Einordnung · Forschungsstand · Neurodivergenz
Wie körperliche Prozesse, gesellschaftliche Erwartungen und diagnostische Erkennung zusammenwirken können – mit Schwerpunkt Autismus und ADHS.
1. Was sich derzeit sagen lässt
Geschlecht kann für neurodivergente Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen relevant werden: für körperliche Prozesse, für Erwartungen an Verhalten, für den Zugang zu Diagnostik und für die Deutung eigener Erfahrungen. Diese Ebenen können miteinander zusammenhängen. Ein Vergleich zwischen als weiblich und männlich erfassten Gruppen trennt ihre Beiträge jedoch nicht automatisch. Lai et al., 2015
Geschlecht kann beeinflussen, welche Schwierigkeiten sichtbar werden, welches Verhalten erwartet wird und wer Unterstützung erhält. Daraus ergeben sich keine zwei geschlossenen Formen von Autismus oder ADHS.
2. Was unter Geschlecht jeweils erfasst wird
🟠 Begriffliche Orientierung
- Körperliche Geschlechtsmerkmale
- Beispielsweise hormonelle, chromosomale oder anatomische Merkmale. Eine einzelne Kategorie bildet diese Dimensionen nicht vollständig ab.
- Bei Geburt zugewiesenes Geschlecht
- Eine damalige Zuordnung. AFAB bedeutet „bei Geburt weiblich zugewiesen“, AMAB „bei Geburt männlich zugewiesen“. Diese Begriffe beschreiben weder die heutige Identität noch bestimmte Hormonwerte oder eine einheitliche Erziehung.
- Geschlechtsidentität
- Die eigene geschlechtliche Zugehörigkeit beziehungsweise Selbstbeschreibung.
- Geschlechtliche Zuschreibung und Erwartungen
- Wie andere eine Person einordnen und welches Verhalten sie von ihr erwarten.
- Sozialisation
- Die Entwicklung in sozialen Beziehungen und Institutionen: etwa durch Vorbilder, Übungsmöglichkeiten, Rückmeldungen, Belohnungen und Sanktionen. Sie verläuft nicht für alle Personen derselben Kategorie gleich.
🟡 Methodische Grenze: In vielen Studien werden sex und gender uneinheitlich verwendet oder gemeinsam behandelt. Die Autismusübersicht von 2026 benennt ausdrücklich, wie schwer ihre Beiträge auseinanderzuhalten sind. Gundeslioglu et al., 2026
Wenn eine Studie Menschen nur als „weiblich“ oder „männlich“ einteilt, bleibt unter Umständen offen, ob damit Geburtszuweisung, heutige Identität oder eine Zuordnung durch andere gemeint ist. Für die Einordnung ihrer Ergebnisse macht das einen Unterschied.
Warum Gruppenunterschiede Ursachen nicht erklären
Ein beobachteter Unterschied kann unter anderem mit Entwicklung, sozialem Kontext, Auswahl der Teilnehmenden, Messverfahren oder diagnostischer Erkennung zusammenhängen. Auch mehrere Faktoren zugleich sind möglich. Ein Querschnittsvergleich zeigt nicht, wie viel davon gelernt wurde. Eine statistische Vermittlung durch Rollenorientierung rekonstruiert keine Erziehungsgeschichte.
Ebenso wichtig: Diagnostizierte Personen sind eine ausgewählte Gruppe. Wenn die Erkennung unterschiedlich funktioniert, kann ein Vergleich diagnostizierter Gruppen Unterschiede der Auswahl mitabbilden.
3. Autismus
Diagnoseverhältnisse sind keine unverfälschten Häufigkeiten
🟢 Forschung · 🟡 Erklärung
Loomes und Kolleg:innen fanden in 54 Prävalenzstudien ein niedrigeres männlich-weibliches Verhältnis, wenn aktiv in der Bevölkerung nach autistischen Kindern gesucht wurde, als wenn nur bereits vorhandene Diagnosen erfasst wurden. Das spricht für eine Rolle diagnostischer Untererkennung. Es bestimmt nicht, welcher Anteil beobachteter Unterschiede biologisch oder sozial bedingt ist. Loomes et al., 2017
„Seltener diagnostiziert“ bedeutet deshalb nicht automatisch „seltener vorhanden“. Diagnoseverhältnisse beschreiben außerdem Gruppen; sie beantworten nicht, ob eine einzelne Person autistisch ist.
