.

So kannst du anfangen

1. Wähle eine Situation, die dir wichtig ist

Du musst nicht deinen ganzen Alltag überblicken. Eine konkrete Situation reicht.

Zum Beispiel:

  • „Ich möchte regelmäßig etwas essen und trinken.“
  • „Ich möchte verstehen, was in diesem Brief von mir verlangt wird.“
  • „Ich möchte bei einem Termin meine Fragen stellen können.“
  • „Ich möchte Kontakt halten, ohne ständig erreichbar zu sein.“
  • „Ich brauche eine Zeit, in der tatsächlich weniger von mir verlangt wird.“

Du kannst auch mit etwas beginnen, das bereits gelingt: Was macht es dort möglich?

Wenn du noch kein Anliegen formulieren kannst, reicht:

„Hier bleibt immer wieder etwas hängen. Ich möchte herausfinden, an welcher Stelle.“

2. Beschreibe, was passiert

Versuche zunächst, den Ablauf zu beschreiben. Du musst dich dabei nicht bewerten oder eine Ursache finden.

Statt „Ich bin schlecht mit Post“ könntest du notieren:

„Ich öffne den Brief. Ich lese ihn mehrmals. Danach weiß ich noch nicht, was ich als Nächstes tun soll. Ich lege ihn wieder weg.“

Oder:

„Ich kann den Termin wahrnehmen, wenn mich jemand fährt. Danach brauche ich eine längere Unterbrechung. Weitere Termine am selben Tag sind bisher häufig ausgefallen.“

Auch eine kurze oder unvollständige Beschreibung kann hilfreich sein.

3. Suche die Stelle, an der es schwierig wird

Eine Alltagstätigkeit besteht oft aus mehreren Schritten. Vielleicht ist ein bestimmter Schritt oder Übergang schwierig.

Beim Einkaufen kann das beispielsweise sein:

  • bemerken, was fehlt;
  • auswählen und planen;
  • den Weg organisieren;
  • sich im Geschäft orientieren;
  • bezahlen;
  • die Dinge transportieren;
  • sie zu Hause verstauen.

Du musst nicht alle Schritte untersuchen. Frage zunächst:

Wo komme ich nicht weiter, brauche Unterstützung oder muss besonders viel aufwenden?

Wenn du die Stelle noch nicht findest, kannst du festhalten:

„Ich weiß noch nicht, welcher Schritt schwierig ist.“

4. Schau auf Bedingungen und Unterstützung

Was war in der Situation vorhanden? Was fehlte?

Vielleicht gab es Zeitdruck, viele Informationen, einen unzugänglichen Kontaktweg oder keine verlässliche Unterstützung. Vielleicht halfen eine klare Reihenfolge, eine vertraute Person oder die Möglichkeit, später schriftlich zu antworten.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Wann gelingt etwas leichter, schwerer oder auf andere Weise?
  • Was ist dann anders?
  • Wer oder was unterstützt mich?
  • Kann ich mit dieser Unterstützung rechnen?
  • Welche Teile übernehme ich selbst?
  • Was wird gemeinsam erledigt oder übernommen?
  • Was weiß ich darüber noch nicht?

Auch Erwartungen können eine Rolle spielen:

„Wird eine bestimmte Art zu sprechen, zu reagieren, sich zu bewegen oder Aufgaben zu erledigen vorausgesetzt? Wäre ein anderer Weg für mich zugänglicher?“

Du musst eine solche Erfahrung nicht bereits als Diskriminierung oder Ableismus einordnen können, um sie zu beschreiben.

5. Formuliere einen Wunsch – oder eine offene Frage

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Zum Beispiel:

„Ich möchte Fragen schriftlich nachreichen können.“
„Ich brauche Unterstützung bei dem Schritt zwischen dem Lesen des Briefes und dem Antworten.“
„Ich möchte klären, wie eine Ruhezeit möglich wird, in der jemand anderes die Verantwortung übernimmt.“
„Ich weiß noch nicht, was helfen würde. Zunächst möchte ich den Ablauf gemeinsam ansehen.“

Eine gewünschte Veränderung darf klein und vorläufig sein. Sie darf auch ein längerfristiges Anliegen betreffen.

