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Den Alltag organisieren und Übergänge gestalten

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 13 von 17

Den Alltag organisieren und Übergänge gestalten

Ein erledigter Tag sagt noch nicht, wie sein Ablauf möglich wurde. Vielleicht waren viele Erinnerungen, Vorbereitung oder Unterstützung nötig. Vielleicht gelang eine Aufgabe, während andere notwendige Dinge warten mussten.

Auch ein freier Zeitraum bedeutet nicht automatisch, dass darin eine weitere Tätigkeit möglich ist. Zwischen zwei Aufgaben können Vorbereitung, Orientierung, ein Ortswechsel oder ein Erholungsversuch liegen.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, einzelne Abläufe und Übergänge genauer anzusehen. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit notwendige und selbst gewählte Tätigkeiten in meinem Alltag zusammenpassen und Wechsel zwischen ihnen möglich werden?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Es geht nicht darum, möglichst viel zu erledigen oder jeden Zeitraum zu verplanen.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • erkennen, was als Nächstes ansteht;
  • mit einer Tätigkeit beginnen;
  • mehrere Aufgaben überblicken;
  • eine Tätigkeit unterbrechen oder beenden;
  • von einem Vorhaben zum nächsten wechseln;
  • mit einer Änderung umgehen;
  • notwendige Versorgung im Tagesablauf ermöglichen;
  • Unterstützung passend abstimmen;
  • Zeit für eigene Interessen und Entlastung erhalten.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? An welchem Schritt oder Wechsel wird es schwierig? Was bleibt offen? Welche Unterstützung hilft dabei?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel verständliche Absprachen, erkennbare nächste Schritte, passende Zeiträume, weniger gleichzeitige Anforderungen oder verlässliche Unterstützung.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Vielleicht möchtest du einen bestimmten Übergang erleichtern, etwa den Aufbruch zu einem Termin. Vielleicht geht es um mehrere Aufgaben oder darum, notwendige Versorgung nicht immer wieder zu verschieben.

  • Welcher Ablauf ist dir wichtig?
  • Was soll dadurch möglich werden?
  • Was gelingt bereits?
  • Welche Teile möchtest du selbst gestalten?
  • Wobei möchtest du Unterstützung?
  • Was soll unverplant bleiben dürfen?

Ein passender Alltag muss nicht jeden Tag gleich aussehen. Eine feste Routine kann hilfreich sein, muss aber nicht dein Ziel sein.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Erkennen, was ansteht
  • Wie erfährst du, welche Aufgaben oder Vorhaben anstehen?
  • Sind die Informationen auffindbar und verständlich?
  • Kannst du erkennen, was bereits erledigt ist?
  • Was geschieht, wenn Anforderungen über mehrere Kanäle kommen?
  • Helfen vorhandene Absprachen, Hinweise oder Unterstützung?
  • Was bleibt trotz einer Übersicht unklar?

Was brauche ich, um einen nächsten Schritt zu erkennen?

Eigene Bedürfnisse und notwendige Aufgaben berücksichtigen
  • Welche Tätigkeiten sind für deine Versorgung wichtig?
  • Welche eigenen Wünsche sollen ebenfalls Platz haben?
  • Woran bemerkst du, dass du etwas brauchst?
  • Was wird im Alltag wiederholt verschoben?
  • Stehen Erwartungen anderer regelmäßig im Vordergrund?
  • Was möchtest du bei der Planung stärker berücksichtigen?

Was soll in meinem Alltag verlässlich möglich sein?

Auswählen und eine Reihenfolge finden
  • Ist klar, welche Aufgaben notwendig sind und welche warten können?
  • Was geschieht, wenn mehrere Dinge gleichzeitig wichtig erscheinen?
  • Gibt es widersprüchliche Erwartungen oder Fristen?
  • Kannst du eine Auswahl treffen, ohne alle offenen Aufgaben zuerst lösen zu müssen?
  • Hilft eine gemeinsame Klärung?
  • Wer entscheidet über zusätzliche Anforderungen?

Was erleichtert mir die Entscheidung, womit ich beginne?

Mit einer Tätigkeit beginnen
  • Ist der erste Schritt erkennbar?
  • Sind benötigte Gegenstände und Informationen verfügbar?
  • Was muss vorher noch geschehen?
  • Was geschieht zwischen dem Entschluss und dem tatsächlichen Beginn?
  • Hilft es, wenn jemand mit dir anfängt oder einen Vorbereitungsschritt übernimmt?
  • Wann gelingt der Anfang leichter?

Hier gelingt der Anfang – oder hier bleibe ich hängen:

Schritte verbinden und den Stand behalten
  • Kannst du erkennen, welcher Schritt gerade ansteht?
  • Was geschieht, wenn eine Aufgabe mehrere Teile umfasst?
  • Bleibt ein bestimmter Teil wiederholt offen?
  • Weißt du nach einer Unterbrechung noch, wo du warst?
  • Sind Informationen zum bisherigen Stand für dich nutzbar?
  • Welche Unterstützung hilft beim Fortsetzen?

An welchem Schritt oder Übergang wird der Ablauf schwierig?

Eine Tätigkeit beenden
  • Ist erkennbar, wann die Aufgabe ausreichend erledigt ist?
  • Was geschieht, wenn noch etwas offenbleibt?
  • Kannst du einen Abschluss finden, wenn eine andere Tätigkeit ansteht?
  • Gehören Aufräumen, Speichern oder eine Rückmeldung noch dazu?
  • Bleibt nach dem sichtbaren Ergebnis weitere Arbeit?
  • Was erleichtert den Abschluss?

Was gehört für mich zum Beenden dazu?

Von einer Tätigkeit zur nächsten wechseln
  • Was muss zwischen den Tätigkeiten geschehen?
  • Brauchst du Zeit, um dich neu zu orientieren?
  • Müssen Materialien, Kleidung oder Räume gewechselt werden?
  • Kannst du den nächsten Schritt beginnen, während das vorherige Anliegen noch offen ist?
  • Wie wirken Hinweise oder Erinnerungen auf den Wechsel?
  • Welche Übergänge gelingen unter anderen Bedingungen leichter?

Was brauche ich zwischen zwei Tätigkeiten?

Aufbrechen, ankommen und wieder einsteigen
  • Was gehört zum Verlassen der Wohnung oder eines anderen Ortes?
  • Kannst du benötigte Dinge rechtzeitig bereitstellen?
  • Wie gelingt der Wechsel vom Ankommen zur eigentlichen Tätigkeit?
  • Was brauchst du nach der Rückkehr?
  • Kannst du anschließend an etwas Angefangenes anknüpfen?
  • Was bleibt bei diesen Wechseln wiederholt offen?

Welcher Ortswechsel enthält für mich zusätzliche Schritte?

Für Wege kannst du zusätzlich das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.

Zeiträume einschätzen und berücksichtigen
  • Weißt du ungefähr, welche Schritte Zeit benötigen?
  • Sind Vorbereitung, Wege und Nachbereitung mitgedacht?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Tagen?
  • Was geschieht, wenn etwas länger dauert als erwartet?
  • Bleiben Zwischenzeiten tatsächlich verfügbar?
  • Kannst du mitteilen, wenn ein Zeitrahmen nicht passt?

Welche Zeit wird benötigt, auch wenn sie im Kalender bisher nicht sichtbar ist?

Du musst Zeiten nicht messen. Beschreibungen wie „danach brauche ich zunächst eine Unterbrechung“ können reichen.

Unterbrechungen und gleichzeitige Anforderungen
  • Wodurch wirst du während einer Tätigkeit unterbrochen?
  • Musst du für andere Aufgaben erreichbar bleiben?
  • Ist klar, welche Anfrage Vorrang hat?
  • Was geschieht nach einer Unterbrechung?
  • Kannst du eine Anfrage später bearbeiten?
  • Welche Absprachen würden den Ablauf zugänglicher machen?

Welche Anforderungen treffen gleichzeitig aufeinander?

Änderungen und Unvorhergesehenes
  • Wie erfährst du, dass sich etwas ändert?
  • Ist verständlich, was nun anders ist?
  • Welche bereits vorbereiteten Schritte müssen angepasst werden?
  • Kannst du Zeit für eine neue Orientierung bekommen?
  • Welche Unterstützung ist dann erreichbar?
  • Was bleibt schwierig, auch wenn du die Änderung verstanden hast?

Was brauche ich, wenn der bisherige Ablauf nicht mehr passt?

Erinnerungen, Übersichten und Hilfsmittel
  • Welche Hilfen nutzt du bereits?
  • Sind sie im entscheidenden Moment erreichbar und verständlich?
  • Was geschieht, wenn mehrere Erinnerungen gleichzeitig kommen?
  • Ist es aufwendig, die Übersicht aktuell zu halten?
  • Passen die Hinweise zu deinen tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten?
  • Was hilft nicht oder schafft zusätzliche Anforderungen?

Welche Hilfe erleichtert den Ablauf tatsächlich?

Eine Erinnerung löst nicht automatisch die Schwierigkeit beim nächsten Schritt.

Absprachen und Aufgabenverteilung
  • Ist klar, wer was übernimmt?
  • Werden Planung und Organisation ebenso berücksichtigt wie die Durchführung?
  • Kannst du eigene Möglichkeiten und Grenzen mitteilen?
  • Sind Absprachen für dich wieder auffindbar?
  • Was geschieht, wenn Unterstützung ausfällt?
  • Kann die Aufgabenverteilung gemeinsam verändert werden?

Welche Vereinbarung fehlt oder passt noch nicht?

Ruhe, Rückzug und eigene Zeit ermöglichen
  • Gibt es Zeiten mit tatsächlich weniger Anforderungen?
  • Musst du diese zunächst organisieren oder rechtfertigen?
  • Bleibst du währenddessen zuständig oder erreichbar?
  • Werden freie Zeiträume automatisch mit weiteren Aufgaben gefüllt?
  • Bleibt Raum für etwas selbst Gewähltes?
  • Was brauchst du, damit eine Unterbrechung tatsächlich nutzbar wird?

Welche Zeit möchte ich schützen oder anders gestalten?

Abläufe über mehrere Tage
  • Was gelingt an einem Tag, aber nicht verlässlich wiederholt?
  • Welche Aufgaben werden weitergeschoben?
  • Entstehen dadurch zusätzliche Anforderungen?
  • Welche Auswirkungen bemerkst du erst später?
  • Was gelingt einzeln, lässt sich aber nicht dauerhaft verbinden?
  • Wann verläuft der Alltag anders?

Welches Muster möchte ich über mehrere Tage hinweg beschreiben?

Unterstützung und eigene Entscheidungen
  • Welche Hilfe möchtest du beim Überblicken, Beginnen oder Wechseln?
  • Was möchtest du selbst entscheiden?
  • Was soll gemeinsam geklärt oder übernommen werden?
  • Kannst du mit der Hilfe rechnen?
  • Kannst du Rückmeldung geben, wenn Hinweise oder Abläufe nicht passen?
  • Bleibt Raum, Pläne nach deinen Bedürfnissen zu verändern?

Welche Unterstützung macht meinen Alltag zugänglicher und wahrt meine Entscheidungen?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich verliere bei mehreren Aufgaben den nächsten Schritt aus dem Blick.“„Zusätzliche Aufträge kommen über verschiedene Kanäle; Prioritäten bleiben ungeklärt.“„Eine gemeinsame Klärung könnte helfen. Ob weitere Bedingungen wichtig sind, weiß ich noch nicht.“
„Der Wechsel zur nächsten Tätigkeit gelingt nicht im vorgesehenen Zeitraum.“„Vorbereitung und Ortswechsel wurden bei der Planung nicht berücksichtigt.“„Für diese Schritte brauche ich nach meiner bisherigen Beobachtung zusätzliche Zeit.“
„Eine geplante Ruhezeit ist nicht nutzbar.“„Ich bleibe für Rückfragen und Betreuung zuständig.“„Bei einer tatsächlichen Aufgabenübernahme konnte ich mich bereits zurückziehen.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Eine offene Aufgabe ist nicht automatisch eine Planungs- oder Organisationsschwierigkeit. Vielleicht fehlen Zeit, Mittel, Unterstützung oder eine zugängliche Möglichkeit zur Durchführung.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle einen tatsächlichen Ablauf oder Übergang. Du musst nicht den ganzen Tag beschreiben.

  • Was wolltest oder musstest du ermöglichen?
  • Was geschah unmittelbar davor?
  • Welche Schritte standen an?
  • Was geschah tatsächlich?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren vorhanden?
  • Was gelang, was blieb offen?
  • Welche Folgen hatte das für den weiteren Ablauf?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Der Ablauf gelang unter passenden Bedingungen.
  • Einzelne Schritte gelangen.
  • Der Übergang wurde mit Unterstützung möglich.
  • Die erste Tätigkeit gelang; der Wechsel zur nächsten blieb offen.
  • Zusätzliche Anforderungen veränderten den Ablauf.
  • Eine benötigte Unterstützung oder Information fehlte.
  • Ich änderte den Plan bewusst.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Eine Planänderung ist nicht automatisch ein Misslingen. Du kannst festhalten, ob sie deinen Bedürfnissen entsprach oder ob dir eine passende Alternative fehlte.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

„Hilfe bei der Alltagsorganisation“ kann unterschiedliche Aufgaben umfassen.

BereichMöglicher Beitrag der Unterstützung
ÜberblickAnstehende Aufgaben und eigene Anliegen gemeinsam sichtbar machen.
AuswahlPrioritäten und widersprüchliche Anforderungen klären.
VorbereitungInformationen oder Gegenstände bereitstellen.
BeginnEinen vereinbarten ersten Schritt gemeinsam angehen.
ÜbergangZeit, Orientierung oder praktische Hilfe zwischen Tätigkeiten ermöglichen.
ÄnderungenEinen veränderten Ablauf gemeinsam klären.
EntlastungAufgaben tatsächlich übernehmen statt nur an sie zu erinnern.
VerlässlichkeitZuständigkeiten, Verfügbarkeit und mögliche Vertretung klären.

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
  • Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Ein Plan oder Hinweis ist nur dann eine passende Unterstützung, wenn er im tatsächlichen Alltag nutzbar ist. Du musst dich nicht an ein Hilfsmittel anpassen, das zusätzliche Schwierigkeiten schafft.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Zum sichtbaren Tagesablauf können viele vorbereitende und verbindende Schritte gehören.

Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:

  • Informationen sammeln und Aufgaben ordnen;
  • Entscheidungen und Absprachen;
  • Vorbereiten und Bereitstellen;
  • erneute Orientierung nach Unterbrechungen;
  • Übergänge und Ortswechsel;
  • Organisation von Unterstützung;
  • Nachbereitung;
  • Auswirkungen auf Versorgung, Beziehungen, Lernen, Arbeit oder Freizeit.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.

Brauchte ich Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Ein Übergangszeitraum ist nicht automatisch eine Ruhezeit. Ein leerer Kalendereintrag bedeutet nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Es geht um Überblick, Auswahl, Beginn, Fortsetzen, Beenden, einen Übergang oder folgende einzelne Schritte:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • Aufgaben und Prioritäten verständlich klären;
  • Informationen an einem für dich nutzbaren Ort erhalten;
  • Unterstützung beim ersten Schritt nutzen;
  • Vorbereitung und Übergänge zeitlich berücksichtigen;
  • gleichzeitige Anforderungen verringern;
  • Änderungen rechtzeitig und verständlich mitteilen;
  • Aufgaben tatsächlich abgeben können;
  • passende Ruhezeiten und selbst gewählte Zeiträume schützen;
  • eine verlässliche Aufgabenverteilung vereinbaren.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Ein einzelner Ablauf kann bereits zeigen, an welcher Stelle Unterstützung oder andere Bedingungen benötigt werden. Eine vollständige Tagesdokumentation ist dafür nicht erforderlich.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Zusammenwirken von Anforderungen:
Einzeln gelingt …
Wenn … hinzukommt oder darauf folgt, geschieht …

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte nach einem Termin nach Hause kommen, etwas essen und anschließend entscheiden können, ob noch eine weitere Aufgabe möglich ist.“

Beobachtung

„Nach zwei Terminen in der vergangenen Woche begann ich zu Hause unmittelbar mit eingegangenen Nachrichten. Die mitgebrachten Unterlagen blieben auf dem Tisch. Später wusste ich nicht mehr, welche Vorbereitung für das Essen bereits erledigt war. An einem weiteren Tag hatte eine Person aus meinem Haushalt Essen bereitgestellt. An diesem Tag konnte ich nach der Rückkehr essen, ohne vorher weitere Schritte zu organisieren.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Für die Rückkehr war bisher kein gemeinsamer Ablauf vereinbart. Nachrichten kamen über mehrere Kanäle. Ob vor allem diese zusätzlichen Anforderungen oder andere Bedingungen den Übergang erschwerten, weiß ich noch nicht.“

Unterstützung und eigener Anteil

„Den Termin und den Weg organisierte ich selbst. Das bereitgestellte Essen erleichterte mir den Übergang an einem Tag. Diese Unterstützung ist bisher nicht regelmäßig vereinbart. Was ich danach noch tun möchte, entscheide ich selbst.“

Aufwand und Erholung

„An den ersten beiden Tagen verschob ich das Essen und später eine Haushaltsaufgabe. Am dritten Tag brauchte ich nach dem Essen weniger weitere Anforderungen. Ich nutzte eine Zeit ohne neue Aufgaben für einen Erholungsversuch. Danach fühlte ich mich ruhiger. Ob noch eine weitere Aufgabe möglich war, entschied ich erst anschließend.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte klären, welche Vorbereitung die Rückkehr erleichtert und wie Anfragen in dieser Zeit warten können. Mir ist wichtig, dass die Zwischenzeit nicht automatisch für weitere Aufgaben eingeplant wird.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Einzelne Termine gelingen. Der anschließende Übergang zur Versorgung zu Hause gelingt bisher nicht verlässlich, wenn weitere Anforderungen hinzukommen. Eine vorbereitete Mahlzeit erleichterte den Ablauf in einer Situation. Ich möchte passende Vorbereitung und Absprachen für die Zeit nach der Rückkehr klären.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Kann ich den nächsten Schritt leichter erkennen?
  • Sind Aufgaben und Erwartungen verständlicher?
  • Gelingt der Beginn, Abschluss oder Übergang leichter oder auf andere Weise?
  • Werden Vorbereitung und Nachbereitung berücksichtigt?
  • Treffen weniger Anforderungen gleichzeitig aufeinander?
  • Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
  • Bleiben notwendige Versorgung und eigene Wünsche im Blick?
  • Gibt es tatsächliche Zeiträume mit weniger Anforderungen?
  • Kann ich Pläne nach meinen Bedürfnissen verändern?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob dein Alltag für notwendige und selbst gewählte Tätigkeiten zugänglicher wird. Mehr Aufgaben, engere Zeitpläne oder weniger Unterstützung sind kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul orientiert sich insbesondere an Kapitel d2 „Allgemeine Aufgaben und Anforderungen“. „Übergänge gestalten“ ist dabei eine alltagsnahe Themenbezeichnung von Neurofacetten und keine einzelne ICF-Kategorie.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d210: Eine Einzelaufgabe übernehmenKann das Vorbereiten, Beginnen, Durchführen und Abschließen einer Aufgabe betreffen.
d220: Mehrfachaufgaben übernehmenKann das gemeinsame oder aufeinanderfolgende Bearbeiten mehrerer Aufgaben betreffen.
d230: Die tägliche Routine durchführenKann das Planen und Durchführen alltäglicher Abläufe sowie den Umgang mit verfügbaren zeitlichen und persönlichen Ressourcen betreffen.
Kapitel d1: Lernen und WissensanwendungKann beispielsweise beim Lösen eines Problems oder Treffen einer Entscheidung berührt sein.
Kapitel d3: KommunikationBeispielsweise Anforderungen verstehen, Absprachen treffen und Unterstützungsbedarf mitteilen.
UmweltfaktorenBeispielsweise Informationswege, organisatorische Vorgaben, Hilfsmittel, Unterstützung und Erwartungen anderer.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

Die Fragen beschreiben Abläufe. Sie stellen keine Diagnose und erlauben keine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten kognitiven oder anderen Körperfunktion. Eine offene Aufgabe kann ebenso mit fehlenden Mitteln, unzugänglichen Bedingungen oder nicht verfügbarer Unterstützung zusammenhängen.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert. „Leistungsfähigkeit“ wird dabei nicht als anderes Wort für Energie oder Tagesform verwendet.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keine bestimmte Routine oder Organisationsmethode als Ziel vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

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