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Den Haushalt nutzbar halten

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 4 von 17

Den Haushalt nutzbar halten

Eine aufgeräumte Fläche zeigt noch nicht, wie sie nutzbar geworden ist. Vielleicht war Unterstützung nötig. Vielleicht wurde dafür eine andere Aufgabe verschoben. Vielleicht ist ein Raum ordentlich, während Wäsche, Abfall oder notwendige Reparaturen offenbleiben.

Umgekehrt sagt sichtbare Unordnung allein wenig darüber aus, welche Schwierigkeiten bestehen oder welche Veränderung gebraucht wird.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, einzelne Tätigkeiten und ihre Bedingungen zu entdecken. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit mein Haushalt für meine notwendigen und gewünschten Tätigkeiten nutzbar bleibt?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Es geht nicht darum, eine bestimmte Vorstellung von Ordnung oder Haushaltsführung zu erfüllen.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • einen Weg, Sitzplatz oder Schlafplatz nutzen;
  • eine Arbeitsfläche verfügbar haben;
  • benötigte Kleidung finden und verwenden;
  • Geschirr und Haushaltsgeräte nutzen;
  • Abfall entsorgen;
  • notwendige Reinigung oder Reparaturen ermöglichen;
  • Tiere oder Pflanzen versorgen;
  • Aufgaben im gemeinsamen Haushalt passend verteilen.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? Welcher Schritt bleibt offen? Was übernimmt jemand anderes? Was gelingt einmal, aber nicht verlässlich wiederholt?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel erreichbare Gegenstände, nutzbare Geräte, eine verständliche Aufgabenfolge, ausreichend Platz oder verlässliche Unterstützung.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Vielleicht möchtest du einen einzelnen Platz nutzen können. Vielleicht geht es um wiederkehrende Aufgaben oder darum, Unterstützung verlässlich zu organisieren.

  • Was soll in deinem Haushalt möglich sein?
  • Welcher Raum, Gegenstand oder Ablauf ist dafür wichtig?
  • Was gelingt bereits?
  • Was möchtest du selbst erledigen?
  • Was möchtest du gemeinsam tun oder abgeben?
  • Welche Veränderung wäre dir besonders wichtig?

Du musst deine Wohnung nicht insgesamt beschreiben. Eine konkrete Tätigkeit reicht. Fotos oder Angaben zu sehr persönlichen Bereichen sind dafür nicht erforderlich.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Bemerken und auswählen, was ansteht
  • Woran bemerkst du, dass etwas erledigt werden muss?
  • Ist klar, welche Aufgabe als Nächstes wichtig ist?
  • Was geschieht, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig auffallen?
  • Kannst du zwischen notwendigen Aufgaben und eigenen oder fremden Ordnungsvorstellungen unterscheiden?
  • Helfen Hinweise, Absprachen oder eine gemeinsame Übersicht?
  • Ist noch unklar, was für dich die Nutzbarkeit einschränkt?

Was soll als Erstes wieder möglich werden?

Mit einer Aufgabe beginnen
  • Ist der erste Schritt erkennbar?
  • Sind benötigte Gegenstände und Mittel vorhanden?
  • Musst du zunächst etwas suchen, wegräumen oder vorbereiten?
  • Was geschieht zwischen dem Entschluss und dem tatsächlichen Beginn?
  • Hilft es, wenn jemand mit dir anfängt oder einen Vorbereitungsschritt übernimmt?
  • Wann gelingt der Anfang leichter?

Hier gelingt der Anfang – oder hier bleibe ich hängen:

Schritte verbinden und eine Aufgabe abschließen
  • Kannst du die einzelnen Schritte überblicken?
  • Was geschieht bei Unterbrechungen?
  • Kannst du später wieder einsteigen?
  • Bleibt ein bestimmter Teil wiederholt offen?
  • Ist für dich erkennbar, wann die Aufgabe ausreichend erledigt ist?
  • Entstehen beim Bearbeiten neue Aufgaben, die den Ablauf verändern?

Welcher Schritt oder Übergang wird schwierig?

