Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen
Barriereregister · Modul 8 von 17
Körperpflege, Kleidung und Toilettennutzung ermöglichen
Gewaschen zu sein, passende Kleidung zu tragen oder eine Toilette genutzt zu haben, zeigt noch nicht, unter welchen Bedingungen das möglich war.
Vielleicht waren Vorbereitung, Hilfsmittel oder Unterstützung nötig. Vielleicht gelang eine Tätigkeit nur mit erheblicher Anstrengung. Vielleicht ist die Ausstattung vorhanden, aber nicht erreichbar oder für dich nicht nutzbar.
Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, einzelne Schritte und ihre Bedingungen zu entdecken. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.
Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit Körperpflege, Kleidung und Toilettennutzung nach meinen Bedürfnissen und mit möglichst viel eigener Entscheidung möglich sind?
Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen.
Alle Fragen zu persönlichen und intimen Tätigkeiten sind freiwillig. Du kannst einen Bereich allgemein benennen, ohne den Ablauf oder deinen Körper näher zu beschreiben.
Kurz anfangen
Drei Fragen reichen
1. Was möchte ich ermöglichen?
Zum Beispiel:
- mich waschen oder duschen;
- Zähne, Haare oder andere Körperteile pflegen;
- Kleidung auswählen, anziehen oder wechseln;
- eine Toilette erreichen und nutzen;
- benötigte Pflege- oder Hygieneartikel verwenden;
- passende Unterstützung erhalten;
- meine Privatsphäre und Grenzen wahren;
- diese Tätigkeiten auch außerhalb meiner Wohnung ermöglichen.
2. Was geschieht tatsächlich?
Was gelingt bereits? Welcher Schritt wird schwierig? Was übernimmt jemand anderes? Gibt es Unterschiede zwischen Orten, Tageszeiten oder Situationen?
3. Was hilft oder fehlt?
Zum Beispiel erreichbare Gegenstände, eine nutzbare Ausstattung, passende Materialien, ausreichend Zeit oder eine verlässliche Unterstützung nach deinen Wünschen.
„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.
Meine Situation in wenigen Sätzen
Ich möchte oder brauche …
Derzeit gelingt …
Schwierig wird es, wenn …
Leichter gelingt es, wenn …
Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …
Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.
Genauer entdecken
Optional genauer entdecken
Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.
Mögliche Antworten sind:
weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten
1. Mein Anliegen
Vielleicht geht es um eine einzelne Tätigkeit oder einen bestimmten Handgriff. Vielleicht möchtest du Unterstützung anders gestalten oder einen Ort erstmals nutzen können.
- Welche Tätigkeit möchtest oder musst du ermöglichen?
- Was ist dir dabei wichtig?
- Was gelingt bereits?
- Was möchtest du selbst erledigen?
- Was möchtest du gemeinsam tun oder abgeben?
- Welche persönlichen Grenzen sollen berücksichtigt werden?
Es geht nicht darum, bestimmte Vorstellungen von Aussehen, Pflege oder Selbstständigkeit zu erfüllen.
2. Entdeckungsfragen
Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.
Bedarf bemerken und einen Zeitpunkt finden
- Woran bemerkst du, dass du eine Tätigkeit ausführen möchtest oder musst?
- Wird dir das unmittelbar oder erst später deutlich?
- Kannst du eine andere Tätigkeit dafür unterbrechen?
- Ist ein passender Zeitraum vorhanden?
- Helfen vertraute Abläufe, Hinweise oder Unterstützung?
- Was geschieht, wenn mehrere Bedürfnisse gleichzeitig bestehen?
Was brauche ich, um meinen Bedarf aufzugreifen?
Vorbereiten und beginnen
- Ist der erste Schritt erkennbar?
- Sind benötigte Gegenstände vorhanden und auffindbar?
- Kannst du Kleidung, Handtücher oder Pflegeartikel bereitstellen?
- Musst du zuerst einen Raum oder eine Fläche nutzbar machen?
- Was geschieht zwischen dem Entschluss und dem Beginn?
- Hilft es, wenn jemand einen Vorbereitungsschritt übernimmt?
Hier gelingt der Anfang – oder hier bleibe ich hängen:
Räume und Ausstattung nutzen
- Kannst du Waschplatz, Dusche, Badewanne, Toilette oder Umkleide erreichen?
- Sind Türen, Wege und Bewegungsflächen für dich nutzbar?
- Kannst du Armaturen, Ablagen und benötigte Gegenstände bedienen oder erreichen?
- Sind Sitz- und Unterstützungsmöglichkeiten vorhanden, falls du sie brauchst?