Die Vorstellung eines einheitlichen weiblichen Profils greift zu weit
🟡 Aktueller Forschungsstand
Ein Umbrella-Review von 2026 bündelte 34 Übersichtsarbeiten. Für soziale Kommunikation, Freundschaften und Spielverhalten ergab sich kein eindeutiger Nachweis durchgängiger Geschlechterunterschiede. Bei repetitiven Verhaltensweisen und Camouflaging gab es Hinweise auf Unterschiede. Die Qualität vieler einbezogener Reviews war jedoch mittel bis gering; die Datenbanksuche reichte bis November 2024. Gundeslioglu et al., 2026
Ein hilfreiches Gegengewicht zum „männlichen Normalfall“ ist deshalb eine breitere Erkennung möglicher Erscheinungsweisen. Eine neue starre Schablone „Frauen sind sozial kompetenter und maskieren“ kann erneut Menschen übersehen.
Camouflaging umfasst Anstrengung und sichtbare Wirkung
🟡 Aktueller Forschungsstand
Camouflaging bezeichnet Strategien zur Anpassung an überwiegend nicht-autistische soziale Umwelten. Cook und Kolleg:innen unterscheiden im Forschungsfeld unter anderem Selbstberichte eigener Anstrengung und Maße der Diskrepanz zwischen inneren Merkmalen und äußerem Verhalten. Diese Ansätze erfassen nicht dasselbe. Mehr selbstberichtetes Camouflaging war mit ungünstigeren psychischen Ergebnissen verbunden; die Richtung der Zusammenhänge bleibt offen. Cook et al., 2021
Sichtbare Gewandtheit lässt den Aufwand nicht zuverlässig erkennen. Diese Unterscheidung ist keine pauschale Geschlechtererklärung.
Was Frauen über ihre Erfahrungen berichten
🟣 Erfahrungswissen
In Interviews mit 14 spät diagnostizierten Frauen beschrieben Bargiela und Kolleg:innen Anpassung, übersehene Merkmale und Spannungen zwischen autistischem Erleben und traditionellen Weiblichkeitserwartungen. Das dokumentiert bestimmte Erfahrungen. Ohne Vergleichsgruppe lässt sich daraus weder ihre Häufigkeit noch ihre Ausschließlichkeit für Frauen bestimmen. Bargiela et al., 2016
4. ADHS
Unauffälligkeit ist kein Maß für geringe Beeinträchtigung
🟡 Aktueller Forschungsstand
Hinshaw und Kolleg:innen beschreiben in ihrem Forschungsreview durchschnittliche Unterschiede: Bei Mädchen und Frauen stehen häufiger Unaufmerksamkeit und nach innen gerichtete Belastungen wie Ängste im Vordergrund, bei Jungen und Männern häufiger hyperaktiv-impulsive und nach außen auffällige Verhaltensweisen. Die Unterschiede hängen erheblich davon ab, ob klinisch ausgewählte oder nicht überwiesene Gruppen untersucht werden. Hinshaw et al., 2022
Das rechtfertigt keine Gleichsetzung von „weiblicher ADHS“ mit Unaufmerksamkeit und „männlicher ADHS“ mit Hyperaktivität. Die beschriebenen Merkmale können bei Menschen unterschiedlicher Geschlechter auftreten.
