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Freizeit und gemeinschaftliche Teilhabe ermöglichen

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 7 von 17

Freizeit und gemeinschaftliche Teilhabe ermöglichen

Ein freier Nachmittag bedeutet noch nicht, dass Zeit und Möglichkeiten für etwas selbst Gewähltes vorhanden sind. Vielleicht werden diese Stunden für Versorgung, Vorbereitung oder einen Erholungsversuch benötigt. Vielleicht wäre Zeit vorhanden, aber ein Ort, Angebot oder Kontaktweg ist nicht zugänglich.

Auch die Teilnahme an einer Veranstaltung sagt noch wenig darüber aus, ob du dich dort so beteiligen konntest, wie du wolltest.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, eigene Wünsche, Schwierigkeiten und hilfreiche Bedingungen zu entdecken. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit ich meine freie Zeit und meine Beteiligung am gemeinschaftlichen Leben nach meinen Möglichkeiten und Wünschen gestalten kann?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Freizeit muss weder produktiv sein noch zu Erholung führen.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • einem Interesse nachgehen;
  • etwas allein oder gemeinsam unternehmen;
  • spielen, lesen, gestalten oder mich bewegen;
  • ein Kultur-, Sport- oder Gemeinschaftsangebot nutzen;
  • an einer Gruppe teilnehmen;
  • eine religiöse oder spirituelle Praxis gestalten;
  • mich an Entscheidungen beteiligen oder Interessen vertreten;
  • freie Zeit ohne zusätzliche Erwartungen verbringen.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? Was möchtest du, kannst es aber bisher nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen nutzen? Welche Unterstützung ist beteiligt?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel zugängliche Informationen, ein passender Ort, bezahlbare Angebote, nutzbare Teilnahmeformen, Begleitung oder die Möglichkeit, Pausen und Dauer selbst mitzugestalten.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Vielleicht möchtest du ein bestimmtes Angebot nutzen. Vielleicht fehlt dir bisher Raum, um herauszufinden, was du selbst möchtest. Vielleicht möchtest du eine vorhandene Tätigkeit beibehalten oder anders gestalten.

  • Was interessiert dich?
  • Was möchtest du allein oder mit anderen tun?
  • Welche Beteiligung ist dir wichtig?
  • Was gelingt bereits und soll erhalten bleiben?
  • Was möchtest du derzeit nicht ausweiten?
  • Was möchtest du ohne feste Aufgabe oder Ziel tun können?

Es gibt keine vorgegebene richtige Form von Freizeit. Zu Hause zu bleiben, einer vertrauten Tätigkeit nachzugehen oder allein etwas zu unternehmen kann deinem Wunsch entsprechen.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Eigene Wünsche und Interessen erkennen
  • Weißt du, womit du dich beschäftigen möchtest?
  • Gibt es Interessen, für die im Alltag kaum Raum bleibt?
  • Was möchtest du ausprobieren oder wieder aufnehmen?
  • Welche Erwartungen anderer passen nicht zu deinen Wünschen?
  • Möchtest du etwas tun, ohne es erklären oder begründen zu müssen?
  • Ist noch offen, was dir wichtig wäre?

Wofür möchte ich Raum haben?

Tatsächlich verfügbare Zeit
  • Welche Zeiträume wirken frei?
  • Wofür werden diese tatsächlich gebraucht?
  • Bleibt neben Versorgung, Wegen und anderen Aufgaben Zeit für etwas selbst Gewähltes?
  • Brauchst du einen Teil dieser Zeit für Entlastung oder einen Erholungsversuch?
  • Was geschieht, wenn du eine zusätzliche Aktivität einplanst?
  • Kannst du über deine freie Zeit selbst entscheiden?

Welche Zeit steht mir tatsächlich für mein Anliegen zur Verfügung?

Angebote und Informationen finden
  • Erfährst du von Angeboten, die dich interessieren?
  • Sind Informationen auffindbar und verständlich?
  • Ist erkennbar, was dort geschieht und was erwartet wird?
  • Findest du Angaben zu Zugang, Dauer, Kosten und Unterstützung?
  • Kannst du offene Fragen über einen nutzbaren Weg klären?
  • Brauchst du Unterstützung beim Suchen oder Vergleichen?

Welche Information brauche ich, bevor ich mich entscheiden kann?

