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Kontakte und Beziehungen gestalten

Zur Modulauswahl · Beobachtungen zusammenführen

Barriereregister · Modul 5 von 17

Kontakte und Beziehungen gestalten

Ein beantworteter Anruf, ein Treffen oder eine bestehende Beziehung sagt noch nicht, wie der Kontakt möglich wird. Vielleicht braucht es Vorbereitung, Unterstützung oder lange Unterbrechungen zwischen Begegnungen. Vielleicht besteht ein Wunsch nach Nähe, während die verfügbaren Kontaktformen schwer zugänglich sind.

Auch wenige Kontakte oder viel Zeit allein sagen für sich genommen nicht, ob etwas fehlt. Entscheidend ist, welche Beziehungen du möchtest und unter welchen Bedingungen du sie gestalten kannst.

Diese Arbeitshilfe unterstützt dich dabei, Situationen, Wünsche und Schwierigkeiten genauer anzusehen. Du musst noch nicht wissen, wodurch eine Schwierigkeit entsteht.

Die Leitfrage lautet: Was brauche ich, damit ich Kontakte und Beziehungen nach meinen Möglichkeiten und Wünschen gestalten kann?

Wähle nur die Fragen, die dir helfen. Du musst nichts vollständig ausfüllen und keine Schwierigkeiten nachweisen. Namen, private Nachrichten und intime Einzelheiten musst du hier nicht festhalten.

Kurz anfangen

Drei Fragen reichen

1. Was möchte ich ermöglichen?

Zum Beispiel:

  • einen gewünschten Kontakt aufnehmen oder erhalten;
  • eine Nachricht beantworten;
  • mit jemandem Zeit verbringen;
  • Nähe oder Abstand selbst mitgestalten;
  • Wünsche und Grenzen mitteilen;
  • ein Missverständnis klären;
  • nach einer längeren Unterbrechung wieder Kontakt aufnehmen;
  • eine Beziehung verändern oder beenden;
  • Unterstützung nutzen, ohne persönliche Entscheidungen abzugeben.

2. Was geschieht tatsächlich?

Was gelingt bereits? Wo wird es schwierig? Welche Kontaktformen passen? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Kontakt, den du möchtest, und dem, der tatsächlich möglich ist?

3. Was hilft oder fehlt?

Zum Beispiel passende Kommunikationswege, klare Absprachen, mehr Antwortzeit, ein zugänglicher Treffpunkt oder die Akzeptanz von Pausen und Grenzen.

„Das weiß ich noch nicht“ ist ebenfalls eine mögliche Antwort.

Meine Situation in wenigen Sätzen

Ich möchte oder brauche …

Derzeit gelingt …

Schwierig wird es, wenn …

Leichter gelingt es, wenn …

Ich wünsche mir beziehungsweise möchte klären …

Du kannst hier aufhören. Die folgenden Abschnitte sind eine freiwillige Vertiefung.

Genauer entdecken

Optional genauer entdecken

Eine Frage reicht. Du musst die Abschnitte weder der Reihe nach noch vollständig bearbeiten.

Mögliche Antworten sind:

weiß ich noch nicht · wechselnd · trifft nicht zu · möchte ich nicht beantworten

1. Mein Anliegen

Es kann um Freundschaften, Familie, Nachbarschaft, Bekanntschaften, Partnerschaft oder andere Beziehungen gehen. Auch Kontakte zu Kolleg:innen, Fachpersonen oder Menschen in einer Gruppe können wichtig sein.

  • Welchen Kontakt möchtest du gestalten?
  • Was ist dir daran wichtig?
  • Möchtest du mehr Kontakt, eine andere Form oder mehr Abstand?
  • Was gelingt bereits und soll erhalten bleiben?
  • Was möchtest du selbst entscheiden?
  • Was möchtest du derzeit nicht verändern?

Es gibt keine vorgegebene richtige Zahl oder Häufigkeit von Kontakten. Alleinsein kann gewünscht sein. Es kann aber auch bedeuten, dass gewünschter Kontakt nicht zugänglich ist.

2. Entdeckungsfragen

Öffne nur das Thema, das dir gerade hilft. Jedes Thema lässt sich einzeln auf- und zuklappen.