Welche Merkmale zur Erkennung führen
🟡 Aktueller Forschungsstand
Eine schwedische Studie verknüpfte Elternratings von 19.804 neunjährigen Zwillingen mit klinischen Registerdaten. Hyperaktivität/Impulsivität und Verhaltensprobleme hingen bei Mädchen stärker mit einer klinischen ADHS-Diagnose zusammen als bei Jungen. Das passt zu der Möglichkeit, dass Mädchen mit weniger nach außen auffälligem Verhalten leichter übersehen werden. Die Beobachtungsstudie isoliert jedoch nicht, ob Erwartungen von Eltern, Überweisungswege oder andere Prozesse den Unterschied verursachen. Mowlem et al., 2019
Ein Expert:innenkonsens betont ergänzend mögliche Erkennungsbarrieren durch Kompensation und weniger auffällige Merkmale. Das ist eine fachliche Synthese mit praktischer Relevanz, kein eigenständiger experimenteller Nachweis der vorgeschlagenen Mechanismen. Young et al., 2020
Geschlechtererwartungen in gelebten Erfahrungen
🟣 Erfahrungswissen
Bradley und Kolleg:innen interviewten elf Frauen mit ADHS. Die Teilnehmenden beschrieben unter anderem geschlechtlich geprägtes Stigma und Diagnosebarrieren, aber auch positive Erfahrungen und passende Umwelten. Der Einschluss erfolgte über weibliche Geburtszuweisung und klinische Diagnose. Diese kleine Stichprobe bildet die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und Lebenslagen nicht vollständig ab. Bradley et al., 2025
Wichtig ist die Trennung: Die Erzählungen zeigen, welche Bedeutung Erwartungen für diese Personen hatten. Sie beweisen nicht, dass Sozialisation ihre ADHS verursacht oder sämtliche Gruppenunterschiede erklärt.
Hormone sind eine eigene Forschungsfrage
🟡 Aktueller Forschungsstand
Ein systematischer Review von 2025 fand in elf Studien Hinweise auf Zusammenhänge zwischen hormonellen Veränderungen und ADHS-Merkmalen, besonders in Pubertät und Menstruationszyklus. Kleine Stichproben und sehr unterschiedliche Erhebungen begrenzen die Schlussfolgerungen. Osianlis et al., 2025
Hormonelle Veränderungen, geschlechtliche Identität und soziale Erwartungen sind unterschiedliche Ebenen. Beobachtungen zum Menstruationszyklus erlauben keine allgemeine Aussage über die Persönlichkeit von Frauen.
Bei gleichzeitigem Autismus und ADHS
🟣 Erfahrungswissen · 🔵 Deutungsrahmen
Craddock untersuchte E-Mail-Interviews mit sechs spät diagnostizierten AuDHD-Frauen. Sie schilderten das Zusammenspiel von Weiblichkeitserwartungen, Masking und Diagnosewegen. Die Analyse eröffnet eine Perspektive auf kombinierte Erfahrungen; sie belegt kein allgemeines AuDHD-Geschlechterprofil. Auch berichtete hormonelle Einflüsse bleiben Selbstauskunft und sind kein biologischer Kausalnachweis. Craddock, 2024
5. Sozialisation, emotionale Fähigkeiten und Empathie
Ausdruck hängt auch vom Kontext ab
🟢 Forschung · 🟡 Ursachen
Chaplin und Aldao bündelten 166 Studien mit 21.709 Kindern und Jugendlichen. Die mittleren Geschlechterunterschiede im Emotionsausdruck waren sehr klein und variierten mit Alter, Situation und Gegenüber. Solche Kontextabhängigkeit ist für Sozialisationstheorien relevant. Sie beweist aber nicht, dass der gesamte Unterschied durch Erziehung entstanden ist. Untersucht wurde Ausdruck, nicht unmittelbar inneres Gefühl oder Mitgefühl. Chaplin & Aldao, 2013
Selbstbild, Erkennungsleistung und Mitgefühl sind getrennte Gegenstände
🟡 Aktueller Forschungsstand
Löffler und Greitemeyer untersuchten in zwei Experimenten Selbstberichte und Emotionserkennung. Kontext und Rollenorientierung waren besonders für die Selbstberichte relevant; die Leistungsmuster unterschieden sich davon. Die Studie zeigt keine lebenslange Sozialisationskette und untersuchte keine spezifisch neurodivergente Stichprobe. Nichtbinäre Personen wurden in der ersten Studie ausgeschlossen. Löffler & Greitemeyer, 2023