Auswählen, anmelden und vorbereiten
  • Wie gelingt die Entscheidung für eine Möglichkeit?
  • Sind Anmeldung und Buchung für dich nutzbar?
  • Was musst du vorher organisieren oder beschaffen?
  • Ist klar, ob eine regelmäßige Teilnahme erwartet wird?
  • Kannst du Bedingungen oder Unterstützung vorab klären?
  • Was geschieht bei kurzfristigen Änderungen oder einer Absage?

Welcher Vorbereitungsschritt gelingt – und wo brauche ich Unterstützung?

Kosten und benötigte Mittel
  • Sind die Kosten verständlich und für dich tragbar?
  • Entstehen zusätzliche Ausgaben für Wege, Ausrüstung oder Begleitung?
  • Sind benötigte Gegenstände, Geräte oder Materialien verfügbar?
  • Kannst du vorhandene Ausstattung tatsächlich nutzen?
  • Gibt es eine passende Möglichkeit, ohne bestimmte Ausgaben teilzunehmen?
  • Was bleibt dazu noch zu klären?

Welche Mittel brauche ich, damit die Teilnahme möglich wird?

Den Ort erreichen und nutzen
  • Kannst du den Ort erreichen und wieder verlassen?
  • Ist der Zugang nutzbar?
  • Findest du dich vor Ort zurecht?
  • Sind Sitzplätze, Toiletten und andere benötigte Bereiche zugänglich?
  • Welche Rolle spielen Geräusche, Licht, Gerüche, Nähe oder viele Menschen?
  • Gibt es einen nutzbaren Ort für eine Unterbrechung?

Welche Bedingungen brauche ich vor Ort?

Für Wege und einzelne Bewegungsabläufe kannst du zusätzlich das Modul „Unterwegs sein und Orte erreichen“ nutzen.

Eine Tätigkeit beginnen und ausüben
  • Ist klar, wie du anfangen kannst?
  • Sind Regeln, Anleitungen oder Abläufe verständlich?
  • Kannst du Materialien und Geräte nutzen?
  • Kannst du die Tätigkeit in einem passenden Tempo ausführen?
  • Was geschieht bei Unterbrechungen?
  • Welche Anpassung oder Unterstützung hilft bei einem bestimmten Schritt?

Was macht die gewünschte Tätigkeit für mich zugänglich?

In einer Gruppe teilnehmen
  • Ist verständlich, wie du dazukommen und dich beteiligen kannst?
  • Sind unterschiedliche Ausdrucks- und Beteiligungsformen möglich?
  • Kannst du zunächst beobachten?
  • Wird berücksichtigt, wenn du nicht an jedem Teil mitmachst?
  • Kannst du Fragen stellen oder Unterstützung erhalten?
  • Was geschieht, wenn du eine Pause brauchst oder früher gehst?

Wie kann ich in der Gruppe auf eine für mich passende Weise beteiligt sein?

Für persönliche Beziehungen kannst du zusätzlich das Modul „Kontakte und Beziehungen gestalten“ nutzen.

Zu Hause und digital teilnehmen
  • Kannst du deine gewünschte Tätigkeit zu Hause ausüben?
  • Sind Raum, Materialien oder technische Voraussetzungen vorhanden?
  • Ist ein digitales Angebot für dich nutzbar?
  • Kannst du Tempo, Lautstärke oder Darstellung mitgestalten?
  • Welche Rolle spielen Unterbrechungen, Plattformregeln oder Erwartungen an Erreichbarkeit?
  • Entspricht diese Form deinem Wunsch, oder nutzt du sie nur, weil andere Möglichkeiten fehlen?

Welche Teilnahmeform möchte ich – und welche ist tatsächlich zugänglich?

Eine digitale oder häusliche Teilnahme kann eine passende Wahl sein. Sie ersetzt nicht automatisch eine gewünschte Begegnung vor Ort.

Dauer, Pausen und Veränderungen mitgestalten
  • Kannst du entscheiden, wie lange du teilnimmst?
  • Sind Pausen möglich, ohne dass du die gesamte Teilnahme verlierst?
  • Kannst du später dazukommen oder früher gehen?
  • Werden deine Grenzen berücksichtigt?
  • Was geschieht, wenn sich der Ablauf verändert?
  • Kannst du eine andere Form der Beteiligung wählen?