Wenn du nur wenig Zeit oder Kraft hast

Diese drei Sätze reichen für einen Anfang:

Ich möchte oder brauche …

Dabei geschieht derzeit …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte herausfinden …

Du kannst hier aufhören und später weitermachen. Auch eine einzelne Notiz kann eine wichtige Erfahrung sichtbar machen.

So sind die Module aufgebaut

Du kannst jedes Modul für sich nutzen. Die Reihenfolge ist frei.

Kurz anfangen

Am Anfang stehen drei Fragen und wenige Satzanfänge. Dieser Teil reicht aus, wenn du zunächst einen Überblick gewinnen möchtest.

Optional genauer entdecken

Die vertiefenden Fragen helfen dabei, einzelne Schritte, Bedingungen und Unterschiede zu bemerken.

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten. Überspringe, was nicht passt oder zu persönlich ist.

Eine konkrete Situation verstehen

Hier kannst du eine tatsächliche Begebenheit genauer ansehen und Beobachtungen von möglichen Erklärungen unterscheiden.

Mein Situationsblatt

Das einheitliche Blatt bündelt dein Anliegen, den Ablauf, vorhandene Unterstützung, Aufwand, Auswirkungen und gewünschte Veränderungen.

Du kannst Stichpunkte verwenden, dir beim Formulieren helfen lassen oder deine Angaben auf einem anderen für dich passenden Weg festhalten.

Für andere beschreiben

Formulierungshilfen unterstützen dich dabei, deine Erfahrungen für ein Gespräch, eine Beratung oder ein behördliches Anliegen zusammenzufassen.

Die erfundenen Beispiele zeigen mögliche Beschreibungen. Sie sind kein Maßstab dafür, wie deine Situation aussehen oder wie ausführlich du schreiben sollst.

Nach einer Veränderung zurückschauen

Wenn sich Bedingungen verändern, kannst du prüfen: Wird mein Anliegen dadurch zugänglicher? Was bleibt schwierig? Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?

Zusammenhänge sichtbar machen

Im übergreifenden Zusammenfassungsblatt kannst du mehrere Situationen verbinden: Was wiederholt sich? Welche Anforderungen treffen zusammen? Welche Veränderungen sind dir besonders wichtig?

Du brauchst dafür nicht alle Module bearbeitet zu haben.

Welches Modul passt?

Wähle nach deiner Alltagssituation. Du musst keine fachliche Zuordnung treffen.

  1. Mahlzeiten und Trinken im Alltag ermöglichen
  2. Termine vereinbaren, vorbereiten und wahrnehmen
  3. Post, Formulare und Behördenangelegenheiten bearbeiten
  4. Den Haushalt nutzbar halten
  5. Kontakte und Beziehungen gestalten
  6. Lernen und Arbeiten unter passenden Bedingungen
  7. Freizeit und gemeinschaftliche Teilhabe ermöglichen
  8. Körperpflege, Kleidung und Toilettennutzung ermöglichen
  9. Gesundheitliche Versorgung im Alltag organisieren
  10. Unterwegs sein und Orte erreichen
  11. Einkaufen und benötigte Dinge beschaffen
  12. Geldangelegenheiten und laufende Verpflichtungen handhaben
  13. Den Alltag organisieren und Übergänge gestalten
  14. Für andere sorgen und eigene Unterstützung ermöglichen
  15. Wohnen und Veränderungen der Wohnsituation
  16. Kommunikation nach eigenen Möglichkeiten
  17. Schlaf, Ruhe und Erholungsmöglichkeiten

Eine Situation kann zu mehreren Modulen passen. Du musst sie deshalb nicht mehrfach ausfüllen. Du kannst ein Blatt verwenden und auf andere Bereiche verweisen.

Fehlt deine Situation, kannst du das Situationsblatt trotzdem nutzen oder eigene Fragen ergänzen.

Worauf du beim Entdecken achten kannst

Dass etwas gelingt, erzählt noch nicht den ganzen Ablauf

Es kann einen Unterschied machen, ob du etwas:

  • unter passenden Bedingungen selbst erledigst;
  • gemeinsam mit einer anderen Person erledigst;
  • mit umfangreicher Vorbereitung schaffst;
  • mit hohem Aufwand durchführst;
  • einmal schaffst, aber nicht verlässlich wiederholen kannst;
  • dadurch ermöglichst, dass etwas anderes ausfällt.