Eigene Kontaktwünsche bemerken
  • Weißt du, ob und mit wem du Kontakt möchtest?
  • Wird dir ein Wunsch nach Nähe oder Abstand unmittelbar oder erst später deutlich?
  • Gibt es einen Unterschied zwischen deinen Wünschen und den Erwartungen anderer?
  • Welche Formen von Kontakt empfindest du als passend?
  • Was fehlt dir möglicherweise?
  • Was möchtest du bewusst so lassen, wie es ist?

Welche Beziehung oder Form von Kontakt ist mir wichtig?

Kontakt aufnehmen
  • Wie gelingt es dir, jemanden anzusprechen oder eine Nachricht zu beginnen?
  • Weißt du, über welchen Weg Kontakt möglich ist?
  • Was geschieht zwischen dem Wunsch und dem ersten Schritt?
  • Ist unklar, was du schreiben oder sagen könntest?
  • Helfen ein konkreter Anlass, eine Einladung oder Unterstützung beim Formulieren?
  • Welche Kontaktwege sind für dich zugänglich?

Was erleichtert mir einen ersten Schritt?

Nachrichten lesen und beantworten
  • Kannst du eingehende Nachrichten bemerken und einordnen?
  • Weißt du, ob eine Antwort erwartet wird?
  • Was geschieht beim Formulieren und Abschicken?
  • Welche Rolle spielen Umfang, viele Rückfragen oder mehrere Nachrichtenkanäle?
  • Kannst du später oder kurz antworten?
  • Werden deine tatsächlichen Antwortmöglichkeiten berücksichtigt?

An welchem Schritt wird der Nachrichtenaustausch schwierig?

Für einzelne Kommunikationsschritte kannst du zusätzlich das Modul „Kommunikation nach eigenen Möglichkeiten“ nutzen.

Kontakt aufrechterhalten oder wieder aufnehmen
  • Welche Form und Häufigkeit passen für dich?
  • Helfen wiederkehrende Verabredungen oder andere Absprachen?
  • Was geschieht nach einer längeren Unterbrechung?
  • Kannst du wieder Kontakt aufnehmen, ohne die gesamte Pause erklären zu müssen?
  • Wird aus einer ausbleibenden Antwort etwas geschlossen, das du nicht ausdrücken wolltest?
  • Welche Erwartungen bleiben unausgesprochen?

Welche Absprachen könnten den Kontakt für beide Seiten verständlicher machen?

Treffen vereinbaren und ermöglichen
  • Wie gelingt es, Zeitpunkt, Ort und Dauer abzustimmen?
  • Kannst du sagen, welche Bedingungen du brauchst?
  • Ist der Treffpunkt erreichbar und nutzbar?
  • Welche Rolle spielen Kosten, Wege oder benötigte Unterstützung?
  • Was geschieht bei kurzfristigen Änderungen?
  • Kannst du eine Verabredung verändern oder absagen?

Was macht ein Treffen für mich tatsächlich möglich?

Für ausführlichere Fragen zur Organisation kannst du das Modul „Termine vereinbaren, vorbereiten und wahrnehmen“ nutzen.

Gemeinsam Zeit verbringen
  • Welche gemeinsamen Tätigkeiten passen zu deinen Wünschen?
  • Muss währenddessen gesprochen werden, oder sind andere Formen möglich?
  • Kannst du das Tempo und die Dauer mitgestalten?
  • Welche Rolle spielen Geräusche, Licht, Nähe oder viele gleichzeitige Eindrücke?
  • Kannst du eine Pause machen oder früher gehen?
  • Wird berücksichtigt, wenn deine Möglichkeiten während eines Treffens wechseln?

Unter welchen Bedingungen kann ich die gemeinsame Zeit so gestalten, wie ich es möchte?

Gruppen und Zugehörigkeit
  • Möchtest du an einer bestimmten Gruppe teilnehmen?
  • Ist klar, wie du dazukommen und dich beteiligen kannst?
  • Gibt es Raum für unterschiedliche Ausdrucks- und Beteiligungsformen?
  • Was geschieht, wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen?
  • Kannst du zunächst beobachten oder zeitweise aussetzen?
  • Welche Bedingungen erleichtern dir das Gefühl, dazuzugehören?

Was ermöglicht mir eine gewünschte Beteiligung in der Gruppe?