Welchen Spielraum brauche ich während der Teilnahme?

Religiöse oder spirituelle Praxis

Dieser Abschnitt ist freiwillig. Du kannst ihn vollständig überspringen. Persönliche Überzeugungen musst du nicht erläutern.

  • Gibt es eine religiöse oder spirituelle Praxis, die du gestalten möchtest?
  • Möchtest du sie allein, gemeinsam oder in einer bestimmten Gemeinschaft ausüben?
  • Sind Orte, Informationen und Abläufe für dich zugänglich?
  • Können benötigte Unterschiede berücksichtigt werden?
  • Welche Unterstützung möchtest du nutzen?
  • Kannst du selbst entscheiden, ob und wie du teilnimmst?

Was brauche ich für meine selbst gewählte Praxis oder Beteiligung?

Eine religiöse oder spirituelle Praxis ist kein vorausgesetztes Lebensziel.

Gesellschaftliche Mitbestimmung und Interessenvertretung

Dieser Abschnitt ist freiwillig. Eine politische Haltung oder Zugehörigkeit musst du nicht angeben.

  • Möchtest du an Entscheidungen in deinem Umfeld oder am politischen Leben teilnehmen?
  • Sind Informationen und Beteiligungswege verständlich und zugänglich?
  • Kannst du deine Sicht in einer für dich passenden Form einbringen?
  • Sind Versammlungen, Abstimmungen oder andere Beteiligungsformen nutzbar?
  • Werden Beiträge berücksichtigt, die schriftlich oder zeitversetzt eingebracht werden?
  • Welche Unterstützung würde deine eigene Entscheidung und Beteiligung ermöglichen?

Wo möchte ich mitbestimmen, und was brauche ich dafür?

Ehrenamt und gemeinschaftliche Aufgaben
  • Möchtest du eine Aufgabe in einer Gruppe, Initiative oder Gemeinschaft übernehmen?
  • Sind Aufgabe, Umfang und Zuständigkeiten klar?
  • Kannst du Grenzen und verfügbare Zeiten vereinbaren?
  • Ist Unterstützung vorhanden?
  • Was geschieht, wenn du zeitweise ausfällst?
  • Kannst du die Aufgabe verändern oder beenden?

Welche Form des Beitragens passt zu meinen Wünschen und Möglichkeiten?

Eine Aufgabe zu übernehmen ist keine Voraussetzung dafür, dazuzugehören.

Freizeit und der übrige Alltag
  • Was gelingt einzeln, lässt sich aber schwer mit anderen Anforderungen verbinden?
  • Was muss warten, damit eine gewünschte Aktivität möglich wird?
  • Was übernehmen andere?
  • Welche Auswirkungen bemerkst du danach oder an Folgetagen?
  • Fallen Freizeit und gewünschte Beteiligung wiederholt als Erstes aus?
  • Wann verläuft es anders?

Was brauche ich, damit mein Anliegen im Alltag tatsächlich Platz hat?

Unterstützung und eigene Entscheidungen
  • Welche Unterstützung möchtest du beim Planen, Erreichen oder Teilnehmen?
  • Was möchtest du selbst entscheiden oder erledigen?
  • Kannst du die Unterstützung unabhängig von einer bestimmten Aktivität nutzen?
  • Ist sie zu den benötigten Zeiten verfügbar?
  • Wird akzeptiert, wenn du etwas anderes möchtest als vorgeschlagen?
  • Bleibt Raum für Privatsphäre und selbst gewählte Kontakte?

Welche Unterstützung ermöglicht meine gewünschte Beteiligung?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich nehme am gewünschten Kurs nicht teil.“„Die Anmeldung ist nur über einen für mich nicht nutzbaren Kontaktweg möglich.“„Ich möchte einen anderen Anmeldeweg klären. Ob danach weitere Schwierigkeiten bestehen, weiß ich noch nicht.“
„Ich verlasse die Veranstaltung früher, als ich möchte.“„Es gibt keinen nutzbaren Bereich mit weniger Reizen und keine Möglichkeit zum Wiedereintritt.“„Eine Unterbrechung mit anschließender Rückkehr könnte helfen. Das wurde bisher nicht erprobt.“
„Ich kann meine Sicht in der Gruppe kaum einbringen.“„Beiträge werden ausschließlich spontan mündlich gesammelt.“„Bei einem anderen Treffen konnte ich mich schriftlich beteiligen.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Auch Kosten, fehlende Unterstützung oder Regeln zur Teilnahme können eine Rolle spielen. Ob und wie eine Bedingung deine Situation erschwert, darf zunächst offenbleiben.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle eine tatsächliche Aktivität, Veranstaltung oder einen Versuch, daran teilzunehmen.