🟢 Forschung · 🟡 Erklärung: Eine Meta-Analyse von Thompson und Voyer fand über 215 Stichproben einen kleinen durchschnittlichen Vorteil weiblich kategorisierter Personen beim Erkennen nonverbaler Emotionen. Damit finden sich auch in Leistungsaufgaben durchschnittliche Unterschiede. Ihre Entstehung bleibt jedoch offen; Emotionserkennung erfasst zudem nur einen Teil dessen, was unter Empathie verstanden wird. Thompson & Voyer, 2014
Bestimmte Empathieaspekte können gelernt werden
🟢 Forschung · begrenzte Reichweite
Eine Meta-Analyse randomisierter Trainingsstudien fand im Mittel Verbesserungen in den jeweils untersuchten Empathieaspekten. Das stützt Lernbarkeit. Es zeigt weder, dass Empathie vollständig erlernt ist, noch dass beobachtete Geschlechterunterschiede durch unterschiedliche Erziehung verursacht werden. Übertragbarkeit auf Alltag und lange Zeiträume ist eine zusätzliche Frage. Teding van Berkhout & Malouff, 2016
🟡 Messgrenze: Eine systematische Prüfung der Messeigenschaften von Empathie-Selbstberichten bei autistischen und nicht-autistischen Erwachsenen fand erhebliche Probleme beziehungsweise Evidenzlücken bei den untersuchten Instrumenten. Das unterstreicht die Bedeutung präziser Messung, ist aber kein Beleg, dass jede Empathiestudie unbrauchbar wäre. Harrison et al., 2022
Emotionale Verantwortung ist nicht dasselbe wie Empathie
🟣 Qualitative Forschung · 🔵 Begriffsrahmen
Daminger beschreibt anhand von 70 Interviews mit Mitgliedern von 35 Paaren kognitive Haushaltsarbeit: Bedürfnisse voraussehen, Optionen suchen, entscheiden und Ergebnisse nachhalten. Frauen übernahmen in dieser Stichprobe mehr Vorausdenken und Nachhalten. Das ist Forschung zur Aufgabenverteilung, keine Empathiemessung und keine Untersuchung speziell zu Autismus oder ADHS. Daminger, 2019
🟠 Neurofacetten-Einordnung: Daraus ergibt sich eine offene Frage: Umfasst Aufmerksamkeit, die als „natürliche Einfühlsamkeit“ wahrgenommen wird, teilweise auch geübte oder zugewiesene Beziehungsarbeit? Die genannten Studien beantworten diese Verbindung noch nicht.
6. Geschlechtliche Vielfalt gehört zur Hauptfrage
🟢 Empirischer Zusammenhang · 🟡 Erklärung
Warrier und Kolleg:innen fanden in fünf querschnittlichen Datensätzen mit insgesamt 641.860 Personen bei trans und geschlechtlich vielfältigen Teilnehmenden häufiger selbstberichtete Autismusdiagnosen als bei cis Teilnehmenden. Die Gruppen und Erhebungsformen unterschieden sich zwischen Datensätzen. Ein solcher Zusammenhang erklärt weder Identität durch Autismus noch Autismus durch Identität. Warrier et al., 2020
🟡 Aktueller Forschungsstand: Für ADHS fassten Goetz und Adams 17 Primärstudien zusammen. Die Literatur enthält Hinweise auf erhöhte Raten, bleibt aber in Definitionen, Auswahl der Teilnehmenden und Erfassung gelebter Erfahrungen begrenzt. Eine einheitliche Prävalenzzahl für alle trans und nichtbinären Menschen wäre daraus nicht ableitbar. Goetz & Adams, 2024
🟠 Neurofacetten-Einordnung: Geburtszuweisung allein beschreibt weder die heutige Identität noch die Lebensgeschichte eines Menschen. Für körperliche Prozesse sind die jeweils relevanten Merkmale entscheidend. Für soziale Erfahrungen zählt, welchen Erwartungen und Zuschreibungen eine Person tatsächlich begegnet ist. „Weiblich sozialisiert“ kann diese unterschiedlichen Lebenswege nur unzureichend beschreiben.
Auch cis Mädchen und Frauen erleben keine einheitliche Sozialisation. Alter, Kultur, Rassifizierung, ökonomische Lage, Behinderung und Familienkontext können ihre Lebensbedingungen und die an sie gerichteten Erwartungen unterscheiden.