Gegenseitiges Verstehen und Missverständnisse
  • Kommt bei anderen an, was du ausdrücken möchtest?
  • Verstehst du, was andere mit einer Aussage oder Handlung meinen?
  • Kannst du nachfragen, ohne abgewertet zu werden?
  • Werden Stimme, Mimik, Blickrichtung oder Antwortzeit anders gedeutet, als du es beabsichtigst?
  • Können unterschiedliche Erwartungen ausdrücklich besprochen werden?
  • Ist eine Klärung auch später oder schriftlich möglich?

Welche Missverständnisse wiederholen sich, und was hilft beim Klären?

Nicht jedes Missverständnis liegt bei einer einzelnen Person. Du darfst beschreiben, wie die Verständigung zwischen den Beteiligten verläuft.

Wünsche, Grenzen und Erreichbarkeit
  • Kannst du sagen, wann und wie du erreichbar sein möchtest?
  • Kannst du „Nein“, „nicht jetzt“ oder „ich brauche Abstand“ ausdrücken?
  • Wird eine Grenze berücksichtigt, ohne dass du sie wiederholt begründen musst?
  • Kannst du selbst entscheiden, welche persönlichen Informationen du teilst?
  • Was geschieht bei unangekündigten Besuchen oder wiederholten Kontaktversuchen?
  • Welche Absprachen würden dir mehr Entscheidungsspielraum geben?

Welche Grenze oder Vereinbarung ist mir wichtig?

Meinungsverschiedenheiten und Konflikte
  • Kannst du ansprechen, dass etwas für dich nicht passt?
  • Gibt es eine Form, in der du dein Anliegen verständlich mitteilen kannst?
  • Bekommst du Zeit, um eine Situation einzuordnen und zu antworten?
  • Kann ein Gespräch unterbrochen und später fortgesetzt werden?
  • Was geschieht, wenn du eine andere Sicht hast?
  • Möchtest du Unterstützung bei einer Klärung – und wenn ja, welche?

Was brauche ich, um eine Meinungsverschiedenheit nach meinen Möglichkeiten anzusprechen?

Die Arbeitshilfe setzt nicht voraus, dass jeder Konflikt gemeinsam geklärt oder jede Beziehung erhalten werden soll.

Nähe, Partnerschaft und Intimität

Dieser Abschnitt ist freiwillig. Du kannst ihn vollständig überspringen. Persönliche Einzelheiten sind nicht erforderlich.

  • Gibt es Formen von Nähe, Partnerschaft oder Intimität, die du gestalten möchtest?
  • Kannst du Wünsche, Zustimmung, Unsicherheit und Ablehnung in deiner gewählten Form mitteilen?
  • Werden deine Grenzen berücksichtigt?
  • Sind ausreichend Privatsphäre und selbst gewählte Kontaktmöglichkeiten vorhanden?
  • Welche äußeren Bedingungen erschweren eine gewünschte Begegnung?
  • Brauchst du Unterstützung bei der Organisation, ohne persönliche Entscheidungen abzugeben?

Welche Bedingungen unterstützen meine Wünsche, Grenzen und Privatsphäre?

Eine Partnerschaft oder sexuelle Beziehung ist kein vorausgesetztes Lebensziel.

Familienbeziehungen und unterschiedliche Rollen
  • Welche Kontakte innerhalb deiner Familie möchtest du gestalten?
  • Welche Erwartungen bestehen an Besuche, Erreichbarkeit oder Unterstützung?
  • Passen diese Erwartungen zu deinen Möglichkeiten und Wünschen?
  • Kannst du Aufgaben und Kontakt voneinander unterscheiden?
  • Gibt es Abhängigkeiten, die deine Wahlmöglichkeiten beeinflussen?
  • Welche Vereinbarung würde dir helfen?

Was möchte ich in meinen Familienbeziehungen erhalten oder verändern?

Für Sorgeaufgaben kannst du zusätzlich das Modul „Für andere sorgen und eigene Unterstützung ermöglichen“ nutzen.

Formelle Kontakte und Machtunterschiede
  • Wie gelingt der Kontakt zu Fachpersonen, Vorgesetzten oder anderen zuständigen Personen?
  • Ist verständlich, welche Rolle die Beteiligten haben?
  • Werden Fragen direkt an dich gerichtet?
  • Kannst du widersprechen, nachfragen oder Unterstützung hinzuziehen?
  • Werden deine gewählten Kommunikationsformen berücksichtigt?
  • Was geschieht, wenn du eine andere Vorgehensweise brauchst?

Was ermöglicht mir, mein Anliegen in diesem Kontakt selbst einzubringen?