Flächen, Wege und Räume nutzen
  • Kannst du die für dich wichtigen Wege und Plätze erreichen?
  • Ist Platz für die Tätigkeit, die du dort ausführen möchtest?
  • Sind benötigte Gegenstände auffindbar und erreichbar?
  • Können Gegenstände so aufbewahrt werden, dass du sie nutzen und zurücklegen kannst?
  • Sind gemeinsam genutzte Bereiche verlässlich verfügbar?
  • Welche Veränderung würde eine konkrete Nutzung erleichtern?

Welche Fläche oder welcher Weg soll wofür nutzbar sein?

Reinigung und Reinigungsmittel
  • Welche Reinigung ist für deine Nutzung gerade wichtig?
  • Sind Geräte und Mittel für dich erreichbar und nutzbar?
  • Wie gelingt Dosieren, Tragen, Wischen, Saugen oder Auswringen?
  • Welche Rolle spielen Gerüche, Geräusche, Feuchtigkeit oder Berührungen?
  • Kannst du eine Aufgabe unterbrechen und später fortsetzen?
  • Was muss nach der Reinigung noch geschehen?

Welche Reinigungsschritte gelingen, und wobei brauche ich andere Bedingungen oder Unterstützung?

Geschirr und Küchenbereich
  • Kannst du benutztes Geschirr sammeln, reinigen und verstauen?
  • Sind Spüle, Arbeitsfläche und gegebenenfalls Spülmaschine nutzbar?
  • Was geschieht zwischen Einräumen, Reinigen, Ausräumen und Zurückstellen?
  • Sind benötigte Gegenstände für die nächste Mahlzeit verfügbar?
  • Was bleibt wiederholt offen?
  • Welche Unterstützung hilft bei einem bestimmten Schritt?

Was brauche ich, damit der Küchenbereich wieder nutzbar wird?

Für die Zubereitung und das Essen selbst kannst du zusätzlich das Modul „Mahlzeiten und Trinken im Alltag ermöglichen“ nutzen.

Wäsche und benötigte Kleidung
  • Wie gelingt Sammeln, Sortieren und Waschen?
  • Sind Waschmaschine und Waschmittel zugänglich und nutzbar?
  • Kannst du Wäsche transportieren, aufhängen oder anderweitig trocknen?
  • Was geschieht nach dem Trocknen?
  • Findest du die Kleidung, die du gerade brauchst?
  • Gibt es Schritte, die nur mit Unterstützung oder unter bestimmten Bedingungen gelingen?

An welchem Schritt wird benötigte Kleidung wieder verfügbar – oder bleibt sie es nicht?

Abfall und Entsorgung
  • Kannst du Abfall sammeln und bis zur Entsorgung aufbewahren?
  • Sind Behälter und Entsorgungswege nutzbar?
  • Wie gelingt Verschließen, Tragen und Wegbringen?
  • Sind Abholzeiten oder andere Vorgaben verständlich?
  • Welche Rolle spielen Gerüche, Berührungen oder Wege?
  • Was geschieht bei größeren Gegenständen oder besonderem Entsorgungsbedarf?

Welcher Teil der Entsorgung wird schwierig?

Geräte, Gegenstände und Reparaturen
  • Kannst du benötigte Geräte bedienen?
  • Sind Anleitungen und Bedienelemente verständlich und nutzbar?
  • Woran bemerkst du, dass etwas nicht mehr funktioniert?
  • Kannst du eine Reparatur oder andere Unterstützung organisieren?
  • Was ist bis zur Klärung nicht nutzbar?
  • Wer übernimmt welche Aufgabe, wenn du sie nicht selbst ausführen möchtest oder kannst?

Was muss funktionieren, damit mein Alltag möglich bleibt?

Es geht nicht darum, Reparaturen selbst durchführen zu müssen. Auch das Erkennen, Mitteilen und Organisieren kann Teil der Aufgabe sein.

