Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen
Barriereregister · Modul 2 von 17
Termine vereinbaren, vorbereiten und wahrnehmen
Ein eingetragener Termin sagt noch nicht, ob er wahrgenommen werden kann. Und die Anwesenheit vor Ort zeigt nicht, welche Vorbereitung, Unterstützung oder Anstrengung dafür nötig war.
Vielleicht ist bereits die Kontaktaufnahme schwierig. Vielleicht gelingt der Termin, aber wichtige Fragen bleiben offen. Vielleicht wird er nur möglich, weil jemand den Weg organisiert oder anschließend andere Aufgaben übernimmt.
Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, die einzelnen Schritte und ihre Bedingungen zu entdecken. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.
Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit ein Termin zugänglich ist und mein Anliegen dabei berücksichtigt werden kann?
Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen.
Kurz anfangen
Drei Fragen reichen
1. Was möchte ich ermöglichen?
Zum Beispiel:
- einen Termin vereinbaren;
- einen passenden Zeitpunkt finden;
- verstehen, was vorbereitet werden muss;
- den Ort erreichen oder an einem digitalen Termin teilnehmen;
- mein Anliegen mitteilen und Fragen stellen;
- eine Entscheidung mit ausreichend Zeit treffen;
- Ergebnisse verstehen und nächste Schritte klären;
- einen Termin verändern oder absagen.
2. Was geschieht tatsächlich?
Was gelingt bereits? Wo bleibst du hängen? Welche Unterstützung ist beteiligt? Was bleibt vor, während oder nach dem Termin offen?
3. Was hilft oder fehlt?
Zum Beispiel ein nutzbarer Kontaktweg, verständliche Informationen, passende Zeiten, Begleitung, eine erreichbare Umgebung oder die Möglichkeit, Fragen schriftlich nachzureichen.
„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.
Meine Situation in wenigen Sätzen
Ich möchte oder brauche …
Derzeit gelingt …
Schwierig wird es, wenn …
Leichter gelingt es, wenn …
Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …
Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.
Genauer entdecken
Optional genauer entdecken
Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.
Mögliche Antworten sind:
weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten
1. Mein Anliegen
Ein Termin kann ein Gespräch, eine Untersuchung, eine Beratung, eine Besprechung oder eine andere Verabredung sein. Er kann vor Ort, telefonisch oder digital stattfinden.
- Um welchen Termin geht es?
- Was möchtest oder musst du dort ermöglichen?
- Welche Fragen oder Wünsche sind dir wichtig?
- Was gelingt bereits?
- Welche Unterstützung möchtest du nutzen?
- Was möchtest du selbst entscheiden oder erledigen?
Es geht nicht nur darum, anwesend zu sein. Auch Verstehen, Mitentscheiden und das weitere Vorgehen können zu deinem Anliegen gehören.
2. Entdeckungsfragen
Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.
Den nächsten Schritt erkennen
- Woran bemerkst du, dass ein Termin vereinbart werden soll?
- Ist klar, welche Stelle oder Person zuständig ist?
- Weißt du, wie du Kontakt aufnehmen kannst?
- Ist erkennbar, welche Angaben benötigt werden?
- Gibt es mehrere Schritte, deren Reihenfolge unklar bleibt?
- Was geschieht zwischen dem Entschluss und der Kontaktaufnahme?
Was brauche ich, um den nächsten Schritt zu erkennen und anzugehen?
Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren
- Welche Kontaktwege werden angeboten?
- Sind diese für dich nutzbar?
- Was geschieht bei Warteschleifen, Rückrufen oder begrenzten Kontaktzeiten?
- Kannst du dein Anliegen in der angebotenen Form mitteilen?
- Bekommst du eine verständliche Rückmeldung?
- Kannst du nachfragen oder Unterstützung beim Vereinbaren nutzen?
Welcher Kontaktweg ermöglicht mir die Terminvereinbarung?
Einen passenden Zeitpunkt finden
- Welche Zeiten sind für dich tatsächlich möglich?
- Was muss davor und danach berücksichtigt werden?
- Brauchst du Vorbereitungszeit, Unterstützung oder einen bestimmten Transport?
- Lassen sich Termine mit Arbeit, Betreuung und anderen Verpflichtungen verbinden?
- Was geschieht bei kurzfristig angebotenen Terminen?
- Kannst du erklären, welche Zeiten oder Abstände du brauchst?