Beziehungen verändern, unterbrechen oder beenden
  • Möchtest du einen Kontakt anders gestalten oder verringern?
  • Kannst du diesen Wunsch ausdrücken?
  • Welche praktischen Abhängigkeiten müssen dabei berücksichtigt werden?
  • Brauchst du Unterstützung bei der Organisation oder Formulierung?
  • Wird eine Unterbrechung oder Beendigung respektiert?
  • Was ist noch offen?

Welche Veränderung wünsche ich mir, und wobei brauche ich Unterstützung?

Kontakte und der übrige Alltag
  • Wie viel Vorbereitung oder Nachbereitung gehört zu einem Kontakt?
  • Was gelingt einzeln, aber nicht zusammen mit anderen Anforderungen?
  • Musst du gewünschte Begegnungen absagen, damit notwendige Aufgaben möglich bleiben?
  • Was muss nach einem Treffen warten?
  • Welche Unterschiede bemerkst du zwischen Kontaktformen oder Zeitpunkten?
  • Bleiben gewünschte Beziehungen wiederholt zurück?

Wie passen meine Kontaktwünsche und meine tatsächlichen Möglichkeiten zusammen?

Unterstützung und Privatsphäre
  • Möchtest du Hilfe beim Kontaktaufnehmen, Planen oder Kommunizieren?
  • Welche Aufgabe soll eine unterstützende Person übernehmen?
  • Was möchtest du selbst mitteilen oder entscheiden?
  • Kannst du prüfen und korrigieren, was für dich formuliert wird?
  • Bleibt Raum für Kontakte ohne Anwesenheit der unterstützenden Person?
  • Werden vertrauliche Inhalte entsprechend deinen Absprachen behandelt?

Welche Unterstützung ermöglicht Kontakt und wahrt meine Entscheidungen?

Meine eigene Ergänzung

Welche wichtige Situation oder Erfahrung fehlt hier für mich?

3. Schwierigkeiten und mögliche Barrieren unterscheiden

Eine Schwierigkeit beschreibt zunächst, was bei einer Tätigkeit geschieht. Eine Barriere ist im fachlichen Sinn der ICF eine hindernde äußere Bedingung.

Beides kann zusammenhängen, ist aber nicht dasselbe.

Meine BeobachtungÄußere BedingungWas ich über den Zusammenhang weiß oder vermute
„Ich nehme an den Treffen selten teil, obwohl ich teilnehmen möchte.“„Der gewählte Ort ist für mich nicht zugänglich.“„An einem anderen Ort konnte ich bereits teilnehmen.“
„Der Nachrichtenaustausch bricht wiederholt ab.“„Es wird eine schnelle Antwort erwartet; spätere Antworten werden als Desinteresse verstanden.“„Eine ausdrückliche Absprache könnte helfen. Das ist noch nicht geklärt.“
„Ich kann während der Treffen kaum eigene Beiträge einbringen.“„Mehrere Personen sprechen gleichzeitig; meine schriftlichen Beiträge werden nicht aufgegriffen.“„In einem Austausch zu zweit konnte ich mein Anliegen zuletzt mitteilen.“

Du musst eine Barriere noch nicht sicher benennen können. Dein Befinden und persönliche Umstände dürfen ebenfalls Teil der Beschreibung sein. Eine Beschwerde ist keine Umweltbarriere, kann aber für das Verständnis deiner Situation wichtig sein.

Dass eine andere Person keinen Kontakt möchte, ist für sich genommen keine Umweltbarriere. Ihre Wünsche und Grenzen bleiben zu berücksichtigen.

4. Eine konkrete Situation verstehen

Wähle eine tatsächliche Begegnung, einen Nachrichtenaustausch oder einen Versuch, Kontakt aufzunehmen.

  • Welchen Kontakt wolltest du?
  • Was war dir dabei wichtig?
  • Was geschah nacheinander?
  • Wo wurde es schwierig?
  • Welche Bedingungen und Unterstützung waren vorhanden?
  • Was konnte ausgedrückt oder geklärt werden?
  • Was blieb offen?
  • Was war danach noch möglich?