Körperliche Anforderungen und Umgebung
  • Welche Rolle spielen Stehen, Sitzen, Bücken oder das Wechseln der Körperposition?
  • Wie gelingt Greifen, Halten, Heben und Tragen?
  • Sind Arbeitshöhen, Wege und Abstellmöglichkeiten für dich passend?
  • Gibt es Beschwerden, die du nennen möchtest?
  • Wie wirken Licht, Geräusche, Gerüche oder Temperatur auf die Tätigkeit?
  • Welche Unterschiede bemerkst du zwischen verschiedenen Orten oder Geräten?

Welche Bedingungen machen die Tätigkeit für mich nutzbar?

Für einzelne Bewegungsabläufe kannst du zusätzlich das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.

Tiere versorgen

Dieser Abschnitt ist nur relevant, wenn du Verantwortung für Tiere übernimmst.

  • Welche Versorgung ist im Alltag nötig?
  • Welche Teile erledigst du selbst?
  • Wie gelingt das Bereitstellen von Futter und Wasser, Reinigen oder Ermöglichen von Bewegung?
  • Wie werden notwendige Besorgungen und Termine organisiert?
  • Welche Unterstützung ist verlässlich verfügbar?
  • Was ist bei eigener Abwesenheit oder einem kurzfristigen Ausfall vereinbart?

Was brauche ich, damit die Versorgung verlässlich möglich ist?

Pflanzen versorgen

Dieser Abschnitt ist nur relevant, wenn du Pflanzen versorgst.

  • Welche Tätigkeiten möchtest oder musst du ermöglichen?
  • Sind Pflanzen und benötigte Gegenstände erreichbar?
  • Wie gelingt beispielsweise Gießen, Transportieren oder Pflegen?
  • Helfen vorhandene Abläufe oder Unterstützung?
  • Was geschieht bei Abwesenheit?
  • Welche Aufgaben möchtest du beibehalten oder anders verteilen?

Was erleichtert mir die Pflanzenpflege?

Aufgaben im gemeinsamen Haushalt
  • Ist geklärt, wer welche Aufgaben übernimmt?
  • Werden unterschiedliche Möglichkeiten und Bedürfnisse berücksichtigt?
  • Kannst du sagen, welche Aufgabe oder Durchführung für dich schwierig ist?
  • Wird neben der Durchführung auch Planung und Organisation verteilt?
  • Was geschieht, wenn jemand ausfällt?
  • Werden Entscheidungen über deine Gegenstände und persönlichen Bereiche mit dir abgestimmt?

Welche Aufgabenverteilung passt – und was muss noch geklärt werden?

Wiederholung und der übrige Alltag
  • Was gelingt einmal, aber nicht in der benötigten Häufigkeit?
  • Was geschieht an Tagen mit Terminen, Arbeit oder Betreuung?
  • Welche Aufgaben sammeln sich an?
  • Entstehen dadurch zusätzliche Vorbereitungsschritte?
  • Was muss warten, damit eine andere Tätigkeit gelingt?
  • Wann verläuft es anders?

Was gelingt einzeln, wird aber zusammen oder wiederholt schwierig?

Unterstützung und eigene Entscheidungen
  • Welche Hilfe möchtest du nutzen?
  • Was möchtest du selbst tun oder entscheiden?
  • Kannst du festlegen, was verändert, bewegt oder weggegeben werden darf?
  • Wird deine Art, Gegenstände zu ordnen und wiederzufinden, berücksichtigt?
  • Ist die Hilfe zu den benötigten Zeiten verfügbar?
  • Kannst du Rückmeldung geben, wenn etwas für dich nicht passt?