7. Das Zusammenspiel bleibt entscheidend
🟠 Neurofacetten-Einordnung
Geschlecht wird für Autismus und ADHS dort relevant, wo körperliche Entwicklung, soziale Anforderungen und diagnostische Erkennung aufeinandertreffen. Dabei lohnt es sich, konkrete Prozesse zu betrachten: Welche Merkmale fallen auf? Welches Verhalten wird erwartet? Welche Anpassung kostet Kraft? Und wessen Schwierigkeiten bleiben trotz dieses Aufwands unsichtbar?
Für die Empathiefrage zeigen sich mehrere Anknüpfungspunkte: Bestimmte Fähigkeiten lassen sich üben. Emotionaler Ausdruck hängt auch vom Kontext ab. Rollenorientierung kann mit dem eigenen Empathiebild zusammenhängen. Menschen berichten außerdem, dass Erwartungen an Fürsorglichkeit und Anpassung ihre Erfahrungen prägen.
Diese Befunde ergeben noch keine vollständige Erklärung dafür, wer als empathisch gilt. Wie geschlechtliche Sozialisation, neurodivergente Ausdrucksweisen und die Bewertung durch andere zusammenwirken, bleibt eine offene Forschungsfrage.
Weniger sichtbare Schwierigkeiten bedeuten nicht automatisch weniger Belastung. Und ein Gruppenunterschied erklärt noch nicht, wie ein einzelner Mensch empfindet, handelt oder Unterstützung braucht.
Wissensstatus
🟢 Forschung kennzeichnet eng formulierte, durch mehrere Untersuchungen oder eine einschlägige Forschungssynthese gestützte Befunde. 🟡 Aktueller Forschungsstand macht offene Fragen, uneinheitliche Ergebnisse und Grenzen der Übertragbarkeit sichtbar.
🔵 Modelle und Deutungsrahmen ordnen Beobachtungen theoretisch ein. 🟣 Erfahrungswissen erschließt gelebte Erfahrungen, ohne daraus Aussagen über alle Menschen einer Gruppe abzuleiten. 🟠 Neurofacetten-Einordnungen sind eigene begriffliche oder gesellschaftliche Schlussfolgerungen.
Die Übersicht verbindet ausgewählte Forschungsarbeiten und Erfahrungsstudien. Sie ist kein eigener systematischer Review. Befunde aus der Allgemeinbevölkerung gelten nicht automatisch für autistische Menschen oder Menschen mit ADHS.
Das Thema Empathie vertiefen
Der Grundlagenartikel „Empathie bei Autist:innen: Mehr als eine Frage des Mitgefühls“ unterscheidet Verstehen, Mitempfinden und sichtbare Anteilnahme.
Der Perspektiven-Essay „Wer gilt als empathisch – und wer entscheidet das?“ entwickelt daraus eine eigene gesellschaftliche Perspektive auf geschlechtliche Erwartungen. Seine Position ist von den Forschungsbefunden getrennt gekennzeichnet.