Vielleicht passt eine dieser Beschreibungen:

  • Der Kontakt gelang unter passenden Bedingungen.
  • Ein Teil der gewünschten Verständigung gelang.
  • Der Kontakt wurde mit Unterstützung möglich.
  • Ich war dabei, konnte mich aber nicht so beteiligen, wie ich wollte.
  • Eine gewünschte Begegnung kam nicht zustande.
  • Ich wollte Abstand und konnte ihn mitteilen.
  • Mein Wunsch oder meine Grenze wurde nicht berücksichtigt.
  • Wie die Situation einzuordnen ist, weiß ich noch nicht.

Du musst belastende Situationen nicht wiederholen oder Unterstützung weglassen, um deinen Bedarf zu beschreiben.

5. Unterstützung und Bedingungen des Gelingens

„Unterstützung bei sozialen Kontakten“ kann unterschiedliche Aufgaben umfassen.

BereichMöglicher Beitrag der Unterstützung
KontaktaufnahmeAuf deinen Wunsch eine Nachricht gemeinsam formulieren oder einen Kontaktweg zugänglich machen.
PlanungZeitpunkt, Ort, Dauer und benötigte Bedingungen abstimmen.
ZugangWege, Begleitung oder technische Voraussetzungen ermöglichen.
KommunikationDeine gewählte Ausdrucksform unterstützen oder eine spätere Klärung ermöglichen.
GrenzenGemeinsam eine verständliche Mitteilung oder Vereinbarung vorbereiten.
VerlässlichkeitUmfang, Verfügbarkeit und Grenzen der Unterstützung klären.
PrivatsphäreUnterstützung so gestalten, dass selbst gewählte vertrauliche Kontakte möglich bleiben.

Halte auch fest:

  • Was entscheidest und erledigst du selbst?
  • Was geschieht gemeinsam?
  • Was wird auf deinen Wunsch übernommen?
  • Kannst du mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?
  • Wie aufwendig ist es, sie zu organisieren?
  • Was hast du bei fehlender Unterstützung beobachtet?
  • Was weißt du darüber noch nicht?

Unterstützung soll deine Kontaktwünsche zugänglich machen. Sie muss nicht darauf zielen, mehr Kontakte herzustellen oder eine bestimmte Art des Umgangs einzuüben.

6. Aufwand, Auswirkungen und Erholung

Zu einem Kontakt können mehr Anforderungen gehören als die sichtbare Begegnung oder Nachricht.

Wenn es für dein Anliegen wichtig ist, beschreibe:

  • Planen und Abstimmen;
  • Vorbereiten von Themen oder Formulierungen;
  • Wege und Orientierung;
  • Aufmerksamkeit und Verständigung während des Kontakts;
  • spätere Klärungen;
  • Organisation von Unterstützung;
  • Auswirkungen auf andere Beziehungen, Versorgung oder Vorhaben.

Ungefähre Angaben reichen. Zeiten können sich überschneiden und müssen nicht addiert werden.

Brauchte ich anschließend Entlastung? Gab es dafür eine tatsächliche Möglichkeit? Habe ich Erholung versucht – und welche Veränderung habe ich wahrgenommen?

Dabei unterscheiden wir:

BegriffBedeutung in dieser Arbeitshilfe
ErholungsbedarfDein wahrgenommener Bedarf an Entlastung. Er sagt noch nicht, ob eine passende Möglichkeit vorhanden ist.
RuhezeitEin Zeitraum mit tatsächlich verringerten Anforderungen. Er führt nicht automatisch zu Erholung.
RückzugEine Verringerung von Kontakten oder Reizen. Ob der Rückzug gewünscht ist und wie er wirkt, bleibt zunächst offen.
ErholungsversuchEtwas, das du mit der Absicht tust, dich zu erholen. Die Bezeichnung enthält noch keine Aussage über den Erfolg.
Wahrgenommene ErholungEine von dir bemerkte Verbesserung deines Zustands. Sie kann teilweise, vorübergehend oder verzögert eintreten.

Diese Arbeitsbegriffe sind eine eigene Ausarbeitung von Neurofacetten.

Kontakt kann angenehm und zugleich anstrengend sein. Zeit allein ist nicht automatisch Erholung oder verfügbare Zeit. Auch ein Erholungsbedarf nach einer Begegnung sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob du den Kontakt möchtest.

Erholung muss sich nicht durch anschließende Produktivität beweisen.

Meine Situation festhalten

Mein Situationsblatt

Du kannst dieses Blatt für eine einzelne Situation oder ein wiederkehrendes Muster verwenden. Stichpunkte genügen. Namen sind nicht erforderlich.