Was macht einen Zeitpunkt für mich nutzbar?
Ein freier Kalendereintrag bedeutet nicht automatisch, dass dieser Zeitraum verfügbar ist.
Terminangaben festhalten und wiederfinden
- Erhältst du Datum, Uhrzeit, Ort und Kontaktangaben in einer nutzbaren Form?
- Kannst du diese Angaben festhalten und später wiederfinden?
- Ist klar, ob der Termin bestätigt ist?
- Helfen Erinnerungen oder eine andere Person?
- Was geschieht bei mehreren Terminen auf unterschiedlichen Wegen?
- Werden Änderungen so mitgeteilt, dass sie dich erreichen?
Wie bleiben die wichtigen Angaben für mich zugänglich?
Informationen und Unterlagen vorbereiten
- Ist verständlich, was du mitbringen oder vorher erledigen sollst?
- Sind die benötigten Unterlagen vorhanden und auffindbar?
- Kannst du Formulare und Hinweise nutzen?
- Musst du Informationen bei anderen Stellen beschaffen?
- Weißt du, was notwendig und was freiwillig ist, oder brauchst du dazu eine Klärung?
- Wie viel Vorbereitung entsteht tatsächlich?
Welcher Vorbereitungsschritt gelingt, und wo brauche ich Unterstützung?
Für umfangreiche Unterlagen kannst du zusätzlich das Modul „Post, Formulare und Behördenangelegenheiten bearbeiten“ nutzen.
Das eigene Anliegen vorbereiten
- Weißt du, was du ansprechen möchtest?
- Kannst du Gedanken, Fragen oder Beobachtungen festhalten?
- Hilft es, Themen vorab zu erhalten?
- Möchtest du etwas schriftlich mitteilen oder zeigen?
- Brauchst du Unterstützung beim Ordnen oder Formulieren?
- Kannst du festlegen, welche persönlichen Angaben du teilen möchtest?
Was hilft mir, mein Anliegen beim Termin verfügbar zu haben?
Losgehen, den Ort erreichen und ankommen
- Was muss vor dem Aufbruch geschehen?
- Kannst du Weg, Transport und Zeitbedarf organisieren?
- Ist der Ort auffindbar und zugänglich?
- Sind Anmeldung und Orientierung vor Ort verständlich?
- Welche Rolle spielen Wege innerhalb des Gebäudes, Sitzmöglichkeiten oder Toiletten?
- Was geschieht bei Verspätungen oder unerwarteten Änderungen?
Was brauche ich, um den Terminort tatsächlich zu erreichen und dort anzukommen?
Für einzelne Wege und Bewegungsabläufe kannst du das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.
An einem Telefon- oder digitalen Termin teilnehmen
- Sind benötigtes Gerät, Verbindung und Zugangsdaten vorhanden?
- Ist verständlich, wie du dich einwählst?
- Kannst du die verwendete Technik nutzen?
- Hast du einen passenden Ort und ausreichend Privatsphäre?
- Was geschieht bei Tonproblemen oder Verbindungsabbrüchen?
- Gibt es einen anderen Kontaktweg, falls die Teilnahme so nicht gelingt?
Welche Bedingungen machen die Teilnahme für mich zugänglich?
Warten und mit Änderungen umgehen
- Weißt du ungefähr, was nach der Anmeldung geschieht?
- Was bedeutet eine unbestimmte Wartezeit für dich?
- Kannst du sitzen, dich bewegen oder den Wartebereich zeitweise verlassen?
- Wie erfährst du, dass du an der Reihe bist?
- Was geschieht, wenn sich Dauer, Ablauf oder zuständige Person ändern?
- Kannst du mitteilen, welche Unterstützung du dann brauchst?
Welche Informationen oder Bedingungen helfen mir beim Warten und bei Änderungen?
Verstehen und sich mitteilen
- Kannst du dem Gespräch oder Ablauf folgen?
- Werden Informationen verständlich und in einem passenden Tempo vermittelt?
- Kannst du eigene Fragen stellen?
- Bekommst du ausreichend Zeit zum Antworten?
- Werden deine gewählten Kommunikationsformen akzeptiert?
- Kannst du sagen, dass etwas unklar geblieben ist?
Wie kann mein Anliegen verstanden und berücksichtigt werden?
Dazu kannst du auch das Modul „Kommunikation nach eigenen Möglichkeiten“ nutzen.