Diese Unterschiede dürfen sichtbar werden. Unterstützung gehört zur Beschreibung dessen, was tatsächlich gelingt.

Einzelne Tätigkeiten müssen auch zusammen in den Alltag passen

Vielleicht kannst du einkaufen, kochen und einen Termin wahrnehmen – jeweils einzeln. Ob alle drei Tätigkeiten an einem Tag möglich sind, ist eine weitere Frage.

Du kannst deshalb festhalten:

„Die einzelnen Aufgaben gelingen unter bestimmten Bedingungen. Ihre Verbindung im Tagesablauf gelingt bisher nicht verlässlich.“

Das beschreibt eine Erfahrung, ohne daraus eine unveränderliche Eigenschaft deiner Person zu machen.

Freie Zeit ist nicht automatisch verfügbare Zeit

Ein leerer Kalendereintrag zeigt nicht, wofür diese Zeit gebraucht wird.

Vielleicht liegen darin Vorbereitung, Versorgung, Nachwirkungen oder ein Erholungsversuch. Vielleicht besteht ein Bedarf an Entlastung, ohne dass eine tatsächliche Möglichkeit dafür vorhanden ist.

Im Barriereregister unterscheiden wir deshalb fünf Begriffe:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten, keine zusätzlichen ICF-Kategorien.

Du kannst beispielsweise schreiben:

„Ich brauchte Entlastung, hatte aber keine Gelegenheit dazu.“
„Ich zog mich zurück und versuchte, mich zu erholen. Eine Verbesserung konnte ich anschließend nicht feststellen.“
„Danach war ich weniger angespannt, aber weiterhin müde.“

Schlafmöglichkeit, wahrgenommener Schlaf und wahrgenommene Erholung werden ebenfalls getrennt betrachtet: Zeit im Bett sagt noch nicht, wie viel jemand geschlafen hat oder wie sich die Person danach fühlt.

Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Beobachtung und Erklärung dürfen getrennt bleiben

Was du festhältstBeispiel
Beobachtung„Nach dem Gespräch habe ich meine Fragen schriftlich geschickt.“
Äußere Bedingung„Während des Gesprächs wechselten die Themen schnell.“
Vermuteter Zusammenhang„Vielleicht brauchte ich mehr Zeit zum Verarbeiten.“
Gewünschte Veränderung„Ich möchte Fragen vorher erhalten und später ergänzen können.“

Du musst eine Vermutung nicht zur Gewissheit machen, damit deine Beobachtung ernst genommen werden kann.

Was du nicht leisten musst

Du musst nicht:

  • alle Module bearbeiten;
  • Schwierigkeiten erst hervorrufen oder erneut durchstehen;
  • Unterstützung weglassen, um ihren Bedarf zu zeigen;
  • jede Zeitangabe messen;
  • für jede Beobachtung eine Ursache finden;
  • intime Einzelheiten offenlegen;
  • an jedem Tag dieselben Möglichkeiten haben;
  • bereits wissen, welche Lösung passt.

Mögliche Antworten sind auch:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

Wenn eine Frage belastend oder zu umfangreich wird, kannst du sie auslassen, später ansehen oder mit einer Person deiner Wahl bearbeiten.

Gemeinsam ausfüllen

Eine andere Person kann Fragen vorlesen, beim Erinnern helfen, schreiben oder Formulierungen anbieten. Entscheidend ist, dass deine Perspektive erkennbar bleibt.

Du kannst vereinbaren:

  • welche Unterstützung du möchtest;
  • was du selbst sagen oder entscheiden möchtest;
  • welche Angaben aufgenommen werden;
  • wie du den fertigen Text prüfen oder korrigieren kannst.

Wenn andere eigene Beobachtungen ergänzen, sollten diese getrennt von deinen Angaben stehen. Unterschiede dürfen bestehen bleiben.

Zum Beispiel:

„Ich selbst erinnere mich an …“
„Die unterstützende Person hat zusätzlich beobachtet …“

Unterstützung beim Formulieren bedeutet nicht automatisch Zustimmung zu jeder vorgeschlagenen Formulierung.