Mein Wunsch oder notwendiges Anliegen

Das möchte oder muss ich ermöglichen:

Das gelingt bereits:

Konkrete Tätigkeit und Schwierigkeit

Situation und betrachteter Zeitraum:

Das geschieht tatsächlich:

Hier wird es schwierig – falls ich das schon eingrenzen kann:

Diese Form von Kontakt, Nähe, Abstand oder Beteiligung möchte ich gestalten:

Häufigkeit, Dauer und Unterschiede

Wie häufig und wie lange tritt die Schwierigkeit ungefähr auf?

Seit wann kenne ich sie?

Wann gelingt es leichter, schwerer oder auf andere Weise?

Bedingungen des Gelingens und mögliche Barrieren

Diese Bedingungen erleichtern die Situation:

Diese äußeren Bedingungen erschweren die Situation nach meiner Beobachtung oder kommen als Erklärung infrage:

Diese Unterstützung oder zugängliche Möglichkeit fehlt:

Was ich zu meinem Befinden oder meinen persönlichen Umständen ergänzen möchte – freiwillig:

Vorhandene Unterstützung

Wer oder was unterstützt mich? Wobei genau?

Was entscheide und erledige ich selbst, was gemeinsam, was wird übernommen?

Kann ich mit dieser Hilfe rechnen? Wann ist sie verfügbar?

Was habe ich bei fehlender Unterstützung beobachtet?

Aufwand und Auswirkungen

Eigene zusätzliche Zeit und Anstrengung:

Aufwand unterstützender Personen, soweit bekannt:

Was ist anschließend möglich? Was muss warten, übernimmt jemand anderes oder fällt aus?

Erholungsbedarf und Verlauf

Welche Entlastung brauche ich?

Welche Ruhezeit oder Möglichkeit zum Rückzug besteht tatsächlich?

Was habe ich mit der Absicht versucht, mich zu erholen?

Welche Veränderung habe ich wahrgenommen – oder konnte ich noch nicht beurteilen?

Gewünschte Veränderung

Das wünsche ich mir beziehungsweise möchte ich klären:

Brauche ich Unterstützung oder andere Bedingungen? Wenn ja: wobei?

Wer könnte bei der Veränderung helfen oder darüber entscheiden? Weiß ich das schon?

Offene Fragen und Grundlage meiner Angaben

Was ist beobachtet, was vermutet und was noch unklar?

Meine Angaben beruhen auf:

☐ eigener Erinnerung

☐ ungefährer Schätzung

☐ zeitnahen Notizen

☐ gemeinsam besprochenen Beobachtungen

☐ anderem: …………………………………………………………..

Beim Formulieren wurde ich unterstützt durch:

Ergänzende Beobachtungen anderer, getrennt von meinen eigenen Angaben:

Für andere zusammenfassen

Für andere beschreiben

7. Eine gewünschte Veränderung formulieren

Du musst noch keine fertige Lösung kennen.

Ich möchte … ermöglichen.
Bisher gelingt das unter folgenden Bedingungen: …
Schwierig wird es bei …
Ich brauche Unterstützung oder andere Bedingungen für …
Welche Lösung passt, möchte ich gemeinsam klären.

Mögliche Anliegen sind beispielsweise:

  • einen passenden Kommunikationsweg vereinbaren;
  • Antwortzeiten und Erreichbarkeit ausdrücklich abstimmen;
  • einen zugänglichen Treffpunkt wählen;
  • Dauer und Ablauf einer Begegnung mitgestalten;
  • Pausen oder eine frühere Verabschiedung ermöglichen;
  • unterschiedliche Ausdrucksformen berücksichtigen;
  • Unterstützung bei der Kontaktaufnahme nutzen;
  • Privatsphäre bei unterstützten Kontakten wahren;
  • einen Kontakt verändern oder Abstand mitteilen.

Ob eine Möglichkeit passt, hängt von dir, den anderen Beteiligten und der Situation ab. Wichtig sind Zugänglichkeit, Kosten, zusätzlicher Aufwand, Verlässlichkeit sowie die Wünsche und Grenzen aller Beteiligten.

8. Zusammenfassung für Beratung, Gespräche oder Behörden

Du kannst passende Angaben aus dem Situationsblatt übernehmen. Eine allgemeine Beschreibung des Kontakts und seiner Bedingungen reicht häufig aus. Namen, private Nachrichten oder intime Inhalte sind dafür nicht erforderlich.