Grenzen und Entscheidungen
- Kannst du mitteilen, was du möchtest oder nicht möchtest?
- Werden Fragen direkt an dich gerichtet?
- Kannst du um eine Erklärung, Unterbrechung oder Bedenkzeit bitten?
- Ist verständlich, welche Entscheidung gerade ansteht?
- Kannst du offene Fragen klären, bevor du dich festlegst?
- Wird berücksichtigt, welche Aufgaben eine Begleitperson auf deinen Wunsch übernimmt?
Was brauche ich, um meine Wünsche, Grenzen und Entscheidungen mitzuteilen?
Ergebnisse und nächste Schritte
- Weißt du nach dem Termin, was besprochen oder vereinbart wurde?
- Erhältst du wichtige Informationen in einer nutzbaren Form?
- Kannst du eine Zusammenfassung prüfen und Unklarheiten ansprechen?
- Ist klar, wer als Nächstes was erledigt?
- Entstehen weitere Termine, Unterlagen oder Fristen?
- Kannst du später nachfragen, wenn dir erst im Nachhinein etwas auffällt?
Was brauche ich, damit das Ergebnis im Alltag nutzbar wird?
Ändern, absagen oder neu vereinbaren
- Kannst du mitteilen, dass ein Termin nicht möglich ist?
- Ist der dafür vorgesehene Kontaktweg nutzbar?
- Verstehst du die Bedingungen für eine Änderung oder Absage?
- Bekommst du eine Bestätigung?
- Wie gelingt eine erneute Vereinbarung?
- Was bleibt offen, wenn du den Termin nicht wahrnehmen kannst?
Was ermöglicht mir, mit einem nicht passenden Termin umzugehen?
Mehrere Termine und der übrige Alltag
- Was gelingt einzeln, lässt sich aber schwer mit anderen Aufgaben verbinden?
- Wie viel Vorbereitung und Nachbereitung fällt insgesamt an?
- Ist Unterstützung auch für mehrere Termine verfügbar?
- Was muss an Termintagen warten?
- Welche Auswirkungen bemerkst du an Folgetagen?
- Wann verläuft es anders?
Wie passen Termine und andere notwendige oder gewünschte Tätigkeiten zusammen?
Meine eigene Ergänzung
Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?
3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden
Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.
Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.
| Meine Beobachtung | Äußere Bedingung | Was ich über den Zusammenhang weiß oder vermute |
|---|---|---|
| „Ich habe noch keinen Termin vereinbart.“ | „Die Stelle ist ausschließlich telefonisch erreichbar.“ | „Telefonisch konnte ich mein Anliegen bisher nicht vollständig mitteilen. Ob ein schriftlicher Weg ausreichen würde, möchte ich klären.“ |
| „Beim Termin blieben Fragen offen.“ | „Mehrere Themen wurden ohne längere Pause besprochen.“ | „Möglicherweise brauchte ich mehr Zeit. Später konnte ich Fragen aufschreiben.“ |
| „Ich konnte den angebotenen Termin nicht wahrnehmen.“ | „Die benötigte Begleitung war zu dieser Uhrzeit nicht verfügbar.“ | „Mit Begleitung gelangen vergleichbare Termine bereits.“ |
Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.
4. Eine konkrete Situation verstehen
Wähle einen tatsächlichen Termin oder einen Versuch, einen Termin zu vereinbaren.
- Was wolltest oder brauchtest du?
- Welche Schritte standen an?
- Was geschah nacheinander?
- Wo wurde es schwierig?
- Welche Bedingungen und Unterstützung waren vorhanden?
- Was wurde geklärt, was blieb offen?
- Welche weiteren Schritte entstanden?
- Was war danach noch möglich?
Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:
- Die Vereinbarung und Teilnahme gelangen unter passenden Bedingungen.
- Ein Teil der Schritte gelang.
- Der Termin wurde mit Unterstützung möglich.
- Ich war anwesend, konnte mein Anliegen aber nur teilweise klären.
- Der Termin kam nicht zustande oder wurde verschoben.
- Das Ergebnis ist für mich noch nicht verständlich oder nutzbar.
- Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.
Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.