Welche Unterstützung macht meinen Haushalt nutzbarer und respektiert meine Entscheidungen?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich kann den benötigten Gegenstand nicht selbst holen.“„Er liegt in einem für mich nicht erreichbaren Schrank.“„An einem niedrigeren Platz konnte ich ihn selbst nehmen.“
„Die Wäsche bleibt nach dem Waschen liegen.“„Der verfügbare Trockenraum liegt auf einem Weg, den ich mit der Wäsche nicht bewältigen kann.“„Beim Transport brauche ich Unterstützung. Ob eine andere Lösung passt, möchte ich klären.“
„Die Reinigung gelingt nur gelegentlich.“„Die benötigte Unterstützung ist unregelmäßig verfügbar.“„Mit Unterstützung konnten bestimmte Aufgaben bereits erledigt werden.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Auch ein ungeeignetes Gerät, fehlender Platz oder eine nicht passende Aufgabenverteilung können als äußere Bedingungen betrachtet werden. Ob und wie sie beitragen, darf zunächst offenbleiben.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle eine tatsächliche Situation: beispielsweise einen Waschgang, das Freiräumen einer Arbeitsfläche oder die Versorgung eines Tieres.

  • Was wolltest oder brauchtest du?
  • Was war bereits vorbereitet oder vorhanden?
  • Was geschah nacheinander?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren beteiligt?
  • Was gelang, was blieb offen?
  • Was war danach nutzbar?
  • Was musste warten, wurde übernommen oder fiel aus?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Die Tätigkeit gelang unter passenden Bedingungen.
  • Ein Teil der Schritte gelang.
  • Die Tätigkeit gelang mit Unterstützung.
  • Eine einmalige Durchführung gelang; die Wiederholung ist noch unklar.
  • Ein Bereich wurde nutzbar, ein anderer blieb offen.
  • Benötigte Unterstützung oder ein nutzbares Arbeitsmittel fehlte.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

„Hilfe im Haushalt“ kann sehr unterschiedliche Aufgaben umfassen.

BereichMöglicher Beitrag der Unterstützung
ÜberblickAnstehende Aufgaben auf deinen Wunsch gemeinsam ansehen und ordnen.
VorbereitungGegenstände bereitstellen oder einen Arbeitsbereich zugänglich machen.
DurchführungEinzelne Handgriffe gemeinsam erledigen oder übernehmen.
AbschlussWegräumen, Verstauen oder die nächste Nutzung ermöglichen.
OrganisationBesorgungen, Reparaturen oder weitere Hilfe abstimmen.
Tiere und PflanzenVereinbarte Versorgung übernehmen oder bei Ausfällen absichern.
VerlässlichkeitUmfang, Zeiten und mögliche Vertretung klären.

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
  • Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Unterstützung sollte sich an den vereinbarten Aufgaben und deinen Entscheidungen orientieren. Eine für andere übersichtliche Ordnung muss für dich nicht automatisch nutzbar sein.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Zur Haushaltsführung gehören möglicherweise Planung, Vorbereitung und Nachbereitung, die von außen kaum sichtbar sind.

Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:

  • Entscheiden und Ordnen von Aufgaben;
  • Suchen und Bereitstellen von Gegenständen;
  • Durchführung und Unterbrechungen;
  • Organisation von Unterstützung;
  • Abschließen und Wiederherstellen der Nutzbarkeit;
  • Auswirkungen auf Versorgung, Termine, Kontakte oder andere Vorhaben.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.

Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Zeit zwischen Haushaltsaufgaben ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Dieser Raum, Gegenstand oder Versorgungsbereich soll für folgende Tätigkeit nutzbar sein:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • benötigte Gegenstände erreichbar aufbewahren;
  • ein Arbeitsmittel tatsächlich nutzen können;
  • Unterstützung bei einem bestimmten Schritt erhalten;
  • Aufgaben im gemeinsamen Haushalt anders verteilen;
  • Planung und Durchführung gemeinsam organisieren;
  • wiederkehrende Hilfe verlässlich vereinbaren;
  • die Versorgung von Tieren bei einem Ausfall absichern;
  • einen bestimmten Raum oder Platz für eine wichtige Tätigkeit nutzbar halten.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Eine Beschreibung der Tätigkeit und ihrer Bedingungen reicht häufig aus; persönliche Räume müssen dafür nicht detailliert dargestellt werden.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte benötigte Kleidung waschen und anschließend wieder verfügbar haben.“