Diese Darstellung beschreibt meinen tatsächlichen Alltag und die Bedingungen, unter denen Tätigkeiten gelingen. Ungefähre Angaben sind als solche gekennzeichnet.

Mein Anliegen und der betrachtete Zeitraum:
…

Die konkrete Schwierigkeit:
Beim … geschieht …
Ein Beispiel dafür ist …

Häufigkeit, ungefähre Dauer und Unterschiede:
…
Leichter, schwerer oder anders gelingt es, wenn …

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren:
…
Beobachtet ist …
Noch unklar beziehungsweise vermutet ist …

Was gelingt und welche Unterstützung dazu beiträgt:
… unterstützt mich bei …
Ich selbst entscheide beziehungsweise erledige …
Mit dieser Hilfe kann ich … rechnen.

Bei fehlender Unterstützung habe ich beobachtet:
…
Noch nicht bekannt ist …

Zusätzlicher Aufwand und Auswirkungen:
…
Dadurch muss … warten, wird übernommen oder fällt aus.

Erholungsbedarf und Verlauf:
Ich brauche …
Eine tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung besteht …
Zur Erholung versucht habe ich …
Wahrgenommen habe ich …

Gewünschte Veränderung oder offener Klärungsbedarf:
…

Grundlage dieser Angaben und Unterstützung beim Formulieren:
…
Ergänzende Beobachtungen anderer sind gesondert gekennzeichnet.

Diese persönliche Darstellung kann Gespräche und Verfahren vorbereiten. Sie ist kein amtliches Begutachtungsinstrument und ergibt keine Einstufung, etwa eines GdB oder Pflegegrades. Welche Angaben und Unterlagen für ein bestimmtes Verfahren erforderlich sind, muss gesondert geklärt werden.

9. Ein ausgefülltes Beispiel

Das Beispiel ist erfunden. Es beschreibt eine mögliche Situation und ist kein Maßstab für andere Menschen.

Anliegen

„Ich möchte den Kontakt zu zwei Freund:innen erhalten und gelegentlich gemeinsam Zeit verbringen.“

Beobachtung

„In den vergangenen sechs Wochen fanden Verabredungen überwiegend in einem belebten Café statt. Ich nahm zweimal teil. Dabei konnte ich Gesprächen nur teilweise folgen und ging früher, als ich eigentlich wollte. Bei einem Spaziergang zu zweit konnte ich zuletzt länger im Austausch bleiben.“

Äußere Bedingungen und mögliche Barrieren

„Im Café liefen mehrere Gespräche gleichzeitig. Es gab Musik und wenig Abstand zu anderen Tischen. Möglicherweise erschwerten diese Bedingungen meine Beteiligung. Beim Spaziergang waren zugleich der Ort und die Zahl der Beteiligten anders. Welcher Unterschied besonders wichtig war, weiß ich noch nicht.“

Unterstützung und eigener Anteil

„Die Verabredungen stimme ich selbst per Nachricht ab. Ich habe bisher nicht ausdrücklich erklärt, welche Bedingungen mir helfen. Eine Person bot an, gemeinsam nach einem anderen Treffpunkt zu suchen.“

Aufwand und Erholung

„Nach einem Cafébesuch brauchte ich weniger Reize und zog mich zu Hause zurück. Ich versuchte, mich zu erholen. Später fühlte ich mich weniger angespannt, wollte an diesem Abend aber keinen weiteren Kontakt. Das Treffen war mir trotzdem wichtig.“

Gewünschte Veränderung

„Ich möchte einen ruhigeren Treffpunkt und gelegentliche Treffen zu zweit vorschlagen. Außerdem möchte ich vereinbaren, dass ich früher gehen kann, ohne damit Desinteresse auszudrücken.“

Kurze Zusammenfassung für ein Gespräch

„Gewünschte Kontakte sind vorhanden. Die Beteiligung bei Treffen in belebter Umgebung gelang zuletzt nur teilweise. Ein Austausch zu zweit unter anderen Bedingungen war leichter möglich. Ich möchte passende Orte und Abläufe gemeinsam abstimmen und den Kontakt erhalten.“

10. Nach einer Veränderung zurückschauen

Wähle wenige Fragen, die zu deinem Anliegen passen:

  • Kann ich den gewünschten Kontakt leichter aufnehmen oder erhalten?
  • Passen Kommunikationsweg und Antwortzeiten?
  • Sind Begegnungen tatsächlich zugänglich?
  • Kann ich Nähe und Abstand mitgestalten?
  • Werden meine Wünsche und Grenzen berücksichtigt?
  • Kann ich Missverständnisse klären?
  • Ist Unterstützung verfügbar und von mir gewünscht?
  • Bleibt meine Privatsphäre gewahrt?
  • Wie verändern sich Aufwand und Auswirkungen auf den übrigen Alltag?
  • Was ist noch offen?