5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens
„Hilfe bei Terminen“ kann unterschiedliche Aufgaben umfassen.
| Bereich | Möglicher Beitrag der Unterstützung |
|---|---|
| Vereinbarung | Kontakt herstellen oder einen passenden Zeitpunkt abstimmen. |
| Vorbereitung | Unterlagen finden, Fragen ordnen oder Angaben festhalten. |
| Weg und Zugang | Transport, Begleitung oder Orientierung ermöglichen. |
| Teilnahme | Kommunikation unterstützen, mitschreiben oder auf deinen Wunsch an offene Fragen erinnern. |
| Nachbereitung | Ergebnisse gemeinsam ansehen und nächste Schritte ordnen. |
| Verlässlichkeit | Verfügbarkeit und mögliche Vertretung klären. |
Halte auch fest:
- Was entscheidest und erledigst du selbst?
- Was geschieht gemeinsam?
- Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
- Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
- Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
- Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
- Was weißt du darüber noch nicht?
Begleitung bedeutet nicht automatisch, dass jemand für dich sprechen oder entscheiden soll. Du kannst festhalten, welche Rolle du dir wünschst.
6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung
Ein Termin umfasst möglicherweise mehr als die vereinbarte Gesprächs- oder Anwesenheitszeit.
Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:
- Kontaktaufnahme und wiederholte Versuche;
- Vorbereitung und Organisation von Unterstützung;
- Hinweg, Wartezeit und Rückweg;
- Teilnahme und Kommunikation;
- Nachbereitung und weitere Schritte;
- Auswirkungen auf Versorgung, Arbeit, Kontakte oder andere Termine.
Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.
Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?
Dabei unterscheiden wir:
| Begriff | Bedeutung in dieser Arbeitshilfe |
|---|---|
| Erholungsbedarf | Dein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist. |
| Ruhezeit | Ein Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung. |
| Rückzug | Eine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen. |
| Erholungsversuch | Etwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg. |
| Wahrgenommene Erholung | Eine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten. |
Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.
Zeit vor oder nach einem Termin ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.
Meine Situation festhalten
Mein Situationsblatt
Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.
Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen
Das möchte oder muss ich ermöglichen:
Das gelingt bereits:
Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit
Situation und betrachteter Zeitraum:
Das geschieht tatsächlich:
Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:
Es geht um Vereinbarung, Vorbereitung, Weg, Teilnahme, Nachbereitung oder folgende einzelne Schritte:
Häufigkeit, Dauer und Unterschiede
Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?
Seit wann kenne ich sie?
Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?
Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren
Diese Bedingungen erleichtern die Situation:
Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:
Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:
Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:
Vorhandene Unterstützung
Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?
Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?
Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?
Aufwand und Auswirkungen
Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:
Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:
Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?
Erholungsbedarf und Verlauf
Welche Entlastung brauche ich?
Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?
Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?
Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?
Gewünschte Veränderung
Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:
Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?
Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?
Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben
Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?
Meine Angaben beruhen auf:
☐ eigener Erinnerung
☐ ungefährer Schätzung
☐ zeitnahen Notizen
☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen
☐ anderem: …………………………………………………………..
Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:
Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:
Für andere zusammenfassen
Für andere beschreiben
7. Eine gewünschte Veränderung formulieren
Du musst noch keine fertige Lösung kennen.
Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.
Mögliche Anliegen sind beispielsweise:
- einen nutzbaren Kontaktweg zur Vereinbarung erhalten;
- wichtige Angaben schriftlich bekommen;
- benötigte Unterstützung zeitlich abstimmen;
- Themen und Fragen vorab vorbereiten;
- einen zugänglichen Ort oder eine passende Teilnahmeform klären;
- ausreichend Zeit für Fragen und Antworten erhalten;
- Pausen vereinbaren;
- Ergebnisse schriftlich erhalten und später nachfragen können;
- Vorbereitung und Nachbereitung bei der Planung berücksichtigen.
Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.
8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden
Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen.
Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.
Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…
Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …
Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …
Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.
Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …
Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.
Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …
Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…
Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.
Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.
9. Ein ausgefülltes Beispiel
Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.