  • Was wolltest du ermöglichen?
  • Was war dir daran wichtig?
  • Was musste vorbereitet werden?
  • Was geschah nacheinander?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren vorhanden?
  • Was gelang, was blieb offen?
  • Was war danach noch möglich?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Die gewünschte Tätigkeit gelang unter passenden Bedingungen.
  • Ein Teil der Teilnahme gelang.
  • Die Teilnahme wurde mit Unterstützung möglich.
  • Ich war anwesend, konnte mich aber nicht so beteiligen, wie ich wollte.
  • Eine gewünschte Aktivität kam nicht zustande.
  • Ich wählte bewusst eine andere Tätigkeit oder keine Teilnahme.
  • Eine benötigte Unterstützung oder ein nutzbarer Zugang fehlte.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Hilfe weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

„Unterstützung bei Freizeit und Teilhabe“ kann unterschiedliche Aufgaben umfassen.

BereichMöglicher Beitrag der Unterstützung
OrientierungInformationen zu gewünschten Angeboten zugänglich machen.
VorbereitungAnmeldung, benötigte Mittel oder offene Fragen gemeinsam bearbeiten.
ZugangWege, Begleitung, technische Voraussetzungen oder einen nutzbaren Ort ermöglichen.
DurchführungEinzelne Schritte oder die gewählte Kommunikation unterstützen.
SpielraumPausen, Dauer und unterschiedliche Beteiligungsformen abstimmen.
MitbestimmungInformationen und Wege für eigene Beiträge zugänglich machen.
VerlässlichkeitUmfang, Verfügbarkeit und mögliche Vertretung klären.

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
  • Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Unterstützung soll deine Wünsche zugänglich machen. Sie muss nicht darauf zielen, mehr Aktivitäten oder mehr Gruppenkontakte herzustellen.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Eine gewünschte Aktivität kann angenehm, bedeutsam und zugleich anstrengend sein. Sie muss keine Erholung bewirken, um wichtig zu sein.

Wenn es für dein Anliegen relevant ist, beschreibe:

  • Auswahl und Planung;
  • Anmeldung und Vorbereitung;
  • Wege und Orientierung;
  • die Tätigkeit oder Beteiligung selbst;
  • Organisation von Unterstützung;
  • Nachbereitung;
  • Auswirkungen auf Versorgung, Kontakte oder andere Vorhaben.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.

Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Freizeit und Erholungsversuch können sich überschneiden. Sie sind dennoch nicht dasselbe. Auch ein Rückzug während einer Veranstaltung sagt noch nicht, ob Erholung eintritt.

Freie Zeit ist nicht automatisch verfügbare Zeit. Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Diese selbst gewählte Tätigkeit oder Form der Beteiligung ist mir wichtig:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • verständliche Informationen vor einer Entscheidung erhalten;
  • einen nutzbaren Anmeldeweg klären;
  • Zugang zu benötigten Materialien oder Geräten erhalten;
  • einen erreichbaren und nutzbaren Ort wählen;
  • Begleitung zu den benötigten Zeiten vereinbaren;
  • Pausen und eine spätere Rückkehr ermöglichen;
  • schriftliche oder zeitversetzte Beiträge berücksichtigen;
  • Umfang und Dauer selbst mitgestalten;
  • verlässlich Zeit für ein eigenes Interesse haben.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir und der Situation ab. Wichtig sind auch Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit und deine Entscheidungsfreiheit.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Persönliche Überzeugungen, Zugehörigkeiten oder vertrauliche Inhalte musst du dafür nicht erläutern. Häufig reicht eine allgemeine Beschreibung der gewünschten Beteiligung.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte an einem offenen Zeichenangebot teilnehmen und dort gelegentlich gemeinsam mit anderen zeichnen.“