Beobachtung

„In den letzten drei Wochen konnte ich die Waschmaschine selbst befüllen und bedienen. Zweimal blieb die nasse Wäsche bis zum nächsten Tag in der Maschine. Der Weg zum gemeinsamen Trockenraum gelang mir mit dem Wäschekorb nicht allein.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Der Trockenraum liegt eine Etage tiefer. Die Wäsche muss über die Treppe getragen werden. Beim Transport brauche ich Unterstützung. Ob eine andere Möglichkeit zum Trocknen für mich nutzbar wäre, ist noch nicht geklärt.“

Unterstützung und eigener Anteil

„Eine Person aus meinem Haushalt trug die Wäsche zuletzt nach unten. Das Aufhängen erledigten wir gemeinsam. Ich sortierte die trockene Kleidung selbst. Die Unterstützung war kurzfristig möglich, ist aber bisher nicht fest vereinbart.“

Aufwand und Erholung

„Ich musste nachfragen und auf einen gemeinsamen Zeitpunkt warten. Nach dem Aufhängen brauchte ich eine Unterbrechung. Ich hatte eine Zeit mit weniger Anforderungen und versuchte, mich zu erholen. Danach fühlten sich meine Arme weniger belastet an. Das Sortieren erledigte ich erst später.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte eine verlässliche Unterstützung für den Transport oder eine andere für mich nutzbare Möglichkeit zum Trocknen klären. Welche Kleidung ich wann wasche und wie ich sie sortiere, möchte ich weiterhin selbst entscheiden.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Das Waschen gelingt mir teilweise selbstständig. Für den Transport zum Trockenraum und das Aufhängen nutze ich Unterstützung. Weil diese bisher nicht verlässlich vereinbart ist, bleibt Wäsche wiederholt in der Maschine. Ich möchte eine passende Lösung für diese Schritte finden.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Ist die gewünschte Nutzung tatsächlich möglich?
  • Gelingt der bisher schwierige Schritt leichter oder auf andere Weise?
  • Sind Gegenstände und Geräte erreichbar und nutzbar?
  • Ist Unterstützung verfügbar, wenn ich sie brauche?
  • Passt die Aufgabenverteilung zu meinen Möglichkeiten und Wünschen?
  • Bleiben meine Entscheidungen über persönliche Gegenstände gewahrt?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
  • Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?
  • Ist die Versorgung von Tieren oder Pflanzen, soweit relevant, verlässlich möglich?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob dein Haushalt für deine notwendigen und gewünschten Tätigkeiten nutzbarer wird. Mehr selbst zu erledigen oder eine bestimmte Ordnung herzustellen, ist kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul orientiert sich vor allem am Bereich des häuslichen Lebens. Je nach Tätigkeit können weitere Bereiche berührt sein.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d640: Hausarbeiten erledigenBeispielsweise Wäsche bearbeiten, Wohnbereiche reinigen, Haushaltsgeräte benutzen und Abfall entsorgen.
d650: Haushaltsgegenstände pflegenBeispielsweise Gegenstände, Wohnung, Geräte und Hilfsmittel instand halten sowie Pflanzen und Tiere versorgen.
d6505: Innen- und Außenpflanzen pflegenKann die hier angesprochenen Tätigkeiten der Pflanzenpflege betreffen.
d6506: Sich um Tiere kümmernUmfasst auch die Planung der Versorgung bei eigener Abwesenheit.
Kapitel d2: Allgemeine Aufgaben und AnforderungenKann das Beginnen, Verbinden und Abschließen von Aufgaben sowie ihre Einbindung in den Alltag betreffen.
Kapitel d4: MobilitätKann unter anderem Körperpositionen, Greifen, Heben und Tragen betreffen.
UmweltfaktorenBeispielsweise räumliche Bedingungen, Geräte, Unterstützung und die Aufgabenverteilung im Umfeld.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

Die Zubereitung von Mahlzeiten wird in d630 gesondert beschrieben. Das Beschaffen von Wohnraum ist von der laufenden Haushaltsführung zu unterscheiden. Eine gesamte Wohnsituation lässt sich nicht durch eine einzelne Kategorie abbilden.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keine allgemeine Norm für Ordnung oder Haushaltsführung vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

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