Anliegen
„Ich möchte bei Beratungsterminen meine Fragen klären und anschließend wissen, was ich als Nächstes tun soll.“
Beobachtung
„Bei zwei Terminen im vergangenen Monat konnte ich teilnehmen und einzelne Fragen stellen. Weitere Fragen fielen mir erst zu Hause wieder ein. Nach einem Termin war mir nicht klar, welches Dokument ich noch einreichen sollte.“
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren
„Die Informationen wurden mündlich gegeben. Eine schriftliche Übersicht der nächsten Schritte erhielt ich nicht. Ob vor allem das Tempo, die Informationsmenge oder etwas anderes schwierig war, weiß ich noch nicht.“
Was bereits hilft
„Für den zweiten Termin hatte ich drei Fragen aufgeschrieben. Dadurch konnte ich zwei davon ansprechen. Den Termin habe ich selbst vereinbart und den Weg selbst organisiert.“
Aufwand und Erholung
„Zu Hause sah ich meine Unterlagen erneut durch und formulierte eine Rückfrage. Dafür verschob ich eine andere Aufgabe. Danach brauchte ich Entlastung. Ich hatte ungefähr eine halbe Stunde mit weniger Anforderungen und versuchte, mich zu erholen. Anschließend fühlte ich mich etwas ruhiger; die offene Frage war dadurch noch nicht geklärt.“
Gewünschte Veränderung
„Ich möchte meine vorbereiteten Fragen zu Beginn einbringen und am Ende die nächsten Schritte einzeln klären. Außerdem möchte ich eine schriftliche Zusammenfassung erhalten und später nachfragen können.“
Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch
„Die Teilnahme an Beratungsterminen gelingt mir. Das vollständige Klären meines Anliegens und die anschließende Umsetzung gelingen bisher nicht verlässlich. Eine vorbereitete Fragenliste war teilweise hilfreich. Ich möchte ausreichend Zeit für Rückfragen und eine nutzbare Übersicht der nächsten Schritte vereinbaren.“
10. Nach einer Veränderung zurückschauen
Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:
- Kann ich den Termin über einen nutzbaren Weg vereinbaren?
- Sind Zeitpunkt, Ort und Teilnahmeform passend?
- Kann ich die Vorbereitung bewältigen oder passende Unterstützung nutzen?
- Wird mein Anliegen beim Termin berücksichtigt?
- Kann ich Informationen verstehen und Entscheidungen mitteilen?
- Sind die nächsten Schritte für mich klar?
- Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
- Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
- Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?
- Was ist noch offen?
Mögliche Antworten:
besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant
Entscheidend ist, ob dein Anliegen und deine Beteiligung zugänglicher werden. Mehr Termine wahrzunehmen oder ohne Begleitung auszukommen, ist kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.
Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.
Fachliche Einordnung und Quellen
Wissensstatus und Quellen
ICF als fachlicher Hintergrund
Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.
„Termine vereinbaren, vorbereiten und wahrnehmen“ ist keine einzelne ICF-Kategorie. Je nach Situation werden mehrere Tätigkeiten und Lebensbereiche berührt.
| ICF-Bezug | Bedeutung für diese Arbeitshilfe |
|---|---|
| d210: Eine Einzelaufgabe übernehmen | Kann das Beginnen, Durchführen und Abschließen einer einzelnen Aufgabe betreffen. |
| d220: Mehrfachaufgaben übernehmen | Kann berührt sein, wenn mehrere Aufgaben gemeinsam oder nacheinander bearbeitet werden. |
| d230: Die tägliche Routine durchführen | Kann die Einbindung eines Termins in den Tagesablauf betreffen. |
| Kapitel d3: Kommunikation | Beispielsweise Informationen verstehen, ein Anliegen mitteilen oder Kommunikationsgeräte nutzen. |
| Kapitel d4: Mobilität | Beispielsweise den Terminort erreichen und sich dort fortbewegen. |
| Weitere Lebensbereiche | Der Anlass kann etwa gesundheitliche Versorgung, Bildung, Arbeit oder Beziehungen betreffen. |
| Umweltfaktoren | Beispielsweise Kontaktangebote, Zugänglichkeit, Unterstützung, Einstellungen und organisatorische Abläufe. |
Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.
Ein gesundheitlicher Termin kann beispielsweise auch d570 „Auf seine Gesundheit achten“ berühren. Daraus folgt keine entsprechende Zuordnung aller anderen Terminarten.
Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.
Einordnung der Arbeitshilfe
- Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
- Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
- Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
- Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen.
Fachliche Grundlagen
- BfArM: ICF, deutschsprachige Fassung 2005 – Gesamtübersicht
- BfArM: Allgemeine Aufgaben und Anforderungen
- BfArM: Kommunikation
- BfArM: Mobilität
- BfArM: Selbstversorgung – einschließlich „Auf seine Gesundheit achten“
- BfArM: Umweltfaktoren – Barrieren und Förderfaktoren
Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.