Deine Angaben gehören dir

Du entscheidest, was du festhältst und mit wem du es teilst. Du kannst für dich ausführlicher schreiben und für ein Gespräch ausgewählte Angaben zusammenfassen.

Namen, private Nachrichten oder intime Details sind für eine verständliche Beschreibung häufig nicht erforderlich. Oft reicht es, Tätigkeit, Ablauf, Bedingungen und Auswirkungen zu benennen.

Bevor du etwas weitergibst, kannst du prüfen:

  • Ist das mein Anliegen?
  • Gibt der Text meine Erfahrung angemessen wieder?
  • Ist erkennbar, was beobachtet, geschätzt oder vermutet ist?
  • Möchte ich diese Angaben für diesen Zweck teilen?
  • Sind Aussagen anderer als solche gekennzeichnet?

Für Gespräche, Beratung und Behörden

Das Barriereregister kann helfen, aus einem allgemeinen Satz wie „Das ist für mich schwierig“ eine konkretere Beschreibung zu entwickeln:

„Ich möchte … ermöglichen. Derzeit geschieht … Die Schwierigkeit tritt ungefähr … auf. Unter folgenden Bedingungen gelingt es leichter: … Bereits beteiligt ist folgende Unterstützung: … Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen sind … Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …“

Auch Fähigkeiten, funktionierende Bedingungen und eigene Entscheidungen gehören dazu.

Die Arbeitshilfe ist kein amtliches Begutachtungsinstrument. Sie berechnet keinen GdB oder Pflegegrad und stellt keinen Leistungsanspruch fest. Welche Angaben und Unterlagen ein bestimmtes Verfahren verlangt, muss gesondert geklärt werden.

Wie das Barriereregister die ICF nutzt

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit – ICF bietet einen fachlichen Rahmen, um Funktionsfähigkeit und Behinderung im Lebenskontext zu beschreiben.

Das Barriereregister orientiert sich daran, Alltagstätigkeiten, Teilhabe und Umweltbedingungen gemeinsam zu betrachten. Es ist eine alltagsnahe, ICF-orientierte Auswahl, keine vollständige Abbildung der Klassifikation.

Die 17 Module entsprechen nicht jeweils einem einzelnen ICF-Kapitel. Eine Situation kann mehrere Bereiche berühren. Du musst keine ICF-Codes zuordnen.

Für die fachlichen Bezüge wird die deutschsprachige ICF-Fassung von 2005 verwendet. Die einzelnen Module nennen ihre jeweiligen Bezüge und Quellen.

Tatsächlicher Alltag und Leistungsfähigkeit

Die ICF unterscheidet unter anderem:

  • Leistung / Performance: Was ein Mensch in seiner gegenwärtigen, tatsächlichen Umwelt tut.
  • Leistungsfähigkeit / Capacity: Die Fähigkeit zur Durchführung einer Aufgabe unter einheitlichen beziehungsweise standardisierten Umweltbedingungen.

Das Barriereregister beschreibt vor allem deinen tatsächlichen Alltag und dessen Bedingungen. Es misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert. Ein gelungenes Ergebnis ist deshalb keine solche Messung. „Leistungsfähigkeit“ wird hier auch nicht als anderes Wort für Energie oder Tagesform verwendet.

Was stammt woher?

  • Aus der Klassifikation: die jeweils benannten ICF-Kategorien und der fachliche Bezugsrahmen.
  • Von Neurofacetten: Auswahl und Aufbau der Module, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblätter und Formulierungshilfen.
  • Von dir: deine Wahrnehmungen, Beobachtungen, Wünsche und Einschätzungen.
  • Von anderen Personen: gegebenenfalls ergänzende, gesondert gekennzeichnete Beobachtungen.

Die Arbeitshilfe ist kein validiertes Testverfahren. Die Fragen sind Suchangebote: Sie behaupten nicht, dass eine Erfahrung bei dir vorliegt oder für neurodivergente Menschen allgemein gilt.

Ein möglicher erster Schritt

Du musst noch nicht wissen: „Das ist meine Barriere.“

Es reicht:

„Diese Situation ist mir wichtig. So geschieht sie bisher. Hier möchte ich genauer hinsehen.“

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

Redaktionelle Endfassung · 19. Oktober 2026

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