Mögliche Antworten:

besser · unverändert · schwieriger · wechselnd · noch nicht beurteilbar · nicht relevant

Entscheidend ist, ob du Beziehungen nach deinen Wünschen und Möglichkeiten gestalten kannst. Mehr Kontakte, häufigere Treffen oder schnellere Antworten sind kein allgemeiner Erfolgsmaßstab.

Eine beobachtete Veränderung beweist keinen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang.

Fachliche Einordnung und Quellen

Wissensstatus und Quellen

ICF als fachlicher Hintergrund

Die ICF ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Für die folgenden Bezüge wird die deutschsprachige Fassung von 2005 verwendet.

Das Modul orientiert sich vor allem an Kapitel d7 „Interpersonelle Interaktionen und Beziehungen“. Je nach Situation werden weitere Bereiche berührt.

ICF-BezugBedeutung für diese Arbeitshilfe
d710: Elementare interpersonelle AktivitätenKann grundlegende Aspekte des wechselseitigen Umgangs betreffen.
d720: Komplexe interpersonelle InteraktionenKann unter anderem das Aufnehmen und Beenden von Beziehungen sowie die Gestaltung von Interaktionen betreffen.
d730: Mit Fremden umgehenKann kurze Kontakte mit bislang unbekannten Personen betreffen.
d740: Formelle BeziehungenBeispielsweise Kontakte zu Fachpersonen, Vorgesetzten oder anderen Personen in einem formellen Rahmen.
d750: Informelle soziale BeziehungenBeispielsweise Freundschaften und Kontakte zu Bekannten, Nachbar:innen oder Mitbewohner:innen.
d760: FamilienbeziehungenBetrifft unterschiedliche familiäre Beziehungen.
d770: Intime BeziehungenBetrifft Liebes-, partnerschaftliche und sexuelle Beziehungen.
UmweltfaktorenBeispielsweise zugängliche Orte und Kommunikationsmittel, Unterstützung sowie Einstellungen und Erwartungen anderer.

Die Erläuterungen in der rechten Spalte sind alltagsnahe Zusammenfassungen, keine vollständigen Definitionen der Kategorien. Nicht jeder Bezug trifft auf jede Situation zu.

Die ICF-Fassung von 2005 enthält teilweise normative und zeitgebundene Formulierungen zu sozialem Verhalten und Beziehungen. Diese Arbeitshilfe übernimmt daraus keine Vorgabe, wie eine Person auftreten oder welche Beziehungen sie führen soll. Maßgeblich bleiben die eigenen Wünsche und die Grenzen aller Beteiligten.

Je nach Situation können beispielsweise Kommunikation, Mobilität oder gemeinschaftliche Teilhabe zusätzlich wichtig sein.

Die Arbeitshilfe beschreibt den tatsächlichen Alltag. Sie misst die ICF-Leistungsfähigkeit nicht standardisiert.

Einordnung der Arbeitshilfe

  • Klassifikation: Die genannten Kategorien stammen aus der ICF. Sie ordnen Beschreibungen, erklären aber für sich genommen keine individuelle Ursache.
  • Eigene Ausarbeitung von Neurofacetten: Aufbau, Entdeckungsfragen, Arbeitsbegriffe, Situationsblatt und Formulierungshilfen sind eine redaktionelle Ausarbeitung. Sie sind kein validiertes Testverfahren.
  • Persönliches Erfahrungswissen: Deine Angaben beschreiben deine Wahrnehmungen und Beobachtungen. Daraus werden keine Aussagen über alle neurodivergenten Menschen abgeleitet.
  • Beispiele und Veränderungsideen: Sie zeigen Möglichkeiten, ohne eine allgemeine Wirksamkeit zu belegen. Sie geben keine allgemeine Norm für Nähe, Kontakt oder Beziehungsgestaltung vor.

Fachliche Grundlagen

Redaktionelle Endfassung: 19. Oktober 2026.

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