8.Quellen und Literatur
- Lai, M.-C., Lombardo, M. V., Auyeung, B., Chakrabarti, B., & Baron-Cohen, S. (2015). Sex/gender differences and autism: Setting the scene for future research. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 54(1), 11–24. Originalpublikation · DOI 10.1016/j.jaac.2014.10.003
- Loomes, R., Hull, L., & Mandy, W. P. L. (2017). What is the male-to-female ratio in autism spectrum disorder? A systematic review and meta-analysis. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 56(6), 466–474. Originalpublikation · DOI 10.1016/j.jaac.2017.03.013
- Gundeslioglu, H., Gray, K. M., Hewitt, O. M., & Langdon, P. E. (2026). Are there sex or gender differences in autistic characteristics? An umbrella systematic review. Journal of Autism and Developmental Disorders. Online-Vorabveröffentlichung, 21. August 2026. Originalpublikation · DOI 10.1007/s10803-026-07484-0
- Cook, J., Hull, L., Crane, L., & Mandy, W. (2021). Camouflaging in autism: A systematic review. Clinical Psychology Review, 89, 102080. Originalpublikation · DOI 10.1016/j.cpr.2021.102080
- Bargiela, S., Steward, R., & Mandy, W. (2016). The experiences of late-diagnosed women with autism spectrum conditions: An investigation of the female autism phenotype. Journal of Autism and Developmental Disorders, 46(10), 3281–3294. Originalpublikation · DOI 10.1007/s10803-016-2872-8
- Hinshaw, S. P., Nguyen, P. T., O’Grady, S. M., & Rosenthal, E. A. (2022). Annual Research Review: Attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women: Underrepresentation, longitudinal processes, and key directions. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 63(4), 484–496. Online zuerst 2021. Originalpublikation · DOI 10.1111/jcpp.13480
- Young, S., et al. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women. BMC Psychiatry, 20, 404. Originalpublikation · DOI 10.1186/s12888-020-02707-9
- Mowlem, F. D., Rosenqvist, M. A., Martin, J., Lichtenstein, P., Asherson, P., & Larsson, H. (2019). Sex differences in predicting ADHD clinical diagnosis and pharmacological treatment. European Child & Adolescent Psychiatry, 28(4), 481–489. Online zuerst 2018. Originalpublikation · DOI 10.1007/s00787-018-1211-3
- Osianlis, E., Thomas, E. H. X., Jenkins, L. M., & Gurvich, C. (2025). ADHD and sex hormones in females: A systematic review. Journal of Attention Disorders, 29(9), 706–723. Originalpublikation · DOI 10.1177/10870547251332319
- Warrier, V., Greenberg, D. M., Weir, E., Buckingham, C., Smith, P., Lai, M.-C., Allison, C., & Baron-Cohen, S. (2020). Elevated rates of autism, other neurodevelopmental and psychiatric diagnoses, and autistic traits in transgender and gender-diverse individuals. Nature Communications, 11, 3959. Originalpublikation · DOI 10.1038/s41467-020-17794-1
- Goetz, T. G., & Adams, N. (2024). The transgender and gender diverse and attention deficit hyperactivity disorder nexus: A systematic review. Journal of Gay & Lesbian Mental Health, 28(1), 2–19. Online zuerst 2022. Originalpublikation · DOI 10.1080/19359705.2022.2109119
- Chaplin, T. M., & Aldao, A. (2013). Gender differences in emotion expression in children: A meta-analytic review. Psychological Bulletin, 139(4), 735–765. Originalpublikation · DOI 10.1037/a0030737
- Löffler, C. S., & Greitemeyer, T. (2023). Are women the more empathetic gender? The effects of gender role expectations. Current Psychology, 42, 220–231. Online zuerst 2021. Originalpublikation · DOI 10.1007/s12144-020-01260-8
- Thompson, A. E., & Voyer, D. (2014). Sex differences in the ability to recognise non-verbal displays of emotion: A meta-analysis. Cognition and Emotion, 28(7), 1164–1195. Originalpublikation · DOI 10.1080/02699931.2013.875889
- Teding van Berkhout, E., & Malouff, J. M. (2016). The efficacy of empathy training: A meta-analysis of randomized controlled trials. Journal of Counseling Psychology, 63(1), 32–41. Online zuerst 2015. Originalpublikation · DOI 10.1037/cou0000093
- Daminger, A. (2019). The cognitive dimension of household labor. American Sociological Review, 84(4), 609–633. Originalpublikation · DOI 10.1177/0003122419859007
- Harrison, J. L., Brownlow, C. L., Ireland, M. J., & Piovesana, A. M. (2022). Empathy measurement in autistic and nonautistic adults: A COSMIN systematic literature review. Assessment, 29(2), 332–350. Online zuerst 2020. Originalpublikation · DOI 10.1177/1073191120964564
- Bradley, S., Parzych, I., Platts, J., & Powell, L. (2025). Understanding and harnessing differences in women with ADHD: A qualitative study. Neurodiversity, 3. Originalpublikation · DOI 10.1177/27546330251317199
- Craddock, E. (2024). Being a woman is 100% significant to my experiences of ADHD and autism: Exploring the gendered implications of an adulthood AuDHD diagnosis. Qualitative Health Research, 34(14), 1442–1455. Originalpublikation · DOI 10.1177/10497323241253412
Stand: 18. Oktober 2026.