- Welche Rolle spielen Licht, Geräusche, Gerüche oder Temperatur?
- Ist der Raum zu den benötigten Zeiten verfügbar?
Welche Ausstattung ermöglicht mir die Tätigkeit?
Waschen, Duschen oder Baden
- Welche Teile der Tätigkeit gelingen bereits?
- Wie gelingt das Vorbereiten von Wasser und benötigten Gegenständen?
- Kannst du die von dir gewünschten Bereiche erreichen?
- Wie wirken Wasser, Temperatur, Berührung oder verwendete Produkte auf die Situation?
- Wie gelingt Abtrocknen und der Übergang zur nächsten Tätigkeit?
- Wobei möchtest du Unterstützung?
Welcher Schritt braucht andere Bedingungen oder Hilfe?
Du musst keine Körperbereiche benennen. „Bei einem Teil der Körperpflege brauche ich Unterstützung“ kann als erste Angabe reichen.
Zähne, Haare und weitere Körperpflege
- Sind benötigte Gegenstände und Produkte für dich nutzbar?
- Wie gelingt beispielsweise das Halten, Dosieren, Bürsten oder Kämmen?
- Kannst du die einzelnen Schritte überblicken?
- Welche Rolle spielen Geräusche, Geschmack, Geruch oder Berührung?
- Was gelingt einmal, aber nicht verlässlich wiederholt?
- Was möchtest du selbst tun, was soll unterstützt werden?
Welche Tätigkeit möchte ich genauer ansehen?
Kleidung auswählen und verfügbar haben
- Findest du Kleidung, die du nutzen möchtest?
- Ist sie erreichbar und für den Anlass passend?
- Welche Rolle spielen Material, Nähte, Druck, Temperatur oder Passform?
- Kannst du zwischen vorhandenen Möglichkeiten wählen?
- Was geschieht, wenn benötigte Kleidung nicht verfügbar ist?
- Wird deine Auswahl berücksichtigt, wenn du Unterstützung erhältst?
Was macht Kleidung für mich tatsächlich nutzbar?
Für Waschen, Trocknen und Aufbewahren kannst du zusätzlich das Modul „Den Haushalt nutzbar halten“ nutzen.
Anziehen, Ausziehen und Wechseln
- Wie gelingt das Greifen, Halten und Führen der Kleidung?
- Kannst du Verschlüsse, Schuhe und andere Bestandteile nutzen?
- Ist die Reihenfolge überschaubar?
- Gibt es eine passende Position und genügend Zeit?
- Was geschieht, wenn du Kleidung unterwegs wechseln musst?
- Welche Handgriffe möchtest du selbst ausführen oder abgeben?
An welchem Schritt wird das An- oder Ausziehen schwierig?
Toilettennutzung ermöglichen
Du kannst diesen Abschnitt vollständig überspringen oder nur allgemein beantworten.
- Bemerkst du den Bedarf und kannst du darauf reagieren?
- Kannst du die Toilette rechtzeitig erreichen?
- Sind Zugang, Ausstattung und benötigte Gegenstände nutzbar?
- Wie gelingen Kleidung, Positionieren und die von dir benötigte Reinigung?
- Kannst du Unterstützung anfordern, wenn du sie brauchst?
- Bleiben ausreichend Zeit und Privatsphäre?
Welche Bedingung oder Unterstützung brauche ich für die Toilettennutzung?
Einzelheiten zu Ausscheidungen musst du hier nicht festhalten.
Menstruation und andere persönliche Versorgungsbedarfe
Dieser Abschnitt ist freiwillig und nur relevant, wenn du ihn nutzen möchtest.
- Sind benötigte Produkte verfügbar und erreichbar?
- Kannst du sie auswählen, öffnen und verwenden?
- Sind Wechseln, Reinigen, Aufbewahren oder Entsorgen möglich?
- Gibt es passende Bedingungen außerhalb deiner Wohnung?
- Welche Unterstützung möchtest du nutzen?
- Was möchtest du dazu nur allgemein benennen?
Was brauche ich, damit meine persönliche Versorgung möglich ist?
Die Arbeitshilfe gibt keine Empfehlungen zur Auswahl oder Anwendung von Produkten.
Körperliche Anforderungen und Beschwerden
- Welche Rolle spielen Stehen, Sitzen, Bücken oder das Wechseln der Körperposition?
- Wie gelingt das Umsetzen, falls es zur Tätigkeit gehört?
- Kannst du greifen, halten und benötigte Bereiche erreichen?
- Gibt es Beschwerden, die du nennen möchtest?
- Verändern sich deine Möglichkeiten während der Tätigkeit?
- Was erleichtert bestimmte Schritte?
Welche körperlichen Anforderungen sind für meine Situation wichtig?
Du musst Beschwerden nicht selbst medizinisch einordnen. Für einzelne Bewegungsabläufe kannst du zusätzlich das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.
Unterstützung, Berührung und Privatsphäre
- Welche Hilfe möchtest du erhalten?
- Welche Berührungen oder Handlungen sollen vorher mit dir abgestimmt werden?
- Kannst du Zustimmung, Unsicherheit oder Ablehnung ausdrücken?
- Wird ein Wunsch nach Unterbrechung berücksichtigt?
- Kannst du mitgestalten, wer dich unterstützt und wie die Hilfe abläuft?
- Bleibt deine Privatsphäre auch bei Unterstützung gewahrt?
Welche Absprachen sind mir bei persönlicher Unterstützung wichtig?
Unterstützung bedeutet nicht automatisch, dass jemand über deinen Körper, deine Kleidung oder den Ablauf entscheiden soll.
Außerhalb der vertrauten Umgebung
- Sind benötigte Räume und Ausstattung tatsächlich zugänglich?
- Kannst du vorher verständliche Informationen dazu erhalten?
- Sind Pflegeartikel, Kleidung und Hilfsmittel verfügbar?
- Welche Unterstützung ist vor Ort möglich?
- Was geschieht bei längeren Aufenthalten oder unerwarteten Verzögerungen?
- Führt eine fehlende Möglichkeit dazu, dass du einen Ort nicht oder nur kurz nutzen kannst?
Was brauche ich, damit diese Tätigkeiten auch unterwegs möglich sind?
Wiederholung und der übrige Alltag
- Was gelingt einzeln, aber nicht in der benötigten Häufigkeit?
- Was geschieht an Tagen mit Terminen, Arbeit oder anderen Anforderungen?
- Müssen andere Aufgaben warten?
- Wird eine Tätigkeit verkürzt oder ausgelassen, obwohl du sie ermöglichen möchtest?
- Ist Unterstützung auch bei wechselndem Bedarf verfügbar?
- Wann verläuft es anders?
Wie passen die Tätigkeiten und mein übriger Alltag zusammen?
Meine eigene Ergänzung
Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?
3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden
Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.
Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.
| Meine Beobachtung | Äußere Bedingung | Was ich über den Zusammenhang weiß oder vermute |
|---|---|---|
| „Ich kann den benötigten Pflegeartikel nicht selbst nehmen.“ | „Er steht außerhalb meiner Reichweite.“ | „An einem erreichbaren Platz konnte ich ihn selbst nutzen.“ |
| „Ich nutze den Veranstaltungsort nur kurz.“ | „Eine für mich nutzbare Toilette ist dort nicht verfügbar.“ | „Ich plane deshalb bisher nur kurze Aufenthalte.“ |
| „Das Anziehen gelingt nicht verlässlich mit der vorhandenen Hilfe.“ | „Die Unterstützung steht nur in einem engen Zeitfenster zur Verfügung.“ | „Mit mehr Zeit gelang der Ablauf bereits. Ob weitere Bedingungen wichtig sind, ist noch offen.“ |
Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.
4. Eine konkrete Situation verstehen
Wähle eine tatsächliche Situation. Du kannst sie allgemein beschreiben, ohne intime Einzelheiten festzuhalten.
- Was wolltest oder brauchtest du?
- Was war vorbereitet oder vorhanden?
- Was geschah nacheinander?
- Wo wurde es schwierig?
- Welche Bedingungen und Unterstützung waren beteiligt?
- Was gelang, was blieb offen?
- Wurden deine Wünsche und Grenzen berücksichtigt?
- Was war danach noch möglich?
Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:
- Die Tätigkeit gelang unter passenden Bedingungen.
- Einzelne Schritte gelangen.
- Die Tätigkeit gelang mit Unterstützung.
- Eine benötigte Ausstattung oder Unterstützung fehlte.
- Die Durchführung gelang, war für mich aber nicht passend gestaltet.
- Eine einmalige Durchführung gelang; die Wiederholung ist noch unklar.
- Ich möchte die Situation derzeit nicht näher beschreiben.
Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.
5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens
„Hilfe bei der Körperpflege“ kann sehr unterschiedliche Aufgaben umfassen.
| Bereich | Möglicher Beitrag der Unterstützung |
|---|---|
| Vorbereitung | Gegenstände, Kleidung oder einen Raum nutzbar bereitstellen. |
| Ablauf | Schritte auf deinen Wunsch gemeinsam ordnen oder an einen vereinbarten Ablauf erinnern. |
| Durchführung | Bestimmte Handgriffe unterstützen oder übernehmen. |
| Zugang und Ausstattung | Benötigte Gegenstände, Arbeitsmittel oder Räume zugänglich machen. |
| Kommunikation | Deine Wünsche, Grenzen und Rückmeldungen in der gewählten Form berücksichtigen. |
| Nachbereitung | Reinigen, Verstauen oder die nächste Nutzung ermöglichen. |
| Verlässlichkeit | Zeiten, Umfang und mögliche Vertretung klären. |
Halte auch fest:
- Was entscheidest und erledigst du selbst?
- Was geschieht gemeinsam?
- Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
- Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
- Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
- Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
- Was weißt du darüber noch nicht?
Du kannst auch festhalten, welche Unterstützung du nicht möchtest und welche andere Möglichkeit du klären willst.
6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung
Zur sichtbaren Tätigkeit können Vorbereitung, Organisation und Nachbereitung gehören.
Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:
- Bereitstellen von Gegenständen und Kleidung;
- Wege und Wechsel der Körperposition;
- die Tätigkeit selbst und notwendige Unterbrechungen;
- Organisation und Abstimmung von Unterstützung;
- Nachbereitung;
- Auswirkungen auf Termine, Versorgung oder andere Vorhaben.
Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.
Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?
Dabei unterscheiden wir:
| Begriff | Bedeutung in dieser Arbeitshilfe |
|---|---|
| Erholungsbedarf | Dein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist. |
| Ruhezeit | Ein Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung. |
| Rückzug | Eine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen. |
| Erholungsversuch | Etwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg. |
| Wahrgenommene Erholung | Eine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten. |
Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.
Zeit nach der Körperpflege ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Eine Tätigkeit kann abgeschlossen sein, während weiterhin Entlastung benötigt wird. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.
Meine Situation festhalten
Mein Situationsblatt
Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte und allgemeine Bezeichnungen genügen.
Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen
Das möchte oder muss ich ermöglichen:
Das gelingt bereits:
Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit
Situation und betrachteter Zeitraum:
Das geschieht tatsächlich:
Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:
Diese Tätigkeit oder diesen Unterstützungsbedarf möchte ich benennen, ohne weitere persönliche Einzelheiten anzugeben:
Häufigkeit, Dauer und Unterschiede
Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?
Seit wann kenne ich sie?
Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?
Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren
Diese Bedingungen erleichtern die Situation:
Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:
Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:
Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:
Vorhandene Unterstützung
Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?
Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?
Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?
Aufwand und Auswirkungen
Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:
Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:
Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?
Erholungsbedarf und Verlauf
Welche Entlastung brauche ich?
Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?
Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?
Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?
Gewünschte Veränderung
Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:
Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?
Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?
Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben
Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?
Meine Angaben beruhen auf:
☐ eigener Erinnerung
☐ ungefährer Schätzung
☐ zeitnahen Notizen
☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen
☐ anderem: …………………………………………………………..
Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:
Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:
Für andere zusammenfassen
Für andere beschreiben
7. Eine gewünschte Veränderung formulieren
Du musst noch keine fertige Lösung kennen.
Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.
Mögliche Anliegen sind beispielsweise:
- benötigte Gegenstände erreichbar aufbewahren;
- eine tatsächlich nutzbare Ausstattung klären;
- Unterstützung für bestimmte Handgriffe erhalten;
- mehr Zeit für den vereinbarten Ablauf berücksichtigen;
- Kleidung oder Pflegeartikel selbst auswählen können;
- Wünsche zu Berührung, Privatsphäre und Unterbrechungen vereinbaren;
- Unterstützung zu den benötigten Zeiten verlässlich organisieren;
- Körperpflege oder Toilettennutzung auch außerhalb der Wohnung ermöglichen.
Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.
8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden
Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Für eine erste Beschreibung reichen häufig die Tätigkeit, der schwierige Schritt und die benötigten Bedingungen. Du entscheidest, welche persönlichen Angaben du für den jeweiligen Zweck teilen möchtest.
Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.
Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…
Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …
Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …
Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.
Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …
Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.
Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …
Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…
Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.
Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.
9. Ein ausgefülltes Beispiel
Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.
Anliegen
„Ich möchte mich morgens anziehen und dabei selbst auswählen, welche Kleidung ich trage.“
Beobachtung
„In den vergangenen zwei Wochen konnte ich meine Kleidung meist selbst auswählen. Bei einigen Verschlüssen brauchte ich Unterstützung. Wenn die Hilfe noch nicht verfügbar war, blieb das Anziehen an diesem Schritt unterbrochen.“
Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren
„Die Unterstützung war morgens nicht zu einem vereinbarten Zeitpunkt verfügbar. Einige Kleidungsstücke konnte ich ohne Hilfe nutzen, andere nicht. Ob weitere Möglichkeiten für mich passen, ist noch offen.“
Unterstützung und eigener Anteil
„Ich wähle die Kleidung selbst aus und ziehe die Teile an, die ich nutzen kann. Eine vertraute Person hilft bei bestimmten Verschlüssen. Mir ist wichtig, dass sie vorher fragt und nur die vereinbarten Handgriffe übernimmt.“
Aufwand und Erholung
„Durch das Warten begann ich an zwei Tagen später mit dem Frühstück. Nach dem Anziehen brauchte ich an einem Tag eine Zeit mit weniger Anforderungen. Ich setzte mich hin, um mich zu erholen. Danach fühlte ich mich etwas weniger angestrengt. An anderen Tagen bemerkte ich keinen zusätzlichen Erholungsbedarf.“
Gewünschte Veränderung
„Ich möchte die Unterstützung zeitlich verlässlicher abstimmen. Außerdem möchte ich bei der Auswahl von Kleidung berücksichtigen können, welche Handgriffe für mich nutzbar sind, ohne dabei meine Wünsche aus dem Blick zu verlieren.“
Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch
„Die Auswahl und Teile des Anziehens erledige ich selbst. Für bestimmte Verschlüsse brauche ich Unterstützung. Weil diese morgens nicht verlässlich abgestimmt ist, wird der Ablauf wiederholt unterbrochen. Ich möchte die Hilfe passend organisieren und meine Auswahl weiterhin selbst treffen.“
10. Nach einer Veränderung zurückschauen
Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:
- Ist die gewünschte Tätigkeit tatsächlich möglich?
- Sind Raum, Ausstattung und Gegenstände nutzbar?
- Gelingt der bisher schwierige Schritt leichter oder auf andere Weise?
- Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
- Werden meine Auswahl, Privatsphäre und Grenzen berücksichtigt?
- Kann ich eine Unterbrechung oder Änderung mitteilen?
- Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
- Ist die Tätigkeit auch außerhalb der vertrauten Umgebung möglich, wenn ich das möchte?
- Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?
- Was ist noch offen?
Mögliche Antworten:
besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant
Entscheidend ist, ob deine Versorgung und deine eigenen Entscheidungen zugänglicher werden. Mehr ohne Unterstützung zu erledigen oder eine bestimmte Vorstellung von Aussehen zu erfüllen, ist kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.
Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.
Fachliche Einordnung und Quellen
Wissensstatus und Quellen
ICF als fachlicher Hintergrund
Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.
Das Modul orientiert sich vor allem an Tätigkeiten der Selbstversorgung.
| ICF-Bezug | Bedeutung für diese Arbeitshilfe |
|---|---|
| d510: Sich waschen | Beispielsweise Körperbereiche waschen und sich abtrocknen. |
| d520: Seine Körperteile pflegen | Beispielsweise Haut, Zähne, Haare und Nägel pflegen. |
| d530: Die Toilette benutzen | Betrifft Tätigkeiten rund um Ausscheidungen und die anschließende Reinigung; die Kategorie berücksichtigt auch die Menstruationsregulierung. |
| d540: Sich kleiden | Beispielsweise Kleidung und Schuhe auswählen, an- und ausziehen. |
| Kapitel d4: Mobilität | Kann Körperpositionen, Umsetzen, Greifen, Halten und andere Bewegungsabläufe betreffen. |
| Umweltfaktoren | Beispielsweise räumliche Ausstattung, Pflegeartikel, Kleidung, Hilfsmittel, Unterstützung und Einstellungen anderer. |
Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.
Körperfunktionen und Beschwerden sind von den Tätigkeiten zu unterscheiden: Eine Schwierigkeit bei der Toilettennutzung beschreibt beispielsweise nicht automatisch eine bestimmte Störung einer Körperfunktion. Auch äußere Bedingungen können die Durchführung erschweren.
Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.
Einordnung der Arbeitshilfe
- Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
- Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
- Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
- Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie enthalten keine Pflege- oder Therapieempfehlungen und geben keine allgemeine Norm für Aussehen oder Körperpflege vor.
Fachliche Grundlagen
- BfArM: ICF, deutschsprachige Fassung 2005 – Gesamtübersicht
- BfArM: Selbstversorgung – einschließlich Waschen, Körperpflege, Toilettennutzung und Kleidung
- BfArM: Mobilität
- BfArM: Umweltfaktoren – Barrieren und Förderfaktoren
Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.