Beobachtung

„Bei zwei Besuchen konnte ich Materialien auswählen und mit dem Zeichnen beginnen. Nach einiger Zeit verließ ich den Raum, weil ich weniger Geräusche und Bewegung um mich herum brauchte. Danach ging ich nach Hause, obwohl ich meine Zeichnung gern fortgesetzt hätte.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Das Angebot fand in einem gemeinsam genutzten Raum statt. Einen anderen Platz für eine Unterbrechung kannte ich nicht. Ob eine ruhigere Sitzmöglichkeit oder eine Pause außerhalb des Raums helfen würde, weiß ich noch nicht.“

Was bereits gelingt

„Die Tätigkeit selbst ist mir wichtig. Ich komme eigenständig zum Angebot und wähle meine Materialien selbst aus. Eine ansprechbare Person erklärte mir beim ersten Besuch, wo ich alles finde.“

Aufwand und Erholung

„Nach dem zweiten Besuch zog ich mich zu Hause zurück. Ich versuchte dabei nicht gezielt, mich zu erholen, sondern wollte zunächst weniger Eindrücke. Später fühlte ich mich ruhiger. Ob und in welchem Umfang das eine Erholung war, kann ich nicht genauer sagen.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte klären, ob ich einen ruhigeren Platz nutzen und nach einer Unterbrechung zurückkehren kann. Mir ist wichtig, weiterhin an diesem Angebot teilzunehmen.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Die Teilnahme am Zeichenangebot gelingt teilweise. Die Tätigkeit selbst kann ich ausüben; während der bisherigen Besuche brauchte ich jedoch eine Unterbrechung und setzte die Teilnahme danach nicht fort. Ich möchte Möglichkeiten für einen ruhigeren Platz und eine Rückkehr nach einer Pause klären.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Hat mein gewünschtes Anliegen tatsächlich Platz im Alltag?
  • Sind Informationen und Anmeldung zugänglich?
  • Kann ich den Ort, die Materialien oder die Technik nutzen?
  • Kann ich mich auf eine für mich passende Weise beteiligen?
  • Kann ich Dauer, Pausen und Grenzen mitgestalten?
  • Ist Unterstützung verfügbar und von mir gewünscht?
  • Werden meine Entscheidungen und Beiträge berücksichtigt?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf andere Lebensbereiche?
  • Entsteht an anderer Stelle zusätzlicher Aufwand?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob deine selbst gewählte Tätigkeit und Beteiligung zugänglicher werden. Mehr Aktivitäten, häufigere Teilnahme oder eine größere Gruppe sind kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul orientiert sich insbesondere an Kapitel d9 „Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben“. Die Zusammenführung dieser Themen ist eine alltagsnahe Auswahl von Neurofacetten.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d910: GemeinschaftslebenKann beispielsweise die Beteiligung an Vereinigungen und anderen Formen des Gemeinschaftslebens betreffen.
d920: Erholung und FreizeitUmfasst unterschiedliche Freizeitaktivitäten, etwa Spiel, Sport, Kultur, Hobbys und Geselligkeit.
d930: Religion und SpiritualitätKann die selbst gewählte Beteiligung an religiösen oder spirituellen Aktivitäten betreffen.
d940: MenschenrechteKann berührt sein, wenn es um die Wahrnehmung entsprechender Rechte geht. Das Modul prüft keine konkrete Rechtsverletzung.
d950: Politisches Leben und StaatsbürgerschaftKann beispielsweise politische Beteiligung und die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Aufgaben betreffen.
UmweltfaktorenBeispielsweise Angebote, räumliche und technische Zugänge, finanzielle Mittel, Unterstützung und Einstellungen anderer.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

Die Bezeichnung d920 „Erholung und Freizeit“ bedeutet nicht, dass eine dort eingeordnete Aktivität tatsächlich zu Erholung führt.

Je nach Situation können weitere Bereiche wichtig sein, etwa Kommunikation, Mobilität oder Beziehungen. Manche ehrenamtlichen Aufgaben können auch den Bereich unbezahlter Tätigkeit berühren; nicht jedes Engagement ist ausschließlich eine Freizeitaktivität.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keine bestimmte Freizeitgestaltung, Gemeinschaftszugehörigkeit oder gesellschaftliche Beteiligung als Ziel vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

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