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Einkaufen und benötigte Dinge beschaffen

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 11 von 17

Einkaufen und benötigte Dinge beschaffen

Dass benötigte Dinge zu Hause angekommen sind, zeigt noch nicht, wie ihre Beschaffung möglich wurde. Vielleicht hat jemand geplant, bestellt oder getragen. Vielleicht gelang der Einkauf, während für das Verstauen oder die anschließende Versorgung kaum noch etwas möglich war.

Auch ein gefüllter Warenkorb oder eine abgeschlossene Bestellung bedeutet nicht automatisch, dass die passenden Dinge tatsächlich verfügbar und nutzbar sind.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, einzelne Schritte und ihre Bedingungen zu entdecken. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit ich benötigte Dinge auswählen, beschaffen und anschließend nutzen kann?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Einkaufen vor Ort, Bestellen, Abholen oder die Beschaffung durch eine andere Person sind mögliche Wege. Entscheidend ist, welcher Weg für dich passt.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • bemerken, was fehlt;
  • Lebensmittel, Kleidung oder Haushaltsartikel beschaffen;
  • eine passende Auswahl treffen;
  • Preise und wichtige Eigenschaften verstehen;
  • ein Geschäft oder eine Bestellmöglichkeit nutzen;
  • bezahlen;
  • Dinge nach Hause bringen oder entgegennehmen;
  • sie verstauen und verfügbar haben;
  • Unterstützung nutzen und selbst mitentscheiden.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? Welcher Schritt wird schwierig? Welche Unterstützung ist beteiligt? Was bleibt nach dem Einkauf oder der Bestellung noch offen?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel verständliche Informationen, ein nutzbarer Einkaufsweg, passende Produkte, erreichbare Regale, eine zugängliche Bezahlmöglichkeit oder verlässliche Unterstützung.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Vielleicht geht es um einen einzelnen Gegenstand. Vielleicht möchtest du die regelmäßige Versorgung ermöglichen oder einen bisherigen Beschaffungsweg verändern.

  • Was möchtest oder musst du beschaffen?
  • Wofür brauchst du es?
  • Was gelingt bereits?
  • Welchen Weg möchtest du nutzen?
  • Was möchtest du selbst auswählen oder erledigen?
  • Welche Unterstützung passt zu deinen Wünschen?

Es geht nicht darum, möglichst viele Schritte allein zu bewältigen. Auch eine verlässliche Aufgabenverteilung kann dein Ziel sein.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Bemerken, was fehlt
  • Woran erkennst du, dass etwas benötigt wird?
  • Hast du einen Überblick über vorhandene Dinge?
  • Bemerkst du fehlende Vorräte rechtzeitig oder erst, wenn du sie nutzen möchtest?
  • Kannst du einen Bedarf festhalten und später wiederfinden?
  • Helfen vorhandene Abläufe, Hinweise oder Unterstützung?
  • Ist noch unklar, was genau beschafft werden soll?

Wie wird aus einem bemerkten Bedarf ein nächster Schritt?

Planen und eine Auswahl vorbereiten
  • Weißt du, welche Dinge du brauchst?
  • Kannst du unterscheiden, was jetzt wichtig ist und was warten kann?
  • Wie gelingt das Erstellen oder Nutzen einer Liste?
  • Was geschieht, wenn mehrere Personen unterschiedliche Dinge benötigen?
  • Kannst du Mengen und Transport berücksichtigen?
  • Hilft es, die Auswahl gemeinsam vorzubereiten?

Was brauche ich, um die Beschaffung vorzubereiten?

Einen passenden Beschaffungsweg finden
  • Welche Möglichkeiten stehen tatsächlich zur Verfügung?
  • Sind Geschäft, Abholstelle oder Lieferangebot für dich nutzbar?
  • Welche Rolle spielen Öffnungszeiten, Wege und Lieferzeiten?
  • Kannst du den gewählten Weg mit deinem übrigen Alltag verbinden?
  • Gibt es eine passende Alternative, wenn etwas ausfällt?
  • Welche Informationen fehlen dir?

Welcher Weg passt zu meinem Anliegen und meinen Möglichkeiten?

Kosten und Preise überblicken
  • Sind Preise und zusätzliche Kosten verständlich?
  • Kannst du einschätzen, was mit den verfügbaren Mitteln möglich ist?
  • Welche Rolle spielen Lieferkosten, Mindestbestellwerte oder benötigte Begleitung?
  • Ist ein passendes Produkt für dich bezahlbar?
  • Kannst du Unterschiede zwischen Angeboten nachvollziehen?
  • Brauchst du Unterstützung beim Vergleichen oder Klären?

Welche finanziellen Bedingungen sind für die Beschaffung wichtig?

Für einen umfassenderen Blick kannst du das Modul „Geldangelegenheiten und laufende Verpflichtungen handhaben“ nutzen. Beträge musst du hier nicht angeben.

Den Ort erreichen
  • Was muss vor dem Aufbruch geschehen?
  • Kannst du den Einkaufsort erreichen und wieder verlassen?
  • Sind benötigte Unterstützung und Transportmöglichkeiten verfügbar?
  • Was musst du auf dem Weg mitnehmen?
  • Wie wirkt sich der Rücktransport auf deine Auswahl aus?
  • Was geschieht bei Verzögerungen oder Änderungen?

Was brauche ich für Hinweg und Rückweg?

Für einzelne Wege kannst du zusätzlich das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.

Sich im Geschäft orientieren
  • Findest du Eingang, benötigte Bereiche und Ausgang?
  • Sind Beschilderung und Informationen nutzbar?
  • Was geschieht, wenn Waren umgestellt wurden?
  • Kannst du nachfragen und eine verständliche Antwort erhalten?
  • Sind Wege, Regale und Bedienbereiche zugänglich?
  • Wie gelingt es, den eigenen nächsten Schritt im Blick zu behalten?

Was ermöglicht mir Orientierung im Geschäft?

Produkte auswählen
  • Sind wichtige Angaben zu Eigenschaften, Größe oder Verwendung verständlich?
  • Kannst du passende Produkte erkennen?
  • Welche Rolle spielen Material, Geruch, Geschmack, Konsistenz oder andere Eigenschaften?
  • Was geschieht bei vielen ähnlichen Möglichkeiten?
  • Kannst du dir ausreichend Zeit nehmen?
  • Was hilft dir bei einer Entscheidung?

Welche Information oder Bedingung brauche ich für meine Auswahl?

Du musst deine Vorlieben oder Anforderungen nicht umfassend begründen.

Mit fehlenden Produkten und Änderungen umgehen
  • Was geschieht, wenn ein benötigtes Produkt nicht vorhanden ist?
  • Kannst du eine passende Alternative auswählen?
  • Ist verständlich, worin sich die Möglichkeiten unterscheiden?
  • Kannst du eine Rückfrage stellen oder die Entscheidung verschieben?
  • Was geschieht bei unerwarteten Ersatzartikeln?
  • Welche Unterstützung wäre hilfreich?

Was brauche ich, wenn der geplante Einkauf nicht wie vorgesehen möglich ist?

Greifen, halten und bewegen
  • Kannst du Waren und Einkaufshilfen erreichen und nutzen?
  • Wie gelingt das Herausnehmen, Halten und Ablegen?
  • Kannst du einen Korb oder Wagen verwenden?
  • Was geschieht bei schweren, großen oder unhandlichen Dingen?
  • Brauchst du deine Hände gleichzeitig für Fortbewegung oder Orientierung?
  • Welche einzelnen Handgriffe benötigen Unterstützung?

Welcher körperliche Schritt wird schwierig?

Umgebung, Warten und Unterbrechungen
  • Welche Rolle spielen Geräusche, Licht, Gerüche, Nähe oder viele Menschen?
  • Kannst du dich in einem passenden Tempo bewegen?
  • Was geschieht bei Warteschlangen oder unbestimmten Wartezeiten?
  • Gibt es eine nutzbare Möglichkeit für eine Unterbrechung?
  • Wie wirken Durchsagen, Ansprachen oder mehrere gleichzeitige Anforderungen?
  • Wann gelingt der Einkauf unter anderen Bedingungen leichter?

Welche Umgebung erleichtert mir den Einkauf?

Bezahlen und den Einkauf abschließen
  • Sind die angebotenen Bezahlmöglichkeiten für dich nutzbar?
  • Kannst du Preise, Anzeigen oder Rückfragen verstehen?
  • Wie gelingt der Umgang mit Geld, Karte oder anderen benötigten Mitteln?
  • Was geschieht, wenn Bezahlen und Einpacken gleichzeitig erwartet werden?
  • Bekommst du ausreichend Zeit?
  • Was passiert, wenn eine Zahlung nicht abgeschlossen werden kann?

Was brauche ich für einen nachvollziehbaren Abschluss?

Vertrauliche Zahlungs- und Zugangsdaten gehören nicht auf dieses Blatt.

Online oder auf anderem Weg bestellen
  • Sind Suchfunktion, Produktangaben und Bestellablauf nutzbar?
  • Kannst du einen Warenkorb prüfen und verändern?
  • Sind Konto, Anmeldung und weitere Zugangsschritte zugänglich?
  • Kannst du unterbrechen und später fortsetzen?
  • Sind Lieferbedingungen, Kosten und Abschluss der Bestellung verständlich?
  • Was geschieht bei technischen Problemen?

Welcher Teil des Bestellablaufs gelingt – und welcher nicht?

Eine Bestellung ist nicht automatisch leichter als ein Einkauf vor Ort. Sie kann andere Anforderungen enthalten.

Abholung und Lieferung
  • Ist der Abhol- oder Lieferzeitraum für dich nutzbar?
  • Kannst du die Ware am vereinbarten Ort übernehmen?
  • Ist klar, wohin geliefert wird und welche Unterstützung dazugehört?
  • Wie gelingt der Transport bis in die Wohnung?
  • Was geschieht bei Verspätung, fehlenden Artikeln oder einer verpassten Übergabe?
  • Kannst du Rückfragen über einen nutzbaren Weg klären?

Was macht die Übergabe für mich tatsächlich zugänglich?

Auspacken, verstauen und verfügbar machen
  • Kannst du die Dinge auspacken und an ihren vorgesehenen Ort bringen?
  • Sind Verpackungen und Aufbewahrungsorte nutzbar?
  • Weißt du später, was vorhanden ist und wo es liegt?
  • Bleibt ein Teil der Nachbereitung wiederholt offen?
  • Ist Unterstützung auch nach dem Einkauf verfügbar?
  • Wann werden die beschafften Dinge für dich tatsächlich nutzbar?

Was muss nach der Beschaffung noch geschehen?

Unpassende oder fehlerhafte Dinge klären
  • Kannst du erkennen und beschreiben, was nicht passt oder fehlt?
  • Ist eine Ansprechstelle auffindbar?
  • Sind Rückfrage, Rückgabe oder Reklamation für dich organisatorisch nutzbar?
  • Kannst du benötigte Belege wiederfinden?
  • Welche zusätzlichen Wege oder Verpackungsschritte entstehen?
  • Brauchst du Unterstützung beim Klären?

Welcher weitere Schritt ist offen?

Die Arbeitshilfe beurteilt keine rechtlichen Ansprüche oder Fristen.

Beschaffung durch andere Personen
  • Was soll eine andere Person übernehmen?
  • Kannst du deine Auswahl und wichtige Eigenschaften mitteilen?
  • Ist vereinbart, wie mit fehlenden Produkten umgegangen wird?
  • Kannst du Rückfragen beantworten oder eine andere Absprache treffen?
  • Werden deine Entscheidungen berücksichtigt?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen?

Welche Aufgabenverteilung passt zu mir?

Wiederholung und der übrige Alltag
  • Was gelingt einmal, aber nicht in der benötigten Häufigkeit?
  • Was geschieht an Tagen mit Terminen, Arbeit oder Betreuung?
  • Was muss warten, damit die Beschaffung möglich wird?
  • Bleiben danach notwendige Schritte wie Zubereiten oder Körperpflege offen?
  • Was passiert, wenn Unterstützung ausfällt?
  • Wann ist die Versorgung verlässlicher möglich?

Wie passen Beschaffung und mein übriger Alltag zusammen?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich kann die benötigte Ware nicht selbst nehmen.“„Sie liegt außerhalb meiner Reichweite.“„An einem anderen Platz konnte ich vergleichbare Dinge selbst nehmen.“
„Ich schließe den Einkauf an der Kasse nicht in meinem Tempo ab.“„Einpacken und Bezahlen werden unmittelbar nacheinander oder gleichzeitig erwartet.“„Bei einem ruhigeren Ablauf gelang es zuletzt leichter. Ob weitere Bedingungen wichtig waren, weiß ich nicht.“
„Die bestellten Dinge sind nach der Lieferung noch nicht für mich verfügbar.“„Die Lieferung endet an einem Ort, von dem ich die Ware nicht selbst in die Wohnung bringen kann.“„Für diesen Abschnitt brauche ich Unterstützung oder eine andere Vereinbarung.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Auch Kosten, fehlende passende Produkte oder nicht verfügbare Unterstützung können eine Rolle spielen.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle einen tatsächlichen Einkauf, eine Bestellung oder einen anderen Beschaffungsvorgang.

  • Was wolltest oder musstest du beschaffen?
  • Was war dafür vorbereitet?
  • Welche Schritte standen an?
  • Was geschah nacheinander?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren beteiligt?
  • Was war anschließend tatsächlich verfügbar?
  • Was blieb offen?
  • Was war danach noch möglich?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Die Beschaffung gelang unter passenden Bedingungen.
  • Einzelne Schritte gelangen.
  • Benötigte Dinge wurden mit Unterstützung verfügbar.
  • Ich kaufte oder bestellte etwas, konnte es anschließend aber noch nicht nutzen.
  • Nicht alle benötigten Dinge waren verfügbar.
  • Ein benötigter Zugang oder eine Unterstützung fehlte.
  • Ich änderte den Beschaffungsweg.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

„Hilfe beim Einkaufen“ kann unterschiedliche Aufgaben umfassen.

BereichMöglicher Beitrag der Unterstützung
ÜberblickVorhandene Dinge und aktuellen Bedarf gemeinsam ansehen.
VorbereitungAuswahl, Liste und Beschaffungsweg auf deinen Wunsch ordnen.
ZugangWege, Anmeldung oder technische Voraussetzungen ermöglichen.
AuswahlInformationen zugänglich machen oder Rückfragen unterstützen.
DurchführungBestimmte Handgriffe, Bezahlen oder Einpacken unterstützen.
TransportWaren übernehmen und an einen nutzbaren Ort bringen.
NachbereitungAuspacken und Verstauen ermöglichen.
VerlässlichkeitUmfang, Zeiten und mögliche Vertretung klären.

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
  • Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Unterstützung bei der Beschaffung bedeutet nicht automatisch, dass jemand über deine Auswahl entscheidet.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Zur Beschaffung gehören möglicherweise mehr Schritte als der sichtbare Einkauf oder die Bestellung.

Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:

  • Bedarf klären und Auswahl vorbereiten;
  • Informationen suchen und vergleichen;
  • Wege, Wartezeiten oder technische Schritte;
  • Auswahl, Bezahlung und Einpacken;
  • Transport, Übergabe und Verstauen;
  • zusätzliche Rückfragen;
  • Organisation von Unterstützung;
  • Auswirkungen auf andere notwendige oder gewünschte Tätigkeiten.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.

Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Eine Lieferwartezeit ist nicht automatisch Ruhezeit. Zeit nach dem Einkauf ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Es geht um Bedarf, Auswahl, Zugang, Einkauf, Bestellung, Bezahlung, Transport, Verstauen oder folgende einzelne Schritte:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • Bedarf und Auswahl gemeinsam vorbereiten;
  • wichtige Produktinformationen in einer nutzbaren Form erhalten;
  • einen zugänglichen Beschaffungsweg finden;
  • Unterstützung bei bestimmten Handgriffen nutzen;
  • mehr Zeit beim Bezahlen und Einpacken erhalten;
  • eine passende Übergabe von Lieferungen vereinbaren;
  • Transport und Verstauen verlässlich ermöglichen;
  • Absprachen für fehlende Produkte oder Ausfälle treffen;
  • selbst über die Auswahl entscheiden können.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Eine allgemeine Beschreibung der benötigten Dinge und des Ablaufs reicht häufig aus. Einkaufsbelege, Kontodaten oder genaue finanzielle Angaben musst du hier nicht aufnehmen.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte benötigte Lebensmittel und Haushaltsartikel verlässlich zu Hause verfügbar haben.“

Beobachtung

„In den letzten vier Wochen konnte ich kleinere Einkäufe selbst auswählen und bezahlen. Wenn mehrere schwere Dinge benötigt wurden, ließ ich einen Teil im Geschäft zurück. Bei einer Bestellung kamen die Waren bis zum Hauseingang. Von dort konnte ich sie nicht allein in die Wohnung bringen.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Der vereinbarte Lieferumfang endete am Hauseingang. Für den weiteren Transport fehlte Unterstützung. Ob eine andere Liefervereinbarung für mich verfügbar und bezahlbar wäre, ist noch nicht geklärt.“

Unterstützung und eigener Anteil

„Ich erstelle meine Liste und entscheide selbst über die Auswahl. Eine Person aus meinem Umfeld half einmal beim Transport. Mit dieser Hilfe kann ich nicht regelmäßig rechnen.“

Aufwand und Erholung

„Nach einem Einkauf mit mehreren Wegen brauchte ich Entlastung und verschob die Zubereitung einer Mahlzeit. Ich hatte zunächst weiterhin Aufgaben zu erledigen; eine Ruhezeit gab es erst später. Ob ich mich in dieser Zeit erholte, konnte ich nicht sicher beurteilen.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte eine verlässliche Möglichkeit für den Transport bis in die Wohnung klären. Dabei möchte ich weiterhin selbst auswählen und prüfen können, welche Dinge ich brauche.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Auswahl und Bezahlung kleinerer Einkäufe gelingen. Bei schwereren oder umfangreicheren Beschaffungen bleibt der Transport ein wiederkehrend schwieriger Schritt. Die bisherige kurzfristige Hilfe ist nicht verlässlich verfügbar. Ich möchte eine passende Lösung für diesen Teil der Versorgung finden.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Sind die benötigten Dinge tatsächlich verfügbar?
  • Kann ich selbst auswählen oder meine Wünsche verständlich mitteilen?
  • Sind Informationen und Beschaffungsweg nutzbar?
  • Gelingen die bisher schwierigen Schritte leichter oder auf andere Weise?
  • Sind Bezahlung und Übergabe zugänglich?
  • Sind Transport und Verstauen berücksichtigt?
  • Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf andere Tätigkeiten?
  • Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob die benötigten Dinge nach deinen Wünschen verlässlich verfügbar werden. Häufiger selbst ins Geschäft zu gehen oder weniger Hilfe zu nutzen, ist kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul orientiert sich vor allem an d620 „Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs beschaffen“. Diese Kategorie umfasst mehr als den Aufenthalt in einem Geschäft.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d620: Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs beschaffenKann Auswahl, Beschaffung, Transport und Lagerung benötigter Dinge betreffen.
d6200: EinkaufenBezieht auch das Anleiten einer mit dem Einkauf beauftragten Person ein.
d6201: Die täglichen Notwendigkeiten unentgeltlich besorgenKann Beschaffung ohne Kauf betreffen.
d860: Elementare wirtschaftliche TransaktionenKann beim Bezahlen und beim Austausch von Waren berührt sein.
Kapitel d2: Allgemeine Aufgaben und AnforderungenBeispielsweise einzelne Schritte beginnen, verbinden und abschließen.
Kapitel d3 und d4: Kommunikation und MobilitätBeispielsweise Rückfragen, digitale Kommunikation, Wege, Greifen und Tragen.
UmweltfaktorenBeispielsweise Verkaufs- und Lieferangebote, räumliche und technische Zugänge, finanzielle Mittel und Unterstützung.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

Aufbewahren und Verstauen können je nach konkreter Tätigkeit auch Bezüge zu Hausarbeiten haben. Die Beschaffung von Wohnraum wird gesondert beschrieben und ist nicht Teil von d620.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keinen Beschaffungsweg als grundsätzlich überlegen vